BORBECK. Mit zahlreichen Besuchern feierte die UNITAS Ruhrania am 31. Mai und 1. Juni die festliche Einweihung des neuen UNITAS-Hauses an der Ruhr: Knapp 90 Bundesbrüder und Ehrengäste versammelten sich am Samstagmorgen zum Sektempfang im Conventsaal unter dem Dach. Fast vier besinnliche und kurzweilige Stunden dauerte der von Senior Rüdiger Duckheim und Ehrensenior Dr. Christof Beckmann moderierte und von einem Colloquium unterbrochene Festakt, der mit einem von Bbr. Kaplan Helmut Wiechmann gefeierten Wortgottesdienst und der Segnung des Hauses abgeschlossen wurde. Ehepaar Brigitte und Bbr. Martin Gewiese sorgten an Klavier und Violine mit Stücken von Anton Dvorak über Jules Emile Frédéric Massenet bis Fritz Kreisler für eine wunderbare musikalische Gestaltung.

Nach Eröffnung mit dem Vereinsgebet und Begrüßung der zahlreichen Vertreter aus Kirche, Politik und Verband durch den Senior warf der Hausbauvereinsvorsitzende einen Blick auf die lange Phase der Suche nach einem geeigneten Haus: Von der Rekonstituierung und der Vereinigung mit der alten Münsteraner Ruhrania über die Gründung des Hausbauvereins und die konkreter angegangenen Baupläne bis zum Kauf des "Feldschlößchens" an der Borbecker Flurstraße ging die Zeitreise, auf der vielfacher Dank an die Mitstreiter, Begleiter und Unterstützer bei dem Projekt ausgesprochen wurde. Insbesondere hob er das Engagement von Architekt Bbr. Otfried Jäger, Bauleiter  Dipl.-Ing. Reiner Schlenkermann, von Verband und Hausbauvereinsvorstand hervor, er dankte den Mitgliedern für ihre Beiträge, den Spendern, dem Altherrenzirkel Essen unter Leitung von Bbr. Martin Gewiese und vor allem den aktiven Studenten, die große eigene Leistung in das ganze Unternehmen hatten. Unter dem Motto „Leben im Aufbruch“ füge sich die Eröffnung des Hauses in das Jubiläumsjahr des Ruhrbistums und der Kirche, deren Teil die UNITAS sei und für die man sich mitverantworlich wisse.

UNITAS und die Wurzeln an der Ruhr

Als ehemaliger Pfarrer an St. Dionysius erinnerte der Essener Stadtdechant und Dompropst Otmar Vieth in seinem Grußwort an die vielfachen Begegnungen in diesen Jahren und an die besonderen Herausforderungen für eine dