Weihbischof Hubert Berenbrinker segnete am Freitag, 12. September 2014, auf dem Waldfriedhof in Bad Driburg einen Gedenkstein für den seligen Märtyrer Eduard Müller, der das Studienheim St. Clemens besucht hat. V.l.: Stellv. Bürgermeisterin von Bad Driburg Christa Heinemann, Weihbischof Hubert Berenbrinker, Domvikar Dr. Rainer Hohmann (Geschäftsführer Clemens-Hofbauer-Hilfswerk e. V.)

Ein Ort des Gedenkens an den seligen Eduard Müller

Gedenkstein für Eduard Müller auf dem Waldfriedhof in Bad Driburg

 

BAD DRIBURG / PADERBORN (uv/pdp). Einen Gedenkstein für den seligen Bbr. Eduard Müller (Unitas Ruhrania) haben heute das Erzbistum Paderborn und das Clemens-Hofbauer-Hilfswerk e.V. auf dem Waldfriedhof in Bad Driburg errichtet. Weihbischof Hubert Berenbrinker segnete den Stein an dem neuen würdigen Andachtsort neben der Marienkapelle des Studienheims St. Clemens. Der ehemalige Schüler des Klemensheimes war 2011 als einer der vier „Lübecker Märtyrer“ seliggesprochen worden.

 

Der Name Eduard Müller sei schon seit längerer Zeit in Bad Driburg ein Begriff - spätestens seit die Stadt den „Altklementiner Eduard Müller“, der von 1932 bis zu seinem Abitur 1935 das Klemensheim besuchte, durch die Errichtung des „Eduard-Müller-Weges“ 2009 besonders geehrt habe, sagte Weihbischof Berenbrinker bei der Segnung. Kaplan Eduard Müller sei bereit gewesen, für die Freiheit des Glaubens sein Leben zu riskieren. Als einer der „Lübecker Märtyrer“ habe er ein beeindruckendes Zeugnis des Widerstandes gegen Unrecht und Gewaltherrschaft der Nationalsozialisten hinterlassen. Dieses Zeugnis von Eduard Müller gründe in den Quellen christlicher Spiritualität: „Durch seine Seligsprechung im Jahr 2011 wurde sein Vorbildcharakter seitens der Kirche offiziell beglaubigt.“ Dies unterstrich Weihbischof Berenbrinker auch in seinem Gebet bei der Einweihung des Gedenksteines für den seligen Bbr. Eduard Müller:

 

„Allmächtiger und barmherziger Gott, Du berufst Menschen in die Nachfolge Christi, die sich mit ganzer Kraft für Wahrheit, Liebe und Gerechtigkeit einsetzen. Wir danken dir für deinen Diener Kaplan Eduard Müller, der unter der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten mutig seinen Glauben gelebt, seine Überzeugungen aufrichtig bewahrt und in unerschrockener Treue seine priesterlichen Aufgaben ausgeführt hat – zum Wohle der ihm anvertrauten Menschen. Schenke nach seinem Vorbild auch den Menschen unserer Zeit Standhaftigkeit im Glauben und Beständigkeit in der Liebe.“

 

Auch heute brauche es diesen Geist Jesu Christi, so Weihbischof Berenbrinker, selbst ehemals Schüler am Studienheim St. Clemens in Bad Driburg. „Es braucht den Geist Jesu Christi, der die Menschen zum Frieden befähigt und von der Gewalt abbringt, der sie antreibt, in sich zu gehen, sich nicht mittreiben zu lassen, sondern nachzudenken, der sie befähigt, aufeinander zuzugehen, wechselseitiges Verstehen zu riskieren und sich die Hand zu reichen.“ Eine „glückliche Zukunft“ könne nur gemeinsam und mit Beteiligung aller erreicht werden.

 

Die Errichtung eines angemessenen Gedenkorts auf dem hauseigenen Friedhof für Eduard Müller, der im Studienheim des Klemens-Hofbauer-Hilfswerks zum Abitur geführt worden war, sei dem Hilfswerk und dem Förderverein St. Klemens ein großes Anliegen gewesen, so der Weihbischof. „Was in unserem Ausbildungshaus St. Klemens an Gutem ausgesät wurde, ist aufgegangen und hat reiche Frucht gebracht: im Leben zahlreicher Schüler und Abiturienten von St. Klemens; exemplarisch besonders deutlich zu sehen im Leben des seligen Eduard Müller, welches so ganz anders verlief als ursprünglich geplant und gedacht.“

 

Der helle Gedenkstein zeigt den Guten Hirten und die Lebensdaten von Eduard Müller, der nach dem Urteil des nationalsozialistischen „Volksgerichtshofs“ am 10. November 1943 im Hamburger Gefängnis am Holstenglacis durch das Fallbeil ermordet worden war. In Stein geschlagen ist auch das Gebet, das Bbr. Müller unmittelbar nach Verkündigung seines Todesurteils am 23. Juni 1943 notierte: „Herr, hier sind meine Hände. Lege darauf, was du willst. Nimm hinweg, was du willst. Führe mich, wohin du willst. In allem geschehe dein Wille.“

Zu unserem DOSSIER - Seligsprechungen für Unitarier

 




Veröffentlicht am: 15:06:12 12.09.2014
Info
Tipp: Falls Sie sich beim „gefällt mir"-Button verklickt haben, gehen sie über dem nun grauen „gefällt mir"-Button zum „Daumen Hoch"-Zeichen, dort erscheint nun ein „x" und mit einem kleinen Klick mit der linken Maustaste ist wieder alles wie zuvor. Uns würde es trotzdem sehr gefallen, wenn sie diesem Tipp nicht folgen.
Zurück zu: | allen Kategorien | WS 08/09 | SS 08 | Presse