Geschichte der „Unitas in Österreich“


von Bbr. Karl Nemeth verfasster und von Bbr. Dr. Hannes Kastner anlässlich der 11. Österreichischen Studentenhistorikertagung am 24. April 1994 in Linz gehaltener Vor­trag, aus: UNITAS-Handbuch, Bd.1., 1995, S. 111-117

 

Die Bestrebungen, die Idee der Unitas auch nach Österreich zu verpflan­zen, reichen bis zur Gründungszeit des Unitas-Verbandes zurück. Auf der 5. GV in Bonn 1864 wurden erste Verhandlungen mit einem Verein in Inns­bruck geführt, ohne Ergebnis. Auch die Verhandlungen 1897 mit dem akade­mischen Leo-Verein in Innsbruck waren erfolglos. 1905/06 erfolgte dann ein Aufruf in der Unitas-Zeitschrift „Wo bleibt die Unitas im katholischen Öster­reich?“

 

1920: UNITAS Norica in Innsbruck

Am 26. April 1920 war es dann soweit. Sechs Studenten, alle junge österreichi­sche Offiziere aus dem Ersten Weltkrieg heimgekehrt, haben mit voller Unter­stützung des Unitas-Verbandes, besonders von VOP August Heinrich Ber­ning und Dr. Johannes Vincke die Mutterkorporation der österreichischen Unitas-Vereine, Unitas-Norica in Innsbruck, gegründet. Gründungssenior war Eduard Edler von Trunk und Consenior Dr. Leopold Rissfinger. Als erster Reichsdeutscher gehörte zum Gründungssemester der Winfride stud. theol. Hubert Leiwering, später Domvikar und Domchorleiter in Münster. Der eigentliche Gründer war aber P. Karl Dinkhauser SJ, der damalige Studen­tenseelsorger von Innsbruck.

1925: Kreuzritter-UNITAS in Wien

Unitas-Norica nahm schon bald nach der Grün­dung eine außerordentlich starke Stellung im Korporationsleben von Inns­bruck ein. P. Karl Dinkhauser SJ wurde ein begeisterter Unitarier und stellte Unitas-Norica die Räume des katholischen Studentensekretariats in der Uni­versitätsgasse 8 zur Verfügung. Generationen von Unitariern haben hier vor dem II. Weltkrieg und auch einige Zeit danach Unterkunft gefunden. Am 4. November 1925 konnten dann fünf Noricaner unter der Führung von MinRat Dr. Richard Ritter von Strele zu Bärwangen, als erste Tochterkorpora­tion von Unitas-Norica, die Kreuzritter-Unitas zu Wien gründen.


1927: Unitas Greifenstein
in Innsbruck

 

Nachdem sich Unitas-Norica zu einer der stärksten und angesehensten Verbindungen von Innsbruck entwickelt hatte, war es eigentlich selbstver­ständlich, daß die 63. GV des Unitas-Verbandes vom 3. bis 8. August 1926 in Innsbruck abgehalten wurde. Auf dieser GV wurde die bis heute erhaltene gemeinsame Kommunion eingeführt und die Abhaltung von wissenschaftli­chen Sitzungen. Karl Freibüter, eine der großen Gestalten des Unitas-Verban­des, sagte damals: „Ist es nicht eigentümlich, daß die Unitas 80 Jahre brauchte, um den Gedanken einer Verbandskommunion zu bekommen, und daß dieser Gedanke vom katholischen Tirol aus ins Werk gesetzt wurde“.

 

Zu Beginn des WS 1927/28 zählte Unitas-Norica, sicherlich auch Dank der glanzvoll verlaufenen 63. GV in Innsbruck, weit über 60 Aktive, sodaß man sich zu einer Teilung entschloß. Am 2. Dezember 1927 fand der letzte gemeinsame Convent statt, auf dem sich 27 Bundesbrüder bereit erklärten, zu einem neuen Verein überzutreten. So wurde am 8. Dezember 1927 Unitas-­Greifenstein als 2. Tochterkorporation von Unitas-Norica gegründet. Grün­dungssenior und eigentlicher Begründer war stud. theol. Bernhard Mecklen­burg, der schon 1925 zu Unitas-Norica gekommen war.


