MÜNCHEN / ESSEN, 5.3.2009. Eine große Trauergemeinde gab dem verstorbenen Ehrensenior des Verbandes, Walter Keller, am Donnerstag, 5. März, das letzte Geleit. Die Vertreter der UNITAS Ruhrania Bochum-Duisburg-Essen-Dortmund waren zusammen mit dem Vorsitzenden des Altherrenvereins der Ruhranen und Geistlichen Verbands-Beirat, Helmut Wiechmann, schon am Mittwoch nach München aufgebrochen.

 

Er sprach als Zelebrant des Requiems in der Allerheiligen-Kirche in München-Schwabing in seiner Predigt zur christlichen Auferstehungshoffnung und nahm die unitarische Gemeinschaft ins Gebet. Elf Chargenteams - darunter als nördlichste Vertreter mit der Essener Liudger-Fahne die beiden designierten Consenioren des Sommersemesters, Christoph Weyer und Damian Juretzki, waren zur Messe angetreten. Ein langer Trauerzug begleitete den am Sonntag, 1. März 2009, in München verstorbenen Ehrensenior des Verbandes auf dem Nordfriedhof zur letzten Ruhe.

 

Nachruf des Verbandsgeschäftsführers

 

Verbandsgeschäftsführer Bbr. Dieter Krüll aus Kaarst würdigte in einer Ansprache nach dem Gottesdienst in der Allerheiligen-Kirche den Verstorbenen und sein Leben für die UNITAS.Der Wissenschaftliche Katholische Studentenverband Unitas e.V. und alle Bundesbrüder und Bundesschwestern trauern um ihren hochverehrten Ehrensenior Bbr. Ltd. Dir. A.D. Walter Keller, einen lieben, treuen Freund und Bundesbruder, der unsere unitarischen Prinzipien Virtus, Scientia, Amicitia in vorbildlicher Weise gelebt und vorgelebt hat“, erklärte der Verbandsgeschäftsführer. „In tief empfundener Dankbarkeit verneigen wir uns vor diesem großen Unitarier, dem der Unitas-Verband unendlich viel zu verdanken hat.“

 

In seiner biographischen Skizze stellte Bbr. Krüll insbesondere die Erfahrung des „Irrsinns und der Grausamkeit des Weltkrieges“ heraus, die Bbr. Walter Keller in Polen, Frankreich und beim Russlandfeldzug erfahren hatte. Prägend sei gewesen, dass er in englischer Kriegsgefangenschaft in Schottland mit zwei weiteren Unitariern nur dank des Eingreifens des Lagergeistlichen die Verschwörung eines Femegerichts unbelehrbarer Nazis am 20. April 1945 überlebte. Im Lager hatte er in Bbr. Dr. Ludwig Maria Freibüter einen gleichgesinnten, aufrechten Katholiken kennengelernt, dem er als Unitarier und Freund bis zu dessen Tod am 20. August 2004 sein Leben lang verbunden bleiben sollte. Bbr. Krüll erinnerte an Bbr. Freibüters Bericht von der gemeinsamen Kriegsgefangenschaft: „In einer von den Engländern zugeteilten Baracke findet nun regelmäßig das heilige Messopfer statt. Und jeden Morgen wandert Walter Keller zum Gespött vieler Mitgefangener mit dem großen Kreuz quer durch das Lager zu dieser Baracke, um dort den Altar aufzubauen. Wer versteht heute noch, welch ein Bekennermut dazu gehörte.“

 

Sozial, tolerant, frei

 

Was eine solche Vita der Kriegsgeneration bedeute, „können wir uns heute überhaupt nicht mehr vorstellen“, erklärte Bbr. Krüll. Doch beeindruckende Fakten eines langen und erfüllten Lebens sagten nur wenig aus über den Menschen Walter Keller und die Triebfeder seines Handelns und seiner Arbeit in und für die Unitas, so der Verbandsgeschäftsführer. Dazu zitierte er aus einem Interview mit seinem Amtsvorgänger aus dem Jahr 1992: „Die Motivation für den Eintritt in den Unitas-Verband ist klar und eindeutig. Bestechend für mich war die eindeutige Zielsetzung und Aufgabenstellung des Unitas-Verbandes, seine religiöse Einstellung, seine Stellung zur Kirche, zu Papst und Bischöfen, sein soziales Engagement, seine Toleranz, bei der sich jeder so entfalten kann und angenommen wird, wie er von Gott geschaffen wurde, und die Ablehnung jeden Standesdünkels!“ Und an anderer Stelle sagte Bbr. Keller: „Im Unitas-Verband ist heute noch eine Orientierung und geistige Auseinandersetzung möglich; er vermittelt das richtige Menschen- und Weltbild sowie eine Werteordnung, die das Leben in Freiheit und in der Bindung an Gott ermöglicht.“

 

Loyalität, Mut, Disziplin

 

Sein Credo habe er in den unitarischen Prinzipien „virtus, scientia, amicitia“ verwirklicht gesehen. „Die Botschaft unsere Prinzipien war seine Mission, der er alles unterordnete. Walter Keller war im Namen Jesu ein Menschenfischer in der Unitas“, erklärte Bbr. Dieter Krüll und zitierte aus einer Festrede von Bbr. Alois Konstantin Fürst zu Löwenstein zum 80. Geburtstag des Ehrenseniors: „Walter Keller und Unitas, das ist eines. Und Du warst uns Vorbild. Vorbild, weil Du vieles von dem, was ich selber als richtig und wegweisend kannte und annahm, vorgelebt hast. Du hast ein Vorbild gegeben an Treue, Treue zu Deiner Kirche, Treue zu Deinem Verband, Treue zu Deiner Nation, an Loyalität, der Loyalität gegenüber den Jungen. Du hast Mut bewiesen und Disziplin.“

 

„Nein, es ist genug, ich möchte zu meinem Herrgott gehen“, habe Bbr. Walter Keller bei einem Besuch am 1. Februar 2009 in dem neuen Münchener Heim beim Scherzen über seinen zu erwartenden 100. Geburtstag in einigen Jahren erklärt. „Da war keinerlei Angst oder gar Bitterkeit, nein, nur tiefes Vertrauen und das Wissen um das ewige Leben in der Herrlichkeit seines Gottes“, unterstrich der Verbandsgeschäftsführer. „Wir werden sein Vorbild stets in unseren Herzen bewahren! Wie es sicherlich sein Wunsch gewesen wäre möchte ich dem lieben Walter heute nachrufen: Vivat, floreat, crescat Unitas ad multos annos! Dies ist unser Versprechen, lieber Walter!“, erklärte Bbr. Krüll in seinem Nachruf. Anfang Mai werde die UNITAS bei der Verbandsmesse anlässlich der 132. Generalversammlung des Verbandes in Marburg des Verstorbenen in besonderer Weise im Gebet gedenken.


 



HINWEIS: 

Statt Kränzen bat die Familie in Walters Sinne um eine Spende, entweder an die Stiftung UNITAS 150 PLUS (PAX-Bank Köln, Kto. 32230016, BLZ: 37060193; Spende Walter Keller) oder an das Soziale Projekt der Unitas in Osek/Nordböhmen (Unitas-Verband Soziales Projekt, Sparkasse KölnBonn, Kto. 7161, BLZ 38050000; Stichwort: Osek / Spende Walter Keller). 

 



Weiterer Artikel als pdf zum DOWNLOAD aus: unitas 1/2009, 6f.
s.a.:
02.03.2009 UNITAS-Ehrensenior Bbr. Walter Keller in München verstorben

 


 




Veröffentlicht am: 16:53:13 06.03.2009
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