Aktuelles > Neuigkeiten > Blau & Gold: Die Fahne Europas wird 60



Blau & Gold: Die Fahne Europas wird 60

 

STRASSBURG, am 8. Dezember 1955 - vor 60 Jahren: Europa erhält ein Symbol. Das Ministerkomitee des Europarates folgt einer Empfehlung der Beratenden Versammlung des Europarates und nimmt eine Flagge mit zwölf fünfeckigen goldenen Sternen auf blauem Grund mit ihrer heraldischen Beschreibung an. Am 13. Dezember 1955 lässt der irische Außenminister Liam Cosgrave, damals Präsident des Ministerkomitees, morgens um zehn Uhr vor dem Château de la Muette in Passy offiziell zum ersten Mal die Europafahne hissen.

 

Die amtliche Erläuterung des Ministerkomitees vom 9. Dezember 1955: „Gegen den blauen Himmel der westlichen Welt stellen die Sterne die Völker Europas in einem Kreis, dem Zeichen der Einheit, dar. Die Zahl der Sterne ist unveränderlich auf zwölf festgesetzt, diese Zahl versinnbildlicht die Vollkommenheit und die Vollständigkeit … Wie die zwölf Zeichen des Tierkreises das gesamte Universum verkörpern, so stellen die zwölf goldenen Sterne alle Völker Europas dar, auch diejenigen, welche an dem Aufbau Europas in Einheit und Frieden noch nicht teilnehmen können.“

 

Erst 24 Jahre später folgt der Antrag, die Europarat-Flagge auch als Zeichen für die Europäische Gemeinschaft anzunehmen. Das Europäische Parlament fasst am 11. April 1983 mit überwältigender Mehrheit eine entsprechende Resolution. Am 29. Mai 1986 wird die neue Flagge nach Zustimmung des Europarates und der Organe der Europäischen Gemeinschaft vor dem Gebäude der Europäischen Kommission erstmals feierlich zu den Klängen der im Jahr zuvor zur offiziellen Hymne erklärten Europahymne aufgezogen. Seitdem steht sie sowohl für den Europarat als auch für die Europäische Union – als Symbol des vereinten Europas und der europäischen Identität schlechthin.

 

Eklat im Parlament

 

Seltsame Szenen nur knapp 30 Jahre später: Als Anfang Juli 2014 die parlamentarische Arbeit des im Mai des Jahres neu gewählten Parlaments beginnt, sorgen europafeindliche und rechtspopulistische Abgeordnete bei der konstituierenden Sitzung für Wirbel. Während die Straßburger Symphoniker Beethovens im Sommer 1785 entstandene „Ode an die Freude" anstimmen, zeigen rund 30 Abgeordnete dem Parlamentspräsidium demonstrativ den Rücken – ein Eklat. Weitere, unter ihnen Mitglieder der rechtsextremen französischen Front National (FN), bleiben schlicht sitzen. Die Begründung: Die Hymne und die Europafahne seien Symbole für die „Unterwerfung" unter eine politische Union, die man ablehne, so ein britischer Europagegner. Rund 170 der 751 Abgeordneten sehen das kaum anders – auch wenn es den Vertretern von europafeindlichen, populistischen und rechtsextremen Parteien bislang nicht gelingt, eine gemeinsame Fraktion zu bilden.

 

Blutmühle Europa

 

Mag sein, dass das Schimpfen auf „die in Brüssel“ schon lange zum allgemeinen Umgangston auf dem Kontinent gehört – und natürlich ist auch das ein Ausdruck eines demokratischen Gemeinwesens. Doch über alle möglichen kritischen Anfragen an Entscheidungen, Kompetenzen und Konsequenzen hinaus: Die auch in weiten Teilen der Bevölkerung spürbare demonstrative Rückkehr zu nationalistischem Grundrauschen zerstört mehr als nur eine Vision. Sie ist die klare Kampfansage an Jahrzehnte des Friedens, des Zusammenwachsens von einst erbitterten Gegnern und blutigen Feinden. Und alles andere als eine Perspektive oder Alternative – gerade in diesen Zeiten.

 

Dass sich die Wirklichkeit von heute jemals so entwickeln würde, war für die noch von den Kriegen des 19. Jahrhunderts traumatisierten Menschen des frühen 20. Jahrhunderts zwischen Nordkap und Sizilien kaum abzusehen - ganze Generationen verreckten auf den von Hekatomben von Bomben zerpflügten Schlachtfeldern des I. Weltkriegs. Doch schon bevor der Faschismus und der Nationalsozialismus Europa vergewaltigten und zu einer katastrophale Blutmühle machten, gab es Widerstand: Ein klares Nein zum fortschreitenden Kriegswahnsinn zwischen den Völkern Europas und zu einer sich fortwährend drehenden Spirale der Gewalt.