1934: Gründung des UNITAS-Verbands in Österreich
 

Die politischen Ereignisse Anfang der 30er Jahre hatten auch Auswirkun­gen auf den Unitas-Verband. Nachdem 1934 die Unitas-Vereine in Deutsch­land gezwungen waren, das Konfessionsprinzip preiszugeben, haben sich die Unitas-Vereine in Österreich einvernehmlich vom Unitas-Verband in Deutschland getrennt. Mit Schreiben vom 29. Dezember 1933 wurde bereits Bbr. Dr. Leopold Rissinger zum provisorischen Geschäftsleiter der Unitas in Österreich vom Verbandsführer, Dr. Karl Erbprinz zu Löwenstein, ernannt.

 

Die Aufgabe des österreichischen Geschäftsführers war es, eine konstituie­rende Versammlung der österreichischen Unitas-Vereine zwecks Gründung eines Unitas-Verbandes in Österreich (UiÖ) einzuberufen. Am 15. März 1934 versammelten sich die Vertreter der drei österreichischen Unitas-Ver­eine in der alten Norica-Bude zur konstituierenden GV der UiÖ. Das Proto­koll dieser Versammlung enthält u. a. folgende Beschlüsse:

 

  • Die österreichischen Vereine gründen einen selbständigen Verband „Uni­tas in Österreich“;
  • Dieser Verband beruht ganz auf den alten Satzungen des Unitas-Verbandes;
  • Den Vorort hat bis zur nächsten GV Unitas-Norica zu Innsbruck;
  • Auch Studenten nichtösterreichischer Staatsangehörigkeit werden von den Verbindungen aufgenommen;
  • Der österreichische Verband bleibt mit dem Verband im „Reich“ in alter Freundschaft verbunden.

Nach eingehender Besprechung der Lage wurde beschlossen: „Durch Ver­einbarung vom 23. 2. 1934 zwischen dem Verbandsführer des Unitas-Verban­des, Dr. Karl Erbprinz zu Löwenstein, einerseits und Dr. Leopold Rissinger als Beauftragter der österreichischen Unitas-Vereine andererseits, sind die Unitas-Vereine in Österreich zu einem selbständigen Verband der Wissen­schaftlichen Katholischen Studentenvereine Österreich geworden. Der Uni­tas-Verband in Österreich (UiÖ) wählt als Grundlage die unitarischen Ver­bandsund Vereinssatzungen, wie sie am 1. Januar 1933 gedruckt vorlagen.“

 

Bbr. Dr. Franz X. Schredt, der spätere Verbandsgeschäftsführer der UiÖ, der am 24. Oktober 1932 der Unitas-Norica beigetreten ist, war als Senior von Kreuzritter-Unitas Wien bei der Gründung von UiÖ am 15. März 1934 anwesend und wurde zum Vorortspräsidenten der UiÖ gewählt und gleich­zeitig zum Herausgeber des neuzuschaffenden Verbandsorgans bestellt.

 

Als VOP schreibt Bbr. Dr. Schredt in seinem Aufruf unter anderem: „Helft mit, Alle, die Ihr Euch Unitarier nennt! Schafft an dem schweren Werk, das vor uns liegt. Die alte Unitas muß in Österreich lebendig bleiben, muß größer und in ihrer Wirkung auf das öffentliche Leben stärker werden!... Die Uni­tas hat eine Eigenart, welche unter katholischen Studenten, unter katholi­schen Akademikern erhalten bleiben muß. Darum wollen wir uns alle geschlossen zu diesem unitarischen Lebensideal in seiner tiefen religiösen, wissenschaftlichen und sozialen Auffassung bekennen.“


1935: UNITAS Juvavia in Salzburg
 

Bereits ein Jahr nach der Gründung der UiÖ konnte Unitas-Juvavia als 3. Tochterkorporation von Unitas-Norica am 15. März 1935 gegründet wer­den. Die Vorarbeit für die Gründung leisteten der Gründungssenior von Uni­tas-Juvavia Bbr. Peter Breideneich unter Mithilfe von Bbr. Otto Müller und VOP Bbr. cand. jur. Franz X. Schredt.

