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NRW-Universitäten mit Rekordeinschreibungen

Jetzt 570.000 Studenten an den 69 NRW-Hochschulen immatrikuliert –

Top-Zuwächse an der Universität Duisburg-Essen

 

DÜSSELDORF. Rund 115.00 Erstsemester entern zum Wintersemester die Hochschulen in NRW – Rekord. Das geht aus den heute von Wissenschaftsministerin Svenja Schulze vorgestellten vorläufigen Zahlen hervor. Die Gesamtstudierendenzahl an 69 Hochschulen in NRW stieg zum Wintersemester 2011/2012 um 7,7 Prozent auf knapp 570.000.

 

Im Vergleich zum Stu­dienjahr 2010 entspricht das einer Steigerung von fast 18.000 zusätzli­chen Studierenden und einer Steigerung von über 18 Prozent. Damit lägen die vorgelegten Zahlen der Hochschulen deutlich über den Schätzungen der Kultusminister­konferenz (KMK) und der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK). Die GWK war von knapp 100.000 Studierenden im Studienjahr 2011 ausgegangen.

 

Run auf Fachhochschulen

 

Nach der Auswertung der vom Ministerium vorgelegten Zahlen geht ein Trend zu den Fachhochschulen: Im Vergleich zum WS 2010/11 verzeichneten die 16 öffentlich-rechtlichen 27,9 Prozent Zuwachs (+ 5.984 Neueinschreibungen), die 17 privaten 24,1 (+ 1.359). In absoluten Zahlen haben knapp 27.433 Studenten an den staatlichen Einrichtungen begonnen, 7.002 an den FHs mit Sitz in NRW. Deutlich attraktiv etwa scheint die Option für die kleine, neu gegründete FH Ruhr-West (HRW) mit Standorten in Mülheim und Bottrop: Hier stoßen zu den erst 320 Studenten insgesamt jetzt 503 neue. Die FH mit fachlichem Schwerpunkt auf den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) startet zum Wintersemester 2011/2012 mit den Bachelorstudiengängen Energieinformatik, Wirtschaftsingenieurwesen-Maschinenbau, Energie- und Wassermanagement.

 

Das Ranking bei den Zuwächsen an den Universitäten

 

Die 30 öffentlich-rechtlichen Hochschulen verzeichneten mit einer Steigerung um knapp 59.026 Neueinschreibungen (+ 14,5 Prozent) allerdings nach wie vor den Löwenanteil. Wie attraktiv die Studienstandorte sind, zeigt das folgende Ranking: So gingen etwa u.a. 6.600 der Erstsemester als Ersthörer an die TH Aachen (35.000 Studenten), 6.100 an die Uni Köln (45.000 Studenten), 5.630 nach Münster (38.000), 4.700 an die Uni Bonn (27.000), 3.750 nach Paderborn, 3.400 nach Düsseldorf, 3.000 nach Wuppertal. Als einzige verzeichnete die Fern-Uni Hagen Verluste: Hier schrieben sich 4.740 ein (- 20,3 Prozent).

 

Top-Zuwachs an der Uni Duisburg-Essen

 

Der Blick auf die Universitäten im Ruhrgebiet zeigt, dass sie im NRW-Vergleich gut mithalten: Mit den gleich gebliebenen Einschreibezahlen von 4.850 in Bochum kommt die Ruhr-Uni auf 32.300 Studenten, 4.400 haben sich an der Uni in Dortmund neu eingeschrieben (24.370 Studenten). Den deutlich größten Zuwachs verbuchte die Uni Duisburg-Essen: Sie gewann 6.000 Erstsemester (+ 22,7 Prozent), zählt jetzt 35.500 Studenten und hat damit die Ruhr-Universität Bochum noch deutlicher als in den letzten Semestern abgehängt. Im NRW-Vergleich liegt sie nicht nur bei den absoluten Zuwächsen hinter Aachen und Köln jetzt an dritter Stelle. Mittlerweile ist sie – die Fern-Uni Hagen mitgerechnet - die viertgrößte Universität im Land.

 

Noch mehr Studis 2013 ….

 

Mit Blick auf den doppelten Abiturjahrgang 2013 in Nordrhein-Westfalen seien noch mehr Studierende zu erwarten als bislang geplant, erklärte die Ministerin. Die Hochschulen seien aber gut auf den Andrang an den Universitäten vorbereitet: „Wir haben rechtzeitig gemeinsam mit den Hochschulen ein effektives Monitoring-Verfahren entwickelt, um die Umsetzung der Maßnahmen aus dem Hochschulpakt intensiv zu be­gleiten und den Ausbau der Kapazitäten in einzelnen Fachrichtungen sinnvoll zu steuern.“

 

Mehr Geld ist gefragt …

 

Angesichts der vorgelegten Zahlen forderte die Wissenschaftsministerin eine Ausweitung des Hochschulpakts: „Die Deckelung des Hochschulpakts II muss aufgehoben werden. Die Hochschulen müssen die Sicherheit haben, dass sie für die Studienanfängerinnen und Stu­dienanfänger, die sie aufnehmen, auch das nötige Geld bekommen. Bund und Länder müssen zusammen dafür sorgen, dass mehr Studien­plätze garantiert werden und die Finanzierung ausgeweitet wird.“ Zudem forderte sie eine Ausweitung des Hochschulpakts auf den Master-Be­reich, da die Master-Kapazitäten den Anforderungen bislang bei weitem nicht genügen würden. „Ich appelliere deshalb an alle politischen Par­teien in NRW, uns und die Hochschulen dieses Landes, hierbei gegen­über der Bundesregierung zu unterstützen“, so die Ministerin.

 

Fazit: Der Appell an die Bundesregierung weist schon darauf hin, dass an vielen Stellen eine ziemlich „heiße Nadel“ am Werk ist. Genügend Studenten und Professoren wissen aus leidvoller Erfahrung, dass die Situation an einzelnen Studienstandorten nicht den Anforderungen genügt. Denn dass in dem Bundesland, dass knapp ein Viertel aller Studenten in Deutschland ausbildet, etwa für den Vorlesungs- und Lehrbetrieb Container aufgestellt, Kinos oder Kneipen angemietet werden, kann nicht zum Dauerzustand werden. 




Veröffentlicht am: 15:09:59 13.10.2011
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