Sozial aktiv


Unitas-Verbandsprojekt 2017 - 2020


Viele, die aus den Ländern des Nahen und Mittleren Ostens bei uns Zuflucht gesucht haben, stehen buchstäblich vor den Trümmern ihrer Lebensplanung. Das betrifft auch angehende oder fortgeschrittene Studentinnen und Studenten, die bei uns mit unterschiedlichen Aufenthaltstiteln ihr Studium beginnen, fortsetzen und beenden wollen. Um mit ihnen praktische Solidarität zu üben, hat der Verband der wissenschaftlichen katholischen Studentenvereine Unitas e.V. bei der 140. Generalversammlung in Bonn ein neues Soziales Verbandsprojekt beschlossen, das vor allem christliche Studierende aus Ländern des Nahen Ostens begleitet, um ihnen eine Perspektive für Ausbildung und Beruf in ihrer Heimat oder in Deutschland zu geben.


Vor dem Weihnachtsfest Ende des Jahres 2016 riefen der VOP Niklas Bensiek vom Vorort W.K.St.V. Unitas Sugambria Osnabrück und der Verbandsvorstand über die Verbandszeitschrift und ein Anschreiben alle Mitglieder zur Spende auf:


„Hier sind Mutmacher gefragt, die auf diesem Weg begleiten. Die insbesondere christlichen Studen-ten aus den Ländern des Nahen Ostens eine Heimat geben, wie es in unseren Aktivitates seit jeher für alle gilt, die zu uns kommen. Und die bei uns spüren sollen, dass die unitarischen Prinzipien, auf die unsere Lebensgemeinschaft aufgebaut ist, lebendig sind und sehr konkret werden.“


Das Weihnachtsmailing brachte einen erfreulichen finanziellen Grundstock für einen Fonds zusammen, aus dem in direkten Notlagen geholfen werden kann (Mietbeihilfen, Studienmaterial, Gebühren etc.), um die persönliche Lebenssituation zu verbessern und das erfolgreiche Studium nachhaltig zu fördern.


Die Initiative dazu kam von der Unitas Ruhrania in Essen. Sie hatte seit dem Frühjahr 2015 die ersten über den Libanon aus Syrien kommenden Studenten im „Feldschlößchen“, dem Unitas-Zentrum Ruhr, aufgenommen oder die Weiterreise in andere Städte ermöglicht. Bald aber überstieg die Nachfrage aus Damaskus alle Kapazitäten. Spontane Hilfe kam von den im Essener Stadtteil Borbeck ansässigen Salesianern Don Boscos, die ihr ehemaliges Haus der Patres räumten und acht Studenten Unterkunft ermöglichten. Auch bei der Unitas Ostfalia in Erfurt konnte eine Aktion des Vereins erfolgreich zur Erwirkung eines Aufenthaltstitels beitragen. Fünf syrische Studenten schlossen sich inzwischen den Unitas-Vereinen in Essen und Erfurt als Bundesbrüder an.


Beschluss der 140. Generalversammlung


Im Mai 2017 legte der Verbandsvorstand der 140. Generalversammlung in Bonn den Antrag vor, die bereits angelaufene Hilfe für Studenten aus dem Nahen Osten als neues Soziales Verbandsprojekt offiziell zu beschließen. Nach dem einstimmig gefassten Beschluss wird das aktuelle Projekt zunächst auf maximal drei Jahre Laufzeit terminiert und in Kooperation mit der Deutschen Provinz der Salesianer Don Boscos durchgeführt.


Der dazu vom Unitas-Verband eingerichtete Spendenfonds soll mit dem Verwendungszweck übereinstimmende Einzelprojekte und Einzelfallhilfen in direkten Notlagen finanzieren. Die Genehmigung zur Vergabe erfolgt im Einvernehmen von Beauftragten des Ordens und des Unitas-Verbandes. Über die Verwendung der Mittel wird dem Vorstand und der Generalversammlung Rechenschaft abgelegt. Berichterstatter ist der Schriftleiter der Verbandszeitschrift, Dr. Christof Beckmann.


Zudem hat sich inzwischen ein Kreis von Bundesbrüdern aus mehreren Unitas-Vereinen gebildet, die sich aktiv für das Projekt einsetzen wollen (Unitas Ruhrania, Unitas Rheinfranken Düsseldorf, Unitas-Salia Bonn, Unitas Freiburg, Unitas Winfridia Münster, Unitas Frankonia Eichstätt und Unitas Ostfalia Erfurt).


Aufbau eines Netzwerks


Neben der finanziellen Hilfe steht nicht zuletzt ein weiterer Aspekt im Vordergrund: Denn viele Bundesbrüder und Bundesschwestern, die sich bereits privat oder über ihre Unitas-Vereine in diesem Feld engagieren, wissen, dass Unterstützung in vielfältiger Form geschehen kann. Für alle, die aus unfriedlichen Regionen der Welt zu uns kommen, ist das Leben hier in mancher Hinsicht ziemlich kompliziert. Sie beginnen in vieler Hinsicht vollständig von vorne, müssen sich orientieren, mit der neuen Sprache, Behörden und Institutionen zurechtkommen und lernen, wie sie sich im neuen Umfeld bewegen und integrieren. Dazu bietet die Unitas bietet als Lebensbund und Weggemeinschaft durch persönliche Zuwendung viele Möglichkeiten, mit denen die persönliche Lebenssituation verbessert und das erfolgreiche Studium gefördert werden kann.