 

Die erste ordentliche GV der UiÖ wurde Pfingsten 1935 vom 8.bis 10. Juni in Innsbruck gleichzeitig mit dem 15. Stiftungsfest von Unitas-Norica abge­halten. Unser Ehrensenior, Univ.-Prof. Dr. Franz Pangerl SJ, hielt den Fest­gottesdienst. An dieser GV wurde der Antrag von Unitas-Juvavia um Auf­nahme in den Verband einstimmig angenommen, nach dem Bericht des Grün­dungsseniors Peter Breideneich, der insbesondere mitteilen konnte, daß der junge Verein bereits 17 Mitglieder zählte.

UNITAS aktiv in Ungarn

Neben der Aktivitas von Unitas­-Juvavia konnte auch bereits der neugegründete AHV Unitas-Juvavia in den Verband aufgenommen werden, ebenso wie auch der AHZ Ungarn, der gleichzeitig zum AHV erhoben wurde. Trotz der einfachen Art war diese GV auch eine würdige Vertretung unitarischer Eigenart nach außen. Das zeigte vor allem der erhebend verlaufene Festkommers im Hotel Europa in Inns­bruck. Hier verbrachten die Unitarier zusammen mit den Professoren und Kommilitonen der Universität, mit Vertretern der Kirche, des Landes und der Behörden sowie vielen lieben Gästen frohe Stunden.

 

Am 7. und 8. November 1936 konnte Unitas-Juvavia in Salzburg die Publi­kation und Fahnenweihe feiern, gleichzeitig mit der 2. GV der UiÖ. Die groß angelegte und tief schürfende Festrede hielt der Ehrensenior von Unitas-Norica, Bbr. Univ.-Prof. P. Dr. Hugo Rahner SJ. Univ.-Prof. Dr. Premm nahm als Dekan das Treuegelöbnis entgegen und gab seiner Freude über die Neugründung in herzlichen Worten Ausdruck.

 

Zusammenarbeit mit dem KV

Bei dieser GV wurden auch die Richtlinien für die Zusammenarbeit mit dem KV besprochen und einstimmig angenommen. Es handelte sich dabei nicht um einen Zusammenschluß der beiden nichtfarbentragenden katholi­schen Studentenverbände, sondern es sollte insbesondere in der Hochschul­politik ein gemeinsames Vorgehen abgestimmt und geplant werden. Anläß­lich des 30. Stiftungsfestes der KV Winfridia in Graz und der 5. ÖKV-Tagung vom 15. bis 17. Mai 1937 wurde zwischen KV und UiÖ ein Abkommen geschlossen, das grundsätzliches gemeinsames Vorgehen insbesondere in der Hochschulpolitik zum Gegenstand hatte, ohne daß dadurch der Aufbau und das Eigenleben der beiden Verbände berührt werden sollte.

Der spätere Bun­deskanzler Dr. Gorbach erklärte damals spontan auf dem Kommers in den Annensälen in Graz nach der Prinzipienrede von Bbr. Schredt, die übrigens damals in den Grazer und Innsbrucker Zeitungen ungekürzt erschienen war: „Dann wird man in 30 Jahren, wenn wieder ein Fest der Korporationen statt­findet, sagen: Bei Gott, das waren damals ganze Österreicher! Hut ab vor Ihnen!“


UNITAS Gralsburg in Salzburg
 

Da Unitas-Juvavia eine reine Theologenkorporation war und nur im Rah­men eines Kollegs, ergab sich bald die Notwendigkeit, auch Nichttheologen bzw. Studenten, die außerhalb des Kollegs wohnten, zu erfassen und zu gewinnen. Da es außerdem auch mit der neuen Leitung des Kollegs gewisse Schwierigkeiten gab, wurde ein eigener externer Zirkel mit dem Namen „Gralsburg“ gegründet. Bei seiner Gründung am 5. November 1937 zählte er 9 Aktive (darunter 3 Füxe) sowie einen Alten Herrn. Durch den Einmarsch der deutschen Truppen, die daraufhin erfolgte Auflösung der Theologischen Fakultät in Salzburg und schließlich die Auflösung der UiÖ hatte aber bald wieder die Schicksalsstunde des Zirkels geschlagen.