 

Symbol eines gewaltigen Friedenswerks

 

Schon damals wurden die frühen Visionäre einer europäischen Einigungsbewegung als „Träumer“ desavouriert und als gefährliche „Spinner“ gebrandmarkt. Umso bemerkenswerter bleibt ihr Versuch, das Unmögliche möglich zu machen. Man hat das Ergebnis ihrer Arbeit spät und durchaus mit großer Geste geehrt: Am 10. Dezember 2014 wurde die Europäische Union für sechs Jahrzehnte erfolgreicher Aussöhnungspolitik mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Ein Preis für 500 Millionen Europäer. Und fast schon vergessen. Wie so manches, das für diese Entwicklung Europas entscheidend war. Denn oft genug wird ebenfalls mit einigem Fleiß verdrängt, dass es sich vor allem christlichen Politikern und Visionären verdankt. Dies spiegelt sich auch im Symbol des gewaltigen Friedenswerks: Europas Banner, das Zeichen des „in unitate“ geeinigten Kontinents, hat eine bewegte Geschichte.

 

Unitarische Farbenlehre

 

Die Farbenlehre spielt nicht nur in der Politik eine wichtige Rolle. So sind die Farben Blau, Weiß und Gold die Farben des Unitas-Verbandes, die nur wenige Monate vor der 3. Generalversammlung 1863 durch den Bonner Unitas-Verein angenommen worden waren. Nach der Farbenallegorie wird dem „Blau“ als Farbe des Firmaments der Symbolwert der Treue, Freundschaft, Gnade, des Glaubens und der Reinheit (Maria) zugesprochen. Weiß steht für absolute Reinheit und Wahrheit, für Friede, Frömmigkeit, Vollkommenheit, Unschuld, Jungfräulichkeit und Keuschheit, für die Klugheit, für die Wissenschaft, das Gute und das Neue. Die den kirchlichen Hochfesten vorbehaltene Farbe symbolisiert die Unsterblichkeit und die Auferstehung. Das Gold (Gelb) gilt als vortrefflichste aller Farben als Ausdruck der göttlichen Herrlichkeit: Sie symbolisierte die Sonne, steht für Hoheit, Ansehen, Tugend und für die Ewigkeit und gibt in der mittelalterlichen Malerei den Hintergrund für Szenen aus der Hl. Schrift. Der Überlieferung nach stehen damit die Unitas-Farben in diesem biblisch-christlichen Zusammenhang: Seit Jahrhunderten sind sie immer wieder der Gottesmutter und Verbandspatronin Maria zugeordnet, zudem führt der Vatikan die Farben Weiß und Gold.

 

So mangelt es auch der Europa-Fahne nicht an christlichen Bezügen: Bereits 1923 hatte der Gründer und Generalsekretär der Paneuropabewegung, Richard Graf Coudenhove-Kalergi (* 1894 Tokio, † 1972 Vorarlberg), ein Symbol für ein politisch geeintes Europa entworfen. Die Paneuropaflagge war quadratisch und trug ein rotes Kreuz inmitten einer goldenen Scheibe, umgeben von einem Kranz aus zwölf goldenen fünfzackigen Sternen, auf einem dunkelblauen Grundtuch. Nach 1945 brachte er seinen Vorschlag erneut in die Debatte ein, während daneben zum Beispiel die europäischen Föderalisten das „Hertensteiner Kreuz“ propagierten. 

 

„Churchills Unterhose“

 

Auf dem Europa-Kongress in Den Haag im Sommer 1948, bei dem verschiedene proeuropäische Bewegungen zusammentrafen, setzte sich als Fahnensymbol ein flächengreifendes rotes „E“ auf weißem Grund durch. Da dieses bei Windstille leicht mit einer roten Fahne zu verwechseln war – was freilich dem strikten Antikommunismus der Einigungsbewegungen widersprach –, wurde das Rot im darauf folgenden Frühjahr durch Grün als Farbe der Hoffnung ersetzt. Der Vorschlag kam von Duncan Sandys - nicht nur der Präsident des Internationalen Komitees der Europäischen Bewegung, sondern auch Winston Churchills Schwiegersohn. Unter diesem Symbol - im Volksmund bald „Churchills Unterhosen“ genannt – trat im Sommer 1949 die Beratende Versammlung des Europarats zusammen.

 

Daneben gab es eine ganze Reihe weiterer Embleme und Fahnen: Seit 1951 standen sechs in zwei Reihen angeordnete Sterne auf blauem und schwarzem Grund für die Montanunion, seit 1973 repräsentierten die goldenen Buchstaben „EP“ und „PE“ im Lorbeerkranz auf blauem Grund das Europäische Parlament, die Europäische Kommission führte lange Zeit eine stilisierte Karte der sechs Mitgliedstaaten und ab 1978 inoffiziell ein goldenes „E“ auf blauem Grund. Neben diesen wenigen Beispielen gab es noch eine ganze Reihe weiterer Zeichen – und schließlich war die Unübersichtlichkeit der symbolischen Repräsentation Europas perfekt.

