UNITAS auf dem Weg zum Heiligen Jahr 2000 -
Geistlicher Beirat appelliert zu mehr Leidenschaft


„Glauben entdecken und vertiefen“

Bochum/Neuss. Mehr Leidenschaft auf der Suche nach Gott in der Welt von heute fordert Franziskanerpater Hans-Georg Löffler, Geistlicher Beirat des Verbandes der wissenschaftlichen katholischen Studentenvereine UNITAS. „Es ist die konkrete Welt, in der es gilt, den Bezug zu Gott, zum Wesentlichen unseres christlichen Glaubens, lebendig zu halten, gleichsam durch die Fettschichten von Selbstgenügsamkeit und Äußerlichkeiten, die sich im Laufe von Jahrhunderten aufgestaut haben, durchzustoßen zum Kern, zu Gott.“ Im folgenden der Auszug aus der neuesten Ausgabe der Verbandszeitschrift „unitas“:

„Glauben entdecken und vertiefen - einfach leben in einer komplizierten Welt - in der Nachfolge des Heiligen Franz von Assisi“ - unter diesem Motto standen am 18.Januar das 86.Stiftungsfest und das Vereinsfest zu Ehren des Verbandspatrons Thomas von Aquin bei der UNITAS Ruhrania Bochum-Essen-Dortmund. Die rund 40 Teilnehmer freuten sich besonders über den Besuch des Geistlichen Beirats, Pater Hans-Georg Löffler OFM, der aus Attendorn zu den Revier-Unitariern gekommen war. Seine Predigt in der Bochumer Propsteikirche und sein Festvortrag nahmen das Thema auf. „Mit ihm stellt sich die UNITAS im Ruhrgebiet ganz bewußt in die Rahmenplanung des Verbandes bis zum Heiligen Jahr 2000“, betonte Senior Benedikt Kisters, der dem gelungenen Kommers in der Bochumer Vereinskonstanten „Wacholderhaus“ präsidierte.

Vorbild Franziskus

Den Glauben zu entdecken und zu vertiefen, bedeute Gott im Heute und Jetzt zu suchen, erklärte Pater Löffler: „Es ist die konkrete Welt, in der es gilt, den Bezug zu Gott, zum Wesentlichen unseres christlichen Glaubens, lebendig zu halten, gleichsam durch die Fettschichten von Selbstgenügsamkeit und Äußerlichkeiten, die sich im Laufe von Jahrhunderten aufgestaut haben, durchzustoßen zum Kern, zu Gott.“ Francesco Bernadone aus Assisi selbst sei ein Mensch gewesen, der die kreativen Kräfte des vom Schöpfergott geschenkten Eros mit aller Leidenschaft und allen Fasern seiner Existenz durchlebt und durchlitten habe. Er habe sich in der komplizierten Welt des 12. Jahrhunderts für ein Leben in Einfachheit und Konsequenz entschieden, sei damit für viele Menschen bis heute und über alle Konfessionsgrenzen hinweg zu einem Vorbild geworden.

Appell zur „Leidenschaft“

Auch heute „einfach“ zu leben, sei nicht leicht, meinte Pater Löffler. Entscheidend für ihn in der Nachfolge des Heiligen Franziskaner sei die Antwort nach dem Umgang mit den Mitmenschen, mit dem allen gemeinsamen Eigentum, die Frage nach der Gerechtigkeit. Das Vorbild des Franziskus nähre sich aus einer leidenschaftlichen Solidarität mit allen Entrechteten - aus der Liebe zum menschgewordenen Gott in der Krippe, am Kreuz und im Brot, der selbst die Beziehung mit den Menschen suche. In der Kirche heute werde „viel diskutiert, nicht selten lamentiert - nur Gott kommt nicht zu Sprache“, beklagte Bundesbruder Löffler ein Festbeißen an Strukturfragen. „Die Aufgabe, Menschen zu einer persönlichen Beziehung zu Gott, zu einem lebendigen Glauben und Vertrauen zu helfen, ist die größte Herausforderung der Kirche unserer Zeit“, so Pater Hans-Georg. Die Suche nach gemeinsamen Antworten auf Fragen des Glaubens, die Ermutigung zu persönlichen Formen des Gebetes, zur Stille und Meditation, dies alles seien Möglichkeiten einer leidenschaftlichen Gottsuche in der Gemeinschaft der Glaubenden. Die Herausforderung bestehe darin, mit Franziskus von einem von Pflichterfüllung geprägten Glaubensverständnis zu einer persönlichen Beziehung zu Gott umzukehren, damit zu seiner Kirche und einer Begeisterung für Menschen auf der Suche.

Die einzelnen UNITAS-Vereine ermutigte der Geistliche Beirat zu gemeinsamen Gebetszeiten auf den Häusern, zu Früh- und Spätschichten und Eucharistiefeier. Auch in den wissenschaftlichen Sitzungen müsse das Gespräch über den Glauben in Gesellschaft und Welt intensiver gesucht werden. Die vom Arbeitskreis Grundsatzprogramm (AGP) entworfene Handreichung zum Jubiläumsjahr 2000 sei ein guter Rahmen für den Einstieg in dieses Bemühen.

Ruhrania auf gutem Weg

Die „unverwüstliche“ Ruhrania scheint zwölf Semester nach ihrer Wiederbegründung weiter auf einem guten Weg. In von AH Fritz Müller aus Bochum und dem AHV gestifteten neuen Pekeschen begrüßten die Ruhranen Vertreter der UNITAS-Assindia aus Aachen, der UNITAS-Winfridia aus Münster und Zirkelangehörige aus den benachbarten Ruhrgebietsstädten. Aktivitas und Altherrenverein freuten sich über zwei Rezipierungen und über weiteren Nachwuchs im Altherrenverein. VOS Jörn Koors vom Vorort Franko-Saxonia Marburg bescheinigte den Aktiven der „UNITAS A 40“ gute Arbeit: Die 14 Aktive zählende Schar in der bevölkerungsreichsten Ecke der Republik zwischen Duisburg und Dortmund mache vor, „wie selbst unter erschwerten Bedingungen unitarische Gemeinschaft wachsen und gedeihen“ könne.

Der UNITAS-Standort Bochum soll ausgebaut werden: Gemeinsam mit dem Hausbauverein beschlossen die Ruhranen, bis zum Wintersemester eine Wohnung in Bochum als Treffpunkt für alle Unitarier und zur besseren Keilarbeit anzumieten. Unterstützung hierbei kann die Aktivitas auch über den Kreis der Ruhranen hinaus gut gebrauchen. Freundlichen Hinweisen auf geeignete Objekte, aber natürlich auch auf potentielle Neumitglieder im Revier, wollen die Ruhranen „mit gewohnter Effektivität nachgehen“, so der Ruhranen-Senior Benedikt Kisters. „Auch junge Alte Herren, die es durch den Beruf ins Ruhrgebiet verschlägt, sind bei der Ruhrania zu allen Veranstaltungen immer herzlich willkommen.“

Christof Beckmann




Veröffentlicht am: 11:10:18 18.01.1997
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