1937: Keine Gründung in Graz

 

Die 3. GV der UiÖ konnte wieder am 4. und 5. Dezember 1937 in Inns­bruck abgehalten werden. Bei dieser GV gab VOP Schredt, der von 1934 an die Geschicke der UiÖ geleitet hatte, den Vorort an den Salzburger Bbr. Franz Steiner ab. Die GV hatte auf einen Beschluß der 2. GV zurückgegrif­fen, nicht eine Korporation als Vorort zu wählen, sondern einen Bbr. zum VOP zu bestimmen, der sich dann einen Vorortsausschuß zusammmen­stellte. Der Plan der Neugründung von Unitas-Albertus-Magnus in Graz wurde gutgeheißen. Dr. Fritz Hackauf in Graz, Präsident der Katholischen Aktion der Steiermark und Philistersenior von KV Winfridia, der sich für die Gründung von Unitas-Albertus-Magnus einsetzte, wurde zum Ehrenmit­glied der Unitas ernannt. Die Vorbereitungen zur Gründung von Unitas­-Albertus-Magnus in Graz wurden zwar abgeschlossen, aber zur Gründung selbst ist es nicht mehr gekommen.

 

1938: Verbot der UNITAS

Am 10. Juni 1938 brachte der „Völkische Beobachter, Wiener Ausgabe“ (die damalige amtliche Zeitung der NSDAP) in ihrer Nr. 85 eine Verordnung der Staatspolizeileitstelle Wien, daß die „Unitas in Österreich“ einschließlich der Altherrenzirkel auf Grund des § 1 der Verordnung zum Gesetz über die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich vom 16. März 1938 aufgelöst ist. „Jede Tätigkeit, die den Versuch einer Fortführung dieser Organisation oder eine Neugründung mit gleichen oder ähnlichen Zielen dar­stellt, ist verboten. Zuwiderhandlungen werden polizeilich geahndet.” 
Damit war die UiÖ nach knapp vierjährigem Bestehen aufgelöst. Am 26. Juni 1938 erfolgte dann auch das Verbot und die Auflösung des Unitas-Ver­bandes im „Reich“ als eine staatsfeindliche Organisation sowie die Beschlag­nahme des Verbandsvermögens.

 

500 Aktive heimatlos

Es war zweifelsohne eine große Leistung von UiÖ in den vier Jahren seit der Gründung die Zahl der Vereine zu erhöhen und die Zahl der Unitarier auf fast 500 zu steigern. Man muß dabei bedenken, daß die Studenten damals nur wenig Zeit für ein Vereinsleben hatten. Sie waren fast alle in den österreichi­schen Wehrverbänden (Heimatschutz und Sturmschar, später dann in der Frontmiliz). Auch die Hochschulen waren wegen Unruhen öfters geschlos­sen. Aber auch die wirtschaftliche Lage der damaligen Studenten muß berück­sichtigt werden. Fast jeder Bbr. mußte Nachhilfestunden geben, um sich ein wenig Taschengeld zu verdienen, und viele Bundesbrüder waren auf Freitische in den Klöstern oder in Privatfamilien angewiesen.

 

Wenn auch der Krieg und die Auflösung der UiÖ 1938 durch die Gestapo die Bande der amicitia nicht trennen konnte, so war doch der Zusammenhalt ein loserer geworden. Jeder Einzelne hatte mit finanziellen und wirtschaftli­chen Sorgen zu kämpfen und war mit der Sicherung seiner Existenz vollauf beschäftigt. Viele Bundesbrüder waren durch das Militär in alle Winde verstreut, andere wieder durch die Politik von ihren Posten und aus der Heimat vertrie­ben.

 
1947: Wiederbegründung

So dauerte es ziemlich lange, bis sich die Unitarier wieder zusammenfan­den. 1946/47 machte der letzte Senior von Kreuzritter-Unitas zu Wien, Dr. Johann Anton Zimmermann (Prof. in Wels), Anstrengungen zur Sammlung der österreichischen Altherrenschaft. Im Herbst 1947 kam auch Bbr. Dr. Franz X. Schredt aus Potsdam nach Innsbruck zurück und begann mit anderen Bundesbrüder, wie Dr. Leopold Rissinger, die UiÖ wieder ins Leben zu rufen. Am 8. Dezember 1947 kam die Innsbrucker Unitas wieder zu einem Vereins­fest zusammen. Die Hl. Messe hat Bbr. Univ.-Prof. P. Dr. Hugo Rahner SJ gelesen. Es wurde dann wieder versucht, junge Studenten für die unitarische Idee zu begeistern. Im Warteraum der Ordination von Bbr. Dr. Pissarek im Jesuitenkolleg in der Sillgasse trafen sich Bundesbrüder und junge Studenten. Die ersten Studenten, die eine Aktivitas bildeten, waren Albert Konrad und Hel­mut Tribus. Dazu kamen Ende SS 1951 die Bundesbrüder Arthur Kaiser, Gilbert Helmberg und Sepp Stockinger. Bbr. Dr. Albert Konrad, 1. Senior der Uni­tas-Norica nach dem Krieg, konnte für das WS 1951/52 ein festes Programm zusammenstellen.

