Wissenschaftliche Sitzung mit Bbr. Pastor Norbert Linden

ESSEN-BORBECK. Vor rund 20 Gästen stellte am Dienstagabend Bbr. Norbert Linden den Völkerapostel Paulus vor. Senior Richie Duckheim begrüßte zur Wissenschaftlichen Sitzung im Conventsaal besonders die Mitglieder des Essener Zirkels und die Vorsitzende der Borbecker Kolpingsfamilie, Dr. Susanne Knobloch.

Zum Einstieg für seinen einstündigen Vortrag wählte der Pastor an St. Ludgerus, Bottrop-Fuhlenbrock, das geschnitzte Altarbild von Gerhard Gröninger (*1582 Paderborn, † 1652 Münster) aus dem Westchor des Paulus-Doms in Münster. Mit Blick auf die Dramatik des zweimal in der Apostelgeschichte beschriebenen „Damaskus-Erlebnisses“ stellte Bbr. Linden die Frage, wie man zum Glauben kommt: Der in Tarus/Kilikien um das Jahr 8-10 n.Chr. in einer frommen jüdischen Familie geborene Saulus gehörte als streng religiöser Pharisäer zu den Verfolgern der frühen Christen. Er besaß das römische Bürgerrecht, beschrieb selbst seine plötzliche Hinwendung zu Christus und wandelte sich vom radikalen Gegner zum glühenden Missionar. Der Gründer zahlreicher Christengemeinden wurde auf seinen Missionsreisen mehrfach öffentlich ausgepeitscht und gesteinigt, er erlebte Schiffbruch und schließlich den Tod durch das Schwert unter Kaiser Nero in Rom.

Sein Leiden für das Evangelium lasse sich nur mit Paulus Bekenntnis aus dem Galater-Brief verstehen, wo er „seinem Innersten Ausdruck verleiht“, zitierte Bbr. Linden die Predigt von Papst Benedikt XVI. zum Auftakt des Paulusjahres in Rom. Zum Fest Peter und Paul hatte dieser im gemeinsamen Gottesdienst mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios von Konstantinopel Paulus als „Licht für die Völker“ bezeichnet und an einen Schlüsselbegriff der paulinischen Theologie erinnert. „Glaube ist Liebe zu Christus“, fasste der Völkerapostel zusammen, radikaler noch „Leben ist Christus“, wie der Referent darstellte.

Seinem informativen, aber auch meditativen Vortrag schloss sich eine Diskussion zu den ökumenischen Aspekten und Chancen im Paulusjahr an, auch zur Frage, warum der in vieler Hinsicht „radikale“ Apostel eine nur beschränkte Popularität in der Volksfrömmigkeit erreichte. Im Unterschied zu den anderen Gefährten Jesu habe er am deutlichsten die Hinwendung zu den „Heiden“ und als Intellektueller die öffentliche Auseinandersetzung mit der damaligen Philosophie und Geisteswelt der Zeit gesucht. Ein Abend, der sicher zur weiteren Beschäftigung mit dem Verfasser vieler Briefe des Neuen Testaments anregte – und der „in sympathischer Weise vieles im Leben als Stückwerk“ bezeichnete, so der Geistliche Verbandsbeirat, Bbr. Kaplan Helmut Wiechmann.

HINWEIS: Grundinformationen über Paulus, seine Schriften und Theologie auch Literatur- und Materialhinweise, liturgische Anregungen sowie Veranstaltungstermine und aktuelle Nachrichten finden sich auf einem von der Deutschen Bischofskonferenz zum Paulusjahr eingerichteten Internetportal unter www.dbk-paulusjahr.de.




Veröffentlicht am: 22:51:43 16.07.2008
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