 

Ende der Verwirrung

 

Erst nach der enttäuschend niedrigen Wahlbeteiligung bei der Europawahl 1984 setzte wieder eine aktive Symbolpolitik ein. 1985 wurde die vom Europarat verwendete Flagge von allen Staats- und Regierungschefs als offizielles Emblem der Europäischen Gemeinschaften angenommen: Der Kranz von zwölf goldenen fünfstrahligen Sternen auf kobaltblauem Hintergrund, deren Spitzen sich nicht berühren, wurde zum Emblem der Union der Völker Europas. Da die Zahl Zwölf als Symbol für Vollkommenheit und Einheit gilt und nicht für die Anzahl der Mitgliedsstaaten steht, bleibt sie unveränderlich.

 

Dass die christliche Prägung dieses Symbols allerdings kaum zu übersehen ist, unterstreichen viele Details - sowohl in den Legenden über ihre Entstehung, wie sie einschlägige Lexika kolportieren, als auch die Zeitquellen und die Ikonografie des Banners selbst.

 

Danach werden gleich mehrere Namen als Urheber der Idee genannt: Neben Arsène Heitz, Mitarbeiter des Postdienstes des Europarates, der eine Reihe von Entwürfen vorgelegt hatte, erhob das Europa-Unions-Mitglied Hanno F. Konopath Anspruch, Urheber der Flagge zu sein. Eine Vielzahl von Vorschlägen hatte zudem der Belgier Paul M.G. Levy gesichtet, von 1949 bis 1966 Direktor der Abteilung Presse und Information beim Europarat. Er gab 1989 den Streit zu Protokoll, der um die ersten Vorschläge mit einem Kreuzmotiv entstanden war. Man habe die Nichtchristen nicht schockieren wollen – vor allem habe es von türkischer Seite ganz entschiedene Opposition gegen die Verwendung jeglichen Kreuzes gegeben.

 

Flagge im Sternen-Streit

 

Über den Vorschlag eines Kranzes aus unterschiedlich vielen Sternen war ebenfalls gestritten worden. Ein durch den damaligen Generalsekretär des Europarates Léon Marchal gemachter Vorschlag sah schließlich die Zwölferzahl vor. Dem Präsidenten des Ministerkomitees erläuterte Lévi die Symbolik seines Entwurfs mit dem Bezug auf die zwölf Sternkreiszeichen, die das gesamte Universum repräsentierten, auf die Völker Europas, auf die Zahl Zwölf als Zahl der Vollendung und der Fülle, auf das Zwölf-Tafel-Gesetz in Rom, auf die zwölf Monate des Jahres, die zwölf Söhne Jakobs, die zwölf Arbeiten des Herakles und auf die zwölf Stunden des Tages. Schon Léon Marchal habe Lévi gegenüber angemerkt, dass die Europaflagge wie durch Zufall den in der Apokalypse genannten Sternenkranz trage.

 

Sternendiadem der Madonna

 

Dass dies in der Begründung für die Wahl des Sternenkranzmotivs nicht erwähnt worden sei, bezeichnete Graf Richard von Coudehove-Kalergi als „katholische List“, durch die das zwölfsternige Diadem der Madonna zur Flagge des Europarates erhoben wurde. Europa sei somit durch den Generalsekretär des Europarates Graf Benvenuti, einen venezianischen Christdemokraten, mit dem Chef der Informationsabteilung und dem von der Versammlung gewählten Referenten für die Flaggenfrage – allesamt frommen Katholiken - stillschweigend unter den Schutz der Muttergottes gestellt worden. Denn auf sie bezieht sich der Anfang des 12. Kapitels der Offenbarung: „Dann erschien ein großes Zeichen am Himmel. Eine Frau mit der Sonne bekleidet. Der Mond war unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt ein Kranz von zwölf Sternen.” (Offenbarung 12,1)

 

In einem Artikel in der „Weltwoche“ vom 17. Januar 1969 erklärte Coudenhove-Kalergi: „... Natürlich durfte niemand wissen, dass die künftige Fahne Europas religiösen Charakter tragen sollte. Sie handelten heimlich und glaubten, damit Europa zu dienen und zugleich ihrer Religion ... Alle anwesenden Protestanten, Juden, Mohammedaner, Atheisten, Sozialisten und Liberalen hatten ahnungslos für das Mariensymbol gestimmt. Sogar der Vertreter der türkischen Regierung, der sich so energisch gegen das Symbol des Kreuzes gewandt hatte.“

 