 

Auf Vorschlag des VGF, Bbr. Dr. Florian, wurde 1952 die UiÖ wiederbe­gründet, wobei die enge Verbindung zwischen beiden Verbänden weiterhin bestehen sollte. An die Spitze trat ein vorläufiger Vorstand, bestehend aus Bbr. Dr. Schredt als VGF, AH Dr. Leopld Rissinger und dem jeweiligen Senior der Unitas-Norica, damals Bbr. Sepp Stockinger. Aufgabe des Vorstan­des war es, alle in Österreich beheimateten Bundesbrüder zu erfassen und in AHVAHV und AHZAHZ zusammen zu schließen, eine stärkere Unterstüt­zung der Unitas-Norica zu ermöglichen und die Gründung weiterer Unitas-­Vereine vorzubereiten.



UNITAS Norica und Greifenstein leben wieder
 

Vom 2. bis 4. Mai 1953 wurde dann das Wiederpublikationsfest von Uni­tas-Norica feierlich begangen, gleichzeitig mit der 4. GV der UiÖ. Zu dieser Zeit konnte Unitas-Norica bereits 32 Aktive aufweisen. Im November 1953 wurde mit der Durchführung der Öffentlichen Wissen­schaftlichen Sitzungen begonnen. Erster Redner war am 26. November 1953 Bbr. Univ.-Prof. Dr. Hugo Rahner SJ zum Thema „Was ist akademische Bil­dung?“. Unter den folgenden Rednern waren u. a. Dr. Paulus Rusch, Bischof von Innsbruck, Bbr. Dr. Florian und Bbr. Univ.-Prof. Dr. Heinrich Kuen.

 

Am 11. Februar 1954 wurden vier Bundesbrüder von Unitas-Norica freigestellt, nachdem Unitas-Norica 32 Aktive zählte, um Unitas-Greifenstein wieder ins Leben zu rufen. Bbr. Theo Schrievers konnte dann am 12. und 13. Februar 1955 zusammen mit der 5. GV der UiÖ die Wiederpublikation von Unitas­-Greifenstein durchführen.

1955: Kreuzritter in Wien wiederbegründet

Ein halbes Jahr später, am 28. Juni 1955, konnte Kreuzritter-Unitas in Wien wiederbegründet werden und Anfang Juni 1956 die Wiederpublikation zusammen mit dem 30. Stiftungsfest von Kreuzritter-­Unitas feiern.

 

Der Höhenflug der UiÖ nach dem Krieg wurde bis zur 6. GV vom 5. bis 7. Februar 1960 in Innsbruck, gleichzeitig dem 40. Stiftungsfest von Unitas­-Norica, erreicht. Anfang der 60er Jahre folgt dann ein Tiefpunkt im Vereinsle­ben von Unitas-Norica. Schuld daran war teilweise, daß wir unsere Bude in der Universitätsgasse 8 in Innsbruck verloren hatten. So war es bereits 1964/65 notwendig, durch starke Verminderung der Aktivitates, Unitas­-Norica und Unitas-Greifenstein zusammenzufügen. Zur Unterstützung und Stärkung der UiÖ schloß die 88. GV in Hildes­heim 1965 eine Vereinbarung zwischen dem Unitas-Verband und der UiÖ, die heute noch Gültigkeit hat (s. Grundgesetz, Satzungen des Verbandes und der Vereine (1991), hrsg. v. Wolfgang Burr, S. 54 f).