Nach dem Beschluss der 140. GV ist damit nun der ganze Unitas-Verband zum Aufbau eines helfenden und wachsenden Netzwerks aufgefordert:


Alle Ebenen des Unitas-Verbandes, alle Aktivenvereine, Unitas-Zirkel und örtlichen Hausbauvereine, alle Bundesschwestern und Bundesbrüder sind aufgerufen, „sich nach ihren Möglichkeiten in der Begleitung und Hilfe durch Vermittlung von Wohnraum, Kontakten, Praktika, Berufs- und Rechtshilfe, nachhaltige Studienbegleitung etc. tätig zu engagieren.“


Damit geht es nicht zuletzt auch um die ganz praktische Hilfe beim Einstieg in das Berufs- und Arbeitsleben, für die Hinweise auf Jobs, Unterkunft und Adressen hilfreich sind.


Kooperationspartner: Die Salesianer Don Boscos


Die an vielen Orten in Deutschland besonders in der Jugendpastoral tätigen Salesianer Don Boscos koordiniert die Unterstützung ihrer weltweiten Engagements über die Bonner Don Bosco-Mission / Don Bosco Mondo. Mit ihr und dem Bischöflichen Hilfswerk Adveniat war im Rahmen eines früheren Sozialen Projekts des Unitas-Verbandes bereits der Bau eines Jugendzentrums in Caracas/Venezuela ermöglicht worden.


Als offizieller Projektpartner für das neue Soziale Unitas-Verbandsprojekt ist die Deutsche Ordensprovinz der Salesianer Don Boscos in mehreren Niederlassungen bundesweit für Studenten aus Syrien und anderen Ländern des Nahen Ostens engagiert. Sie verfügen über direkte Kontakte in die Region über ihre dortige Ordensprovinz „Medio Oriente“ und bieten durch ihre Ordensstrukturen gute Möglichkeiten, das Verbandsprojekt technisch zu betreuen und ordnungsgemäß zu verwalten. Ansprechpartner für das Projekt ist Pater Otto Nosbisch SDB, Direktor des St. Johannesstifts und Mitglied des Deutschen Provinzrates.


Das Essener Studentenhaus


Die Essener Niederlassung, die das Projekt „Studentenwohnhaus“ in ihre vielfältigen Aktivitäten am Ort aufgenommen hat, ist rund um das Don Bosco-Gymnasium mit zahlreichen Projekten präsent und durch Elternschaft, Schulgemeinde und fördernde Einrichtungen bestens vernetzt. Für die bereits dort wohnenden Studenten sorgte der örtliche Salesianische Freundeskreis für gemeinsame Aktivitäten und Exkursionen, Kolping unterstützte das Wohnprojekt der Salesianer mit Spenden.


Im alten Wohnhaus der Patres an der Theodor-Hartz-Straße in Essen-Borbeck („Haus 7“) wohnen derzeit acht Studenten in vier Doppelappartements. Im November 2015 wurde eine gemeinsame Küche und im Mai 2016 ein neues Wohnzimmer eingebaut. Drei ehemalige Büros der Haus- und Schulverwaltung sind geräumt und werden ebenfalls als Studentenräume hergerichtet. Dazu haben die Baumaßnahmen begonnen. Zur Verbesserung der Wohnqualität sollen die Studenten bald in Einzelzimmern leben können. Insgesamt werden durch einen besseren Zuschnitt der Wohnungen im laufenden Betrieb 10 Einzelzimmer hergestellt. Dazu entsteht im Erdgeschoss ein größeres Appartement mit eigenem WC/ Dusche.


Die Essener Salesianer bieten den bislang dort wohnenden Studenten nicht nur eine neue Heimat und spirituelle Betreuung: Sie begannen als Gastgeber eines großen deutschlandweiten Treffens von ehemaligen syrischen Salesianerschülern und Mitarbeitern des Ordens am 5. Februar 2017 mit dem Aufbau eines größeren Netzwerks. Es führt mit regelmäßigen Treffen im St. Johannesstift alle 6-8 Wochen viele Jugendliche und junge Familien zusammen, die gemeinsame Messen vorbereiten und feiern, Katechesen halten und gesellige Aktivitäten teilen.


Kontakt aufnehmen!


Die Bemühungen für das Projekt richten sich damit derzeit auf die Verbesserung und Vergrößerung der Wohnmöglichkeiten im Essener Johannesstift. Die über den Essener „Knotenpunkt“ wachsenden Kontakte in diesem entstehenden Netzwerk sollen dazu beitragen, dass nötige Einzelfallhilfen schneller benannt und gewährt werden können. Die Unitas-Vereine sind gebeten, entsprechende Anfragen an den Kontaktkreis zu richten. Der Orden wird dazu seine Möglichkeiten ebenfalls einsetzen.

 

Kontakt: 

Dr. Christof Beckmann, AHV-X Unitas Ruhrania

Hülsmannstr. 74, 45355 Essen-Borbeck

Tel. 0201 / 66 47 57

E-Mail: unitas@unitas.org oder international@unitas.org

Pater Otto Nosbisch SDB, Direktor des St. Johannesstifts

Theodor-Hartz-Str. 15, 45355 Essen

Tel. 0201 / 68 50 30, Fax 0201 / 68 50 324

E-Mail: nosbisch@donbosco.de


Für Spenden: 

Verband der wissenschaftlichen katholischen Studentenvereine Unitas e.V.,

Soziales Projekt,

IBAN: DE15 3706 0193 0028 7960 48

PAX Bank Köln, BIC: GENODED1PAX


DOWNLOAD: Soziales_Projekt_2017.pdf