UNITAS auf dem Weg ins Jahr 2000 -
Weihbischof Marx fordert
Verbindung von Mystik und Politik

BONN. Eine neue Verbindung von Mystik und Politik fordert der Paderborner Weihbischof Bbr. Professor Dr. Reinhard Marx. In einem Wort an die Mitglieder des Verbandes wissenschaftlicher katholischer Studentenvereine UNITAS plädiert er für eine stärkere aus dem Glauben begründete Hinwendung zu gesellschaftlichem Engagement und eine aktive inhaltliche Erneuerung des Verbandes. Sie müsse sich einfügen in den von Papst Johannes Paul II. ausgerufenen Weg zum Jubiläumsjahr 2000.

Der Verband habe als Teil der Kirche die Aufgabe, „seine katholische Identität mit der notwendigen Klarheit zur Geltung zu bringen“, so Marx. In einem Beitrag für die aktuelle Ausgabe der Monatsschrift „unitas“ meinte er: „Nicht blinder Gehorsam ist das Ziel, sondern klare Loyalität und Bemühen um eine innere Vertiefung und Reflexion des Glaubens. Warum sollte der Gedanke einer `katholischen Elite´ überzogen sein?“. Im Jahr 1997, das unter dem Schwerpunktthema „Jesus Christus: Das menschliche Antlitz Gottes“ steht, ermunterte Weihbischof Marx dazu, „Jesus als Weg, Wahrheit und Leben neu zu entdecken“. Nur im Blick auf ihn werde man auch in der Kirche wieder gemeinsame Konturen finden.

Dazu sei erforderlich, mit den Augen des Glaubens die Evangelium neu zu lesen, das Gebet und die eucharistische Frömmigkeit zu erneuern, erklärte Marx, selbst Mitglied des ältesten katholischen Studenten- und Akademikerverbandes in Deutschland. Wahre christliche Frömmigkeit, erweise sich dann als echt, wenn sie sich den „Wunden der Welt“ zuwende. „Christliche Spiritualität ist nicht abgehoben von der Welt, sondern führt uns konkret in die Liebe zum Nächsten hinein. Auch in Form der gesellschaftlichen Diakonie und des politischen Engagements.“ Für die UNITAS sei dies in ihrer langen Geschichte immer wichtig gewesen. Gesehen werden müsse die Verbindung von „Mystik“ und Politik“, wie sie Johann Baptist Metz immer wieder betone: „Ich halte es für eine entscheidende Perspektive für die Kirche der Zukunft.“ In dieser Linie sehe er das gemeinsam erarbeitete Wort der Kirchen. Es sei, so Marx, „ein großartiges Dokument der gemeinsamen Soziallehre der Kirchen geworden“ und könne auch bei jungen Mitgliedern wieder die „Lust auf gesellschaftliches und politisches Engagement wecken“.

Der UNITAS-Verband wird auf seiner 120.Generalversammlung vom 29.Mai-1.Juni in Bonn einen thematischen Arbeitsplan bis zum Jahr 2000 beschließen. Im Mittelpunkt stehen die Vertiefung des Glaubens, tätiger Einsatz für eine gerechte und solidarische Welt, die Bewahrung der Schöpfung und der konstruktive Dialog zwischen Kulturen und Religionen. Das eng an das Apostolische Schreiben Tertio Millennium Adveniente und den Aktionsplan der Deutschen Bischofskonferenz angelehnte Papier trägt den Titel „UNITAS 2000 - Verantwortung aus dem Glauben, Positionen für die Zukunft“.

Das erste Arbeitsjahr 1997 steht unter dem Leitwort „Jesus: Mensch und Gott - Berufen für die Welt“. Das Jahr 1998 ist überschrieben „Löscht den Geist nicht aus - Berufen zur Hoffnung“. Die Welt im Wandel und das Thema Ökumene sollen im Mittelpunkt stehen. „Gott für uns - Die Zukunft gestalten“ ist das Leitwort für 1999, in dem es um den Dialog zwischen Kulturen und Religionen und die Bewahrung der Schöpfung gehen soll. Für das Heilige Jahr selbst selbst hat der UNITAS-Verband die Devise „Gesandt für die Menschen - Zeugen des Glaubens“ gewählt. Schwerpunkt sollen die Themen Friede, Gerechtigkeit und Solidariät sein. 

Aus: unitas 4/1996




Veröffentlicht am: 10:59:03 12.12.1996
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