1966 in Salzburg: UNITAS Juvavia 

Ein gewisser neuer Höhepunkt wurde bei der 8. GV am 3. und 4. Dezem­ber 1966 in Salzburg erreicht, wo die Neugründung von Unitas-Juvavia gefei­ert wurde. Ausgezeichnet organisiert wurden die GVGV und zwar die 9. GV am 25. und 26. April 1970 in Innsbruck, gleichzeitig 50. Stiftungsfest von Uni­tas-Norica und die 12. GV am 1. und 2. Oktober 1977 in Innsbruck, gleichzei­tig 50. Stiftungsfest von Unitas-Greifenstein. Die 14. GV in Innsbruck am 15. April 1982 war die letzte mit dem VGF Dr. Schredt.

 

Am 17. November 1983 verstarb Bbr. Dr. Franz Xaver Schredt. Sein Tod hat vor allem in der UNITAS in Österreich (UiÖ) eine Lücke hinterlassen, die bis heute nicht gefüllt werden konnte. Seine unermüdliche Arbeit für die Unitas läßt sich nur erah­nen, aber nicht ermessen. Die Frage war offen, wer übernimmt das Amt des VGF der UiÖ hatte schon seit längerer Zeit keine aktiven Vereine mehr und die Zahl der Bundesbrüder, selbst in Innsbruck, war immer mehr geschrumpft, sodaß die Altherrenabende kaum besucht wurden. Trotz der fast aussichtslosen Lage haben sich einige Unitarier in Tirol bereit erklärt, das Werk von Bbr. Schredt - denn die UiÖ nach dem Krieg war sein Werk - weiterzuführen und weiter leben zu lassen.

 

Die erste GV nach dem Tode von Bbr. Schredt wurde am 7. Dezember 1984 in Innsbruck abgehalten und gleichzeitig Neuwahlen für die Vereinsvor­stände durchgeführt. Unter der Wahlleitung von Bbr. Dr. Konrad wurden gewählt: Dipl.-Vw. Karl Nemeth zum VGF, Prof. Mag. Franz Trenkwalder zu seinem Stellvertreter und Prof. Mag. Dr. Hannes Kastner zum Schriftfüh­rer. Seither wurden in Zweijahresabständen - die Funktionsdauer des Vorstan­des beträgt zwei Jahre - GVGV in Innsbruck abgehalten. Außerdem ist es gelun­gen, die AHVAHV in Innsbruck, Salzburg und Wien aufrechtzuerhalten.

Gedenktafel für den Seligen Pfarrer Otto Neururer

Ein Zeugnis der unitarischen Geschichte in Österreich ist eine bronzene Gedenktafel für den 1996 seliggesprochenen Märtyrerpfarrer Otto Neururer in Piller/Tirol. Sie wurde dem in dessen Geburtsort bis zu seinem Tod 2002 tätigen Initiator der Seligsprechung, Bbr. Pfarrer Magnus Kaminski, als Dank für seine Arbeit für die UNITAS von Bundesbrüdern aus Österreich und Deutschland für die Kirche gestiftet.
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Geschichte in Daten

26. April 1920

Gründung der UNITAS Norica zu Innsbruck.

Starkes Anwachsen der UNITAS in Innsbruck in den darauffolgenden Jahren.

4. November 1925

Gründung der Kreuzritter-UNITAS zu Wien durch Bundesbrüder aus Innsbruck.

3. bis 8. August 1926

63. Generalversammlung des UNITAS-Verbandes in Innsbruck.

8. Dezember 1927

Gründung der UNITAS Greifenstein zu Innsbruck durch Bundesbrüder der UNITAS Norica zu Innsbruck.

7. Februar 1934

Verbot des konfessionellen Prinzips von Studentenverbänden durch den deutschen Reichsinnenminister. Danach fand in der UNITAS eine rege Diskussion statt, ob sich der Verband dieser Gewalt aussetzen sollte, oder sich besser gleich selber auflöst, um nicht seine Prinzipien zu verraten. Besonders nachdem der Verband schon 1933 gezwungen worden ist, seine demokratische Satzung zu umgehen und einen „Verbandsführer“ mit allen Vollmachten zu wählen, war es sehr umstritten, ob sich der Verband ein weiteres Mal der Repression beugen sollte.

