IN MEMORIAM WALTER KELLER


MÜNCHEN, 2.3.2009. Der Ehrensenior des UNITAS-Verbandes, Bbr. Ltd. Dir. a.D. Walter Keller, ist am Sonntag, 1. März 2009, nach einer Herzoperation, die er zunächst gut überstanden hatte, im gesegneten Alter von 91 Jahren verstorben und zu seinem Schöpfer heimgegangen. Der Inhaber dieses einzigartigen Ehrenamtes im UNITAS-Verband wird am Donnerstag, 5. März, in München bestattet.

Geprägt und prägend 

 

Der gebürtige Breslauer, am 21. September im Kriegsjahr 1917 geboren und Schüler am Missionsgymnasium der Oblaten in Striegau, empfing das Sakrament der Firmung durch Adolf Kardinal Bertram und besucht das Matthias-Gymnasium in Breslau bis zum Abitur 1937. Der bekennende Gegner der Nationalsozialisten meldete sich im zweiten Semester notgedrungen zum Militär, ist ab 1938 bei der Wehrmacht an der Grenze bei Gleiwitz stationiert und erlebt die Grausamkeit des Krieges im Polen-, Frankreich- und Russlandfeldzug. Bei der Invasion im September 1944 zunächst in belgischer Gefangenschaft, dann in ein englisches Lager überstellt, überlebt er die Verschwörung eines Nazi-Femegerichts und studiert nach der Freilassung in München Jura. Dort wird er 1947 in die UNITAS Albertus-Magnus zu München rezipiert, ist anschließen in Freiburg bei UNITAS Paulus und dann bei UNITAS Rheinfranken aktiv.

 

Nach ersten Berufsjahren bei der Allianz in Frankfurt und der LVA in Düsseldorf, wechselt er 1959 nach Würzburg zur LVA-Unterfranken. Der Direktor in der Rentenversicherungsanstalt wird auf der 85. GV in Tübingen 1962 als Nachfolger von Dr. Ludwig Florian zum Verbandsgeschäftsführer gewählt und ist bis 1985 in diesem Amt tätig. 1983 wurde er nach Ludwig Freibüter sen. (1959) und Dr. Ludwig Florian (1973) dritter Ehrensenior des Verbandes. Für seine Verdienste bereits 1973 mit der Goldenen UNITAS-Nadel ausgezeichnet, wurde Bbr. Walter Keller für seine vielfältigen Engagements neben dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse am Bande auch mit der Lorenz-Werthmann-Medaille der Caritas und dem Komturkreuz des Päpstlichen Sivesterordens geehrt. Seine B-Philisterschaften in 16 Altherrenvereinen und seine Ehrenmitgliedschaften in mehreren Vereinen zeugen von seinem großen Einsatz für die UNITAS.


Wichtig ist nur die geistige Haltung ...
 

Gefragt, was er mit Blick auf 60 Jahre Mitgliedschaft bei der UNITAS mitgeben will und jungen Bundesbrüdern rät, antwortete Bbr. Walter Keller anlässlich seines 90. Geburtstages selbst:

„Den Aktiven kann ich nur empfehlen, dass sie festhalten an den Prinzipien, an unserer Idee der UNITAS und an den Wertvorstellungen, die uns zu eigen sind. Diese Dinge müssen gewahrt bleiben. Nur das macht uns zur UNITAS. Das ist das Wichtigste vor allen äußeren oder organisatorischen Dingen. Diese sind sekundär. Wichtig ist nur die geistige Haltung und das katholische Prinzip. Das muss uneingeschränkt aufrecht erhalten bleiben. Da gibt es kein Abweichen davon.“

 

Eine Delegation der UNITAS Ruhrania hatte ihm bei dem Festakt zum runden Geburtstag 2007 in Würzburg persönlich gratulieren können. In einer ersten Stellungnahme drückte Bbr. Rüdiger Duckheim heute die Trauer auch im Ruhrgebiet aus: „Gott, der Herr, hat Walter fest in seine Arme geschlossen. Wir wissen, es gibt ein Wiedersehen in der himmlischen Herrlichkeit. Walter Keller hätte er nicht gewollt, dass wir zu sehr trauern, sondern hätte uns um unser Gebet gebeten und uns dazu aufgefordert, all unsere Hoffnung und unser ganzes Vertrauen auf Gott zu setzen.“

Dank für unitarische Lebensleistung

In einem Rundbrief an alle Bundesschwestern und Bundesbrüder schreibt Verbandsgeschäftsführer Bbr. Dieter Krüll heute:

„Der UNITAS-Verband verliert in Walter Keller einen seiner bedeutendsten Bundesbrüder, der sich um den UNITAS-Verband in außerordentlicher Weise verdient gemacht hat. Wir alle können ihm nur aus tiefstem Herzen Dank sagen für seine unitarische Lebensleistung und ihn in unser persönliches Gebet einschließen. Es wäre schön, wenn es viele Bundesbrüder und Bundesschwestern ermöglichen könnten, an der Beisetzung in München teilzunehmen und unserem Ehrensenior die letzte Ehre zu erweisen.
Mit stillem Gruß,
semper in unitate,
Dieter Krüll, Verbandsgeschäftsführer.“


Bild rechts: Bbr. Walter Keller bei seinem 90. Geburtstag 2007 in Würzburg mit Bbr. Dr. Anton Schlembach, emeritierter Bischof von Speyer 



HINWEISE: 
Das Requiem wird durch den Geistlichen Verbands-Beirat, Bbr. Kaplan Helmut Wiechmann, um 10.30 Uhr in der Allerheiligen-Kirche gefeiert (München-Schwabing, Ungererstr. 187, U-Bahnstation: Alte Heide (U6) bzw. Nähe A9 Ausfahrt München-Schwabing/Mittlerer Ring).

Um 12 Uhr wird Bbr. Walter Keller auf dem benachbarten Nordfriedhof zur letzten Ruhe getragen. Die Chargen und die unitarische Trauergemeinde treffen sich nach der Beerdigung im „Brunnwart“, Biedersteiner Strasse 78, in fußläufiger Entfernung zum Nordfriedhof (www.brunnwart.de).

Statt Kränzen bittet die Familie in Walters Sinne um eine Spende, entweder an die Stiftung UNITAS 150 PLUS (PAX-Bank Köln, Kto. 32230016, BLZ: 37060193; Spende Walter Keller) oder an das Soziale Projekt der Unitas in Osek/Nordböhmen (Unitas-Verband Soziales Projekt, Sparkasse KölnBonn, Kto. 7161, BLZ 38050000; Stichwort: Osek / Spende Walter Keller). 

 



Zum Download des Artikels als PDF

s.a. Bericht vom 90. Geburtstag:
„Walter Keller – Ein unitarisches Leben", aus:
unitas 3-4/2007


siehe auch:
06.03.2009 UNITAS-Ehrensenior Bbr. Walter Keller in München bestattet




Veröffentlicht am: 10:02:44 02.03.2009
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