Sommerkneipe zu Ehren von Stift- und Stadtgründer St. Altfrid

ESSEN-BORBECK. Premiere an der Flurstraße: Für den hohen Vorort UNITAS Landshut in Köln war es der erste Aktivenvereinsbesuch in seiner frisch gestarteten Laufbahn. Auch der Vorortspräsident von Unitas Landshut fühlte sich sichtlich wohl bei der ersten „Altfrid-Kneipe“ der UNITAS Ruhrania, die recht kurzfristig zur Halbzeit der Semesterferien angesetzt worden war. Unter dem Vorsitz von Fuxmajor Bbr. Karol Rawski hatten sich gut 20 Gäste und Bundesbrüder zu ernsthaftem und fröhlichem Treiben im Conventsaal versammelt.

Im Jubiläumsjahr des Ruhrbistums galt die offizielle Veranstaltung dem Gedenken des Essener Stift- und Stadtgründers Altfrid von Hildesheim. Ihn stellte in seinem Grußwort der Hildesheimer UNITAS-Zirkelvorsitzende Bbr. OStR Nico Strube vor, der aus Anlass des Ereignisses mit seiner Gattin nach Essen geeilt war - ebenfalls eine Premiere. Der ehemals bei UNITAS Göttingen aktive Pädagoge charakterisierte den Bischof und Diplomaten mit Zitaten aus einer niederdeutschen Chronik und verwies auf die vielfältigen Beziehungen zwischen der traditionsreichen norddeutschen Bischofsstadt und der von ihm begründeten Zelle der heutigen Ruhrmetropole. Herzliche Grußworte sprachen der Aktivenvertreter der Region West, Bbr. Benedikt Gau (UNITAS Rheinfranken Düsseldorf), der Essener Zirkelvorsitzende Bbr. Martin Gewiese, Ehrensenior Dr. Christof Beckmann und Bbr. Norbert Breiderhoff für den Borbecker CV-Zirkel „Kohle“. Insbesondere der der gut aufgelegte Vorortspräsident von UNITAS Landshut Köln zeigte sich begeistert vom neuen UNITAS-Haus in Essen und wünschte der Ruhr-UNITAS ein kräftiges Gedeihen. Mit dem scheidenden Senior Bbr. Rüdiger Duckheim hatte zuvor die Örtlichkeiten für den im November geplanten Aktiventag des Verbands besichtigt, dabei Schloss und Park in Borbeck besucht.

Bereits am Mittag hatte der Convent den Prüfungstermin für die Bundesbrüder Christoph Weyer und Philipp Böcker angesetzt. Sie stellten sich sehr erfolgreich der Befragung durch ein fünfköpfiges Gremium, das die Eignung für den Burschenstatus und die Vollmitgliedschaft in Verband und Verein im Protokoll festhalten konnte. Dem Burscheneid im Rahmen der offiziellen Veranstaltung am Abend stand damit nichts mehr im Wege. Stellvertretend für den Convent nahm der Präside der Kneipe nach dem Bundeslied das Versprechen der beiden Bundesbrüder auf die unitarischen Prinzipien und den Wahlspruch entgegen. Beide bekräftigten ihre übernommene Verpflichtung zu aktiver Verantwortung in Kirche, Staat und Gesellschaft durch ein spontanes „So wahr mir Gott helfe“. 

Prinzipienrede: Werte verteidigen

Bbr. Karol Rawski, der in Kürze er für sein Promotionsprojekt zur Entwicklung des sowjetischen Wissenschaftsbetriebs wieder für längere Zeit zu Archivforschungen nach Moskau zurückkehren wird, lenkte in seiner sehr persönlich formulierten und nachdenklich stimmenden Prinzipienrede den Blick auf die jüngst aufgeflammten militärischen Konflikte in Georgien und im Südkaukasus. Der Rede des „Wanderers zwischen den Welten“ war deutlich anzumerken, dass er sich nur schwer von seiner im Ruhrgebiet gefundenen Heimat trennt. Nachdrücklich äußerte er seine Sorge über die Entwicklungen und rief in Erinnerung, dass Verantwortung und Haltung des Unitariers zu den Ereignissen und Verhältnissen an vielen Orten der Erde in sehr direkter Weise herausgefordert sei. Kritisch sei zu prüfen, was und wie etwa die Medien berichteten: „Wir vergessen oft, dass wir in vieler Hinsicht auf einer Insel der Seligen leben“, unterstrich er mit Blick auf die Rolle der Menschenrechte, auf rechtstaatliche oder sozialpolitische Lage in anders geprägten Weltregionen. Menschenwürde, Pressefreiheit, freie Meinungsäußerung und vieles mehr seien hohe Güter der „westlichen Wertegemeinschaft“, die mit einem wachen Blick für die deutlich spürbare Veränderungen geopolitischer Schwergewichte offensiv zu verteidigen seien. Dass Karol seinen von merklichen Emotionen getragenen Ausführungen nach der Deutschen Nationalhymne auch den polnischen „Mazurek Dąbrowskiego“ anfügte, vermerkte die Corona mit großem Respekt.

Für die letzten Aufrechten des Abends ging es bei ausführlichen Gesprächen und hochmusikalisch bis in den frühen Morgen – Altfrid sei Dank. Zwei neue Burschen zieren die Gemeinschaft und die Spannung vor dem kommenden Wintersemester hält an. Ihrem Bundesbruder Karol wünschen die Ruhranen für seine kommende Zeit in Moskau ein herzliches "Glückauf!".




Veröffentlicht am: 23:04:41 16.08.2008
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