Die offizielle Publikation wird am 5.Februar 1950 in der damals noch existierenden Ratsschänke am Roggenmarkt gefeiert. Die Gründungsmitglieder kommen aus der Sugambria und aus der Burgundia. Nach freundschaftlicher Entlassung der Gründungsmitglieder aus der Sugambria im Dezember 1949 hatten im Januar vorbereitende Konvente stattgefunden.


Der älteste Ruhrane, AH Wulle, überreichte dem Senior die Fahne, die nicht - wie so manche andere Verbindungsfahne - während der Verbotszeit von der Gestapo beschlagnahmt, sondern in der Obhut eines Alten Herren war: Der geistliche Religionslehrer Cohors-Fresenborg hatte sie unter Paramenten und Kirchenfahnen in der Magdalenenkirche versteckt und später, als die Sakristei im Krieg zerstört war, in seiner Wohnung treu bewahrt.


Der Neubeginn verläuft sehr erfolgreich: Dem Gründungskonvent von 1950 mit 7 Bundesbrüdern folgt sechs Jahre später bereits ein AC mit 33 Ruhranen, die die Frage diskutieren, wie viele Füchse eine Verbindung denn aufnehmen kann. Zum Stiftungsfest ein Jahr darauf zählt man 56 Bundesbrüder, 32 Aktive, 13 Füchse und 6 Neofüchse. Vier Wochen später wird bereits die Neugründung der UNITAS „Fürstenberg“ geplant und bald darauf verwirklicht. Im gleichen Jahr, am 1.8.1957, übernimmt Ruhrania auch den Vorort im Verband: Werner Niester amtiert als VOP, mehrere Bundesbrüder unterstützen ihn dabei als Schriftführer.

Vorort 1956/57 von links nach rechts: VOS cand. iur. Johannes Pfeiffer, Geistlicher Beirat Prälat Dr. Heinrich Portmann, VOP Gerichtsreferendar Werner Niester, AH-Beisitzer Studienrat Pricking und VOS stud. phil. Andreas Hartmann. Weiterer AH-Beisitzer war Theo Kottig (nicht auf dem Photo).

Das Bootshaus wird wieder gewonnen, Exbummel mit anschließendem `Laubhüttenfest´ an der Werse bei Handorf und gemeinsame Arbeit fördern den Zusammenhalt. Am 15. Februar 1957 wird aus der Ruhrania heraus gar die UNITAS Fürstenberg gegründet (s. Zirkel rechts).


Mehr und mehr aber kommt auch Kritik an Äußerlichkeiten auf, an Formen und die Frage der altstudentischen Traditionen. Immer mehr beherrschen Disziplinfragen die Konvente. Es fehlt nicht an Vorschlägen, die Ruhrania aufzulösen und mit einem kleinen Rest einen Neuanfang zu wagen.


Der Suspendierung 1968 und Auflösung der Aktivitas folgt nicht die Auflösung des Altherren-Vereins. Seine Existenz jedoch ist gefährdet: Altersbeschwerden und Tod erklären die geringer werdende Anteilnahme aus dem Kreis der Vorkriegs-Alten-Herren. 1973 wird der Pachtvertrag für unser Bootshaus aufgelöst. In der Hoffnung auf eine Neugründung aus den Reihen der UNITAS Rolandia vereinbart die Altherrenschaft 1977 unterstützende Kontakte.


1982 ist auch der letzte Optimismus geschwunden. Man beruft auf den 26.Juni eine Mitgliederversammlung ein, zu der 15 Ruhranen erscheinen: Es geht um die Auflösung des AH-Vereins. Dr. Ludwig Freibüter ergreift als Vorsitzender des UNITAS-Altherrenbundes das Wort. Sein inständiger Appell hat Erfolg: Gewählt werden die BbrBbr. Jörg Lahme (Vorsitzender), Dr. Ernst Steinmann (Stellv.Vors.), der nach dem Tod von Dr. Georg Krüsmann auch dessen Amt als Quaestor übernahm und Helmut Führer (Schriftführer).


Einige Zeit später schmückt das Titelblatt der „UNITAS“ ein großes Foto von einem `Westfälischen Abend zu Münster´ mit dem Text: „Es häufen sich Berichte über die Wiederbelebung schon verloren geglaubter unitarischer Vereine. Auch bei der Ruhrania in Münster, die Anfang der 60er Jahre der stärkste Münstersche Verein war, tut sich einiges.“ Doch betrifft die Wiederbelebung nur den Altherren-Verein, die Aktivitas fehlt noch. Die seither regelmäßig Anfang November organisierten „Westfälischen Abende“, mit Mimmi Frenke und Vertretern der Niederdeutschen Bühne, erst im Mühlenhof, dann im Heimathaus in Sprakel, wurden und werden von vielen Ruhranen besucht und tragen zum Zusammenhalt bei. Beim Ruhranentreffen im November 1990 werden die Beschlüsse zur Neugründung im Ruhrgebiet gefasst.


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