1. Mai 1991
Ein Wort ins Semester
 

Daß die UNITAS auch an der Ruhr vor Ort gegangen ist, konnten wir in einer der letzten Ausgaben berichten. Sie nahm die Traditionen der alten Ruhrania aus Münster auf und geht nun in ihr 160. Semester. Noch ist die Aktivitas jung, doch bestem Mutes, das Ruhrgebiet zu „unitarischem Stammland“ zu machen. Der Senior Helmut Wiechmann, der mit den Ruhranen auf die Mithilfe vieler Bundesbrüder hofft, steckte auf dem ersten Convent im neuen Semester den Rahmen für unser Engagement im Revier ab. Seine Grundsatzerklärung gab die Verbandszeitschrift im auszugsweise wider:

„. . . Unser Semesterprogramm möchte ich unter einen Leitsatz von Dietrich Bonhöffer stellen: „Mag sein, daß der jüngste Tag morgen anbricht; dann wollen wir gern die Arbeit für eine bessere Zukunft aus der Hand legen, vorher aber nicht!“ Wir alle hoffen für eine bessere Zukunft unserer Welt, dürfen aber beider Hoffnung und beim Träumen nicht stehen bleiben: Wir wollen gestaltend mitarbeiten und Verantwortung übernehmen. Wenn tatsächlich viele meinen, daß morgen alles vorbei sein könnte, halten wir dagegen: Heute, im Jetzt, etwas Gutes tun, denn jeder Augenblick ist kostbar!

Und ich erinnere an ein Wort von Max Scheler: „Die Werte, die Tugenden, reiten auf dem Rücken unseres Handelns!“ Wir wollen uns also grundsätzlich vergewissern, daß unser Handeln den Werten entspricht. Wenn wir handeln, gestalten die Zukunft für den Nächsten mit. Zunächst aber auch für uns hier vor Ort. So in der Form unseres Semesterprogramms, in der Art, wie wir versuchen, andere für unsere Ziele zu gewinnen und nicht zuletzt in unserem sozialen Handeln. Damit ist die „Virtus“ in unserem Bekenntnis nach außen und innen gemeint, die uns gemeinsam tatkräftig die Welt gestalten hilft.

Dem UNITAS-Verband angehören heißt: Christ sein. In der Stille seines persönlichen Erlebens und in der Unruhe für den Anderen. Christsein heißt aber auch, sich Andersdenkenden zu stellen, sich einlassen in die wissenschaftliche Diskussion. Sich vor dem Anderen verantworten, sich nach außen hin öffnen. Wissenschaftlich tätig sein, wie es in unserem Prinzip „Scientia“ verlangt ist.

Beide sollen, so unser Bbr. Dr. Ludwig Freibüter, nicht zuletzt durch die „Amicitia“ durchdrungen sein. Dem Anderen im rechten Augenblick das Richtige in Liebe sagen dürfen. Das geht nur, weil wir uns alle und unser Tun unter das Kreuz des einen und wahren Freundes, Jesus Christus, stellen dürfen. Über allem und in allem steht das Kreuz als Zeichen der Erlösung.

So können wir uns gemeinsam auf den Weg machen, durch unser Handeln „Tugendhaftigkeit zu erlangen“. Darum sind wir wissenschaftlich tätig, offen für Andere. Darum dürfen wir Freunde sein, und um mit dem Bochumer AHZ-Vorsitzenden Dr. Benno Eichholz zu sprechen das Unmögliche für möglich halten. Mit der Devise unserer vergangenen Seniorate muß es für uns im Revier weiterheißen: „Wir an der Ruhr gemeinsam nach vorn!“




Veröffentlicht am: 11:45:03 01.05.1991
Info
Tipp: Falls Sie sich beim „gefällt mir"-Button verklickt haben, gehen sie über dem nun grauen „gefällt mir"-Button zum „Daumen Hoch"-Zeichen, dort erscheint nun ein „x" und mit einem kleinen Klick mit der linken Maustaste ist wieder alles wie zuvor. Uns würde es trotzdem sehr gefallen, wenn sie diesem Tipp nicht folgen.
Zurück zu: | allen Kategorien | WS 08/09 | SS 08 | Presse