Nach einer Urabstimmung unter den Mitgliedern setzte sich der Wille zum Durchhalten durch, und der UNITAS-Verband nannte sich in „Verband der wissenschaftlichen christlichen Studentenvereine UNITAS“ um.

23. Februar 1934

Die österreichischen UNITAS-Vereine trennen sich einvernehmlich vom UNITAS-Verband und gründen die „UNITAS in Österreich (UiÖ)“ auf der Grundlage der alten Verbandssatzung vor 1933 und der alten unitarischen Prinzipien.

15. März 1934

Konstituierende Generalversammlung (GV) der „UNITAS in Österreich“ in Innsbruck, Vorortspräsident wird Bbr. Franz Xaver Schredt, Kreuzritter-UNITAS Wien.

15. März 1935

Gründung der UNITAS-Juvavia zu Salzburg.

8. bis 10. Juni 1935

1. ordentliche GV der „UNITAS in Österreich“ in Innsbruck.

7. bis 8. November 1936

2. GV der „UNITAS in Österreich“ in Salzburg dabei Aufnahme des AHV Ungarn, verstärkte Zusammenarbeit mit ÖKV in hochschulpolitischen Fragen, und Wahl eines Bbr. zum VOP und nicht eines Vereins zum Vorort beschlossen.

4. bis 5. Dezember 1937

3. GV der „UNITAS in Österreich“ in Innsbruck.

12. März 1938

Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Republik Österreich, einen Tag später wird der sog. „Anschluss“ proklamiert.

10. Juni 1938

Verbot der „UNITAS in Österreich“ durch die Staatspolizeileitstelle Wien.

26. Juni 1938

Verbot des UNITAS-Verbandes durch die Gestapo als „staatsfeindliche Organisation

8. Dezember 1947

Wiederbegründung des AHV UNITAS Innsbruck.

WS 1951/52

Reaktivierung der UNITAS Norica zu Innsbruck.

1952

Wiederbegründung der „UNITAS in Österreich (UiÖ)“.

Verbandsgeschäftsführer wird Bbr. Franz Xaver Schredt.

2. bis 4. Mai 1953

4. GV der „UNITAS in Österreich“ in Innsbruck.

11. Februar 1954

Reaktivierung der UNITAS Greifenstein zu Innsbruck.

12. bis 13. Februar 1955

5. GV der „UNITAS in Österreich“ in Innsbruck.

28. Juni 1955

Reaktivierung der Kreuzritter-UNITAS zu Wien.

5. bis 7. Februar 1960

6. GV der „UNITAS in Österreich“ in Innsbruck.

5. bis 6. Dezember 1964

7. GV der „UNITAS in Österreich“ in Innsbruck.

WS 1964/65

Suspendierung der UNITAS Greifenstein zu Innsbruck.

8. bis 13. Juni 1965

Vereinbarung zwischen dem UNITAS-Verband und der „UNITAS in Österreich“ auf der 88. GV des UNITAS-Verbandes in Hildesheim.

3. bis 4. Dezember 1966

8. GV der „UNITAS in Österreich“ in Salzburg und Reaktivierung der UNITAS Juvavia zu Salzburg.

weitere Geschichte

ab 1970 mit der 9. GV in Innsbruck werden regelmäßig (mit 2 Ausnahmen) alle zwei Jahre GVGV in Innsbruck abgehalten. Die Aktivenvereine sind untergegangen und suspendiert, die vier Altherrenvereine existieren noch. Am 17. November 1983 stirbt Bbr. Dr. Franz Xaver Schredt, bis dahin Verbandsgeschäftsführer der „UNITAS in Österreich“ (VOP der „UNITAS in Österreich“ von 1934 bis 1937) und hinterlässt ein große Lücke.

Seine Arbeit übernimmt Bbr. Dipl-Volkswirt Karl Nemeth.

Die „UNITAS in Österreich“ diskutiert auf ihrer Generalversammlung in Innsbruck am 16. und 17. November 1996 den Wiedereintritt der österreichischen UNITAS-Vereine in den UNITAS-Verband.

Am 23. Oktober 2004 folgt Bbr. Dr. Hannes Kastner als neuer Geschäftsführer Bbr. Karl Nemeth, Träger der unitarischen Ehrennadel, nach zwanzigjähriger Tätigkeit für die Unitas in Österreich, im Amt.