Das Reiterstandbild auf dem Wenzelsplatz in Prag, Ort der großen Demonstrationen 1989
 

PRAG. Eine „Stärkung des Glaubens“, so Bbr. Miloslav Kardinal Vlk, erwartet die Kirche in Tschechien vom bevorstehenden Papstbesuch. Vom 26.-28. September wird Benedikt XVI. in das Herz Europas reisen. Während seinem Aufenthalt in der Tschechischen Republik wird er Halt in Prag, in der Stadt Brünn und Stará Boleslav machen, wo er am Fest des Nationalpatrons, des Hl. Wenzeslaus (Wenzel), teilnehmen wird

 

Kirche: Für 40 Jahre im Untergrund

 

„Während der 40 Jahre des Kommunismus wurde die Aktivität der Kirche kontrolliert und nur die Priester konnten etwas für die Kirche tun“, erklärt Bundesbruder Vlk jetzt in einem aktuellen Video auf H2O-News. Er selbst lebte viele Jahre im Untergrund und fristete sein Leben als Fensterputzer. „Laien konnten nicht mitarbeiten, weder apostolische noch pastorale Arbeit übernehmen, denn dies war verboten und wurde bestraft. Erst nach dem Fall des Kommunismus wurde für die Arbeit der Kirche Platz geschaffen“, so der Erzbischof von Prag, von 1993-2001 Vorsitzender der Europäischen Bischofskonferenz (CCEE). Es sei notwendig, diese Aktivität wieder zu beleben und die Teilnahme der Laien in der pastoralen und apostolischen Arbeit zu unterstützen. Bbr. Vlk: „Dies scheint mir Schritt für Schritt voran zu gehen, aber die Situation ist noch nicht ideal. Denn die säkularisierte Gesellschaft braucht Zeugnisse im Leben, also zu allererst dass das Evangelium gelebt wird, man muss zuerst die Erfahrung machen, dann muss man Zeugnis davon geben. Und dies geschieht noch nicht in idealer Weise. Dies ist noch unser Mangel und stellt somit unsere Perspektive dar.“

 

Schwieriges Klima zwischen Staat und Kirche

 

In der Tschechischen Republik, in der in diesen Tagen das Jubiläum des Sturzes des kommunistischen Regimes und die friedlichen Wiedergeburt der Demokratie vor 20 Jahren gefeiert wird, hatten zuletzt immer wieder aufflammende Auseinandersetzungen zwischen Kirche und Staat das Klima bestimmt. Bbr. Miloslav Kardinal Vlk, seit Oktober 1990 Ehrenmitglied des UNITAS-Verbandes, geriet insbesondere in das Schussfeld kritischer Kommentare, als er nachdrücklich für die Rückgabe von enteignetem Kircheneigentum eintrat. Vor allem der Streit um den Veitsdom in der Hauptstadt hatte das Verhältnis zwischen der Regierung und der Kirche belastet.

Sie feierte im vergangenen Jahr den Nationalheiligen mit einem „Wenzeljahr“ und hegt nun große Erwartungen vor der Ankunft des Papstes: „Wir erwarten den Heiligen Vater seit einem Jahr, seitdem die Möglichkeit eines Besuches überhaupt bestand. Er hat besonders die großen Völker besucht, die großen Länder und wir sind nur ein kleines Volk, ein kleines Land im Herzen Europas“, äußerte sich Kardinal Vlk. „Also ist es für uns eine Gnade, ein Segen, dass der Heilige Vater uns besuchen kommt. Wir erwarten eine Stärkung des Glaubens.“

 

Besonders freue sich die Kirche darüber, dass der Heilige Vater mit seinem Besuch auch den Schutzpatron des Landes ehren wird, der am 28. September auf dem Heiligenkalender steht.  Der 1848 nach König Wenzel benannte zentrale Platz in Prag, auf dem 1912/13 das Reiterstandbild errichtet wurde, war Ort der großen Demonstrationen im „Prager Frühling” 1968 und bei der Wende von 1989. Der Heilige sei nicht nur ein großer Märtyrer und der wichtigste Patron der Nation: „Man könnte ihn auch einen immerwährenden König nennen, eine Persönlichkeit, die die zivile Gesellschaft und die Kirche verbindet“, so Kardinal Vlk in dem gut vierminütigen Beitrag des aktuellen H2O-Videos.



 

LINK zum Video:

http://www.h2onews.org/index.php?option=com_content&view=article&id=20299&catid=90&Itemid=13

 

s. auch unsere Meldungen:

Bbr. Miloslav Vlk, Erzbischof von Prag, Vorsitzender der Europäischen Bischofskonferenz a.D.

Tschechien vor der EU-Präsidentschaft 2009

Papst unterstützt Bbr. Kardinal Vlk in Tschechien

Bericht vom Altherrenbundstag in Kloster Niederaltaich 

 




Veröffentlicht am: 21:17:46 20.09.2009
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