Nur in diesem Zusammenhang ist auch die Anekdote zu erklären, nach der Paul M.G.Lévi, ein nach dem Krieg vom Judentum konvertierter Katholik, 1955 an einer Statue der Muttergottes mit dem Sternenkranz vorbeikam und durch die goldenen Sterne der Skulptur vor blauen Himmel inspiriert worden sei. Immerhin: Der Beschluss fiel, um einen Tag vorgezogen, zudem an einem 8. Dezember, an dem das kirchliche Hochfest der Unbefleckten Empfängnis Mariens gefeiert wird. Und im Straßburger Münster, in der Kathedrale der Stadt in der dies geschah, stifteten die Abgeordneten der Parlamentarischen Versammlung des Europarates (PVE) 1956 ein Chorfenster. Die „Straßburger Madonna“ von Max Ingrand zeigt den Sternenkranz in derselben Anordnung wie auf der Europaflagge über dem Haupt der Maestà schwebend.

 

Das Himmlische Jerusalem ...

 

Die Zwölf ist in christlicher Deutung das Produkt aus „Drei mal Vier“, wobei die Drei für die Dreifaltigkeit von Vater, Sohn und Geist und die Vier für die vier Elemente oder Himmelsrichtungen stehen. Die „Zwölf“ gilt demnach für die Vereinigung des Göttlichen mit dem Weltlichen. Jesus erwählte aus dem Kreis seiner Gefolgsleute zwölf Männer, die in den Evangelien als die zwölf Apostel beschrieben werden, in Anlehnung an die zwölf Stämme Israels im Alten Testament. Und in der erwähnten Offenbarung des Johannes heißt es über das himmlische Jerusalem, das als Heimstatt für das vollendete Gottesvolk beschrieben wird: „Die Stadt hat eine große und hohe Mauer mit zwölf Toren und zwölf Engeln darauf. Auf die Tore sind Namen geschrieben, die Namen der zwölf Söhne der Stämme Israels ... Die Mauer der Stadt hat zwölf Grundsteine; auf ihnen stehen die zwölf Namen der zwölf Apostel des Lammes.“ Auch hier findet sich wieder die Verbindung der zwölf Stämme Israels vom Alten Testament mit den zwölf Aposteln des Neuen Testaments.

 

Gefledderte Friedensidee

 

Auch wenn die christliche Zahlensymbolik und Ikonografie – zumal im Zusammenhang mit Europa - manchem sicher nicht nur Kopfzerbrechen macht: Der Anspruch der Zwölf, ein Zeichen der Vollkommenheit zu sein, ist und bleibt es in diesem Kontext erst recht. Und ob das „christliche Abendland“ in dieser Zeit überhaupt noch ein gemeinsames Symbol beanspruchen kann, scheint sogar fraglich. Zumal wenn ein nicht unerheblicher Teil des in freier Wahl bestimmten Europa-Parlaments mit neonationalistischen Retro-Geplärr derzeit mutwillig eine Friedensidee fleddert, die ohne Beispiel in der Geschichte ist. Ob kleine oder große Länder – sie alle haben in dieser Union ihre Rechte und ihre Pflichten. Von „Unterwerfung" kann keine Rede sein.

 

Den besten Ort der Welt ...

 

Hunderttausende, die in diesen Monaten bei uns eine Zuflucht und auch eine neue Heimat suchen, scheinen dagegen offensichtlich sehr viel mehr verstanden haben, was unser Glück auf diesem Kontinent ausmacht. Bei allen offensichtlichen Schwierigkeiten, die so beredt breitgetreten werden: Sie halten Europa für den besten Ort der Welt. In der Tat entscheidet sich diesen Jahren, wie unsere zukünftigen Generationen leben werden. Und was sie über die Generation von heute in die Geschichtsbücher schreiben werden, hängt davon ab, ob wir unsere Chance unter dem Zeichen der zwölf Sterne nutzen. Das ist keine Frage des Glaubens, sondern schon allein ein Gebot der Vernunft - gerade jetzt. Baut Europa – so vollkommen es nur geht. Den besten Ort der Welt.

 

______________

 

LINKS:

Informationen des Europarates zur Europaflagge inkl. umfangreicher Dokumente zur Entstehungsgeschichte und zu den Alternativentwürfen

Spezialdossiers: Die Flagge zahlreiche historische Dokumente zur Europaflagge

 

 




Veröffentlicht am: 17:02:16 04.12.2015
Info
Tipp: Falls Sie sich beim „gefällt mir"-Button verklickt haben, gehen sie über dem nun grauen „gefällt mir"-Button zum „Daumen Hoch"-Zeichen, dort erscheint nun ein „x" und mit einem kleinen Klick mit der linken Maustaste ist wieder alles wie zuvor. Uns würde es trotzdem sehr gefallen, wenn sie diesem Tipp nicht folgen.
Zurück zu: | allen Kategorien | WS 08/09 | SS 08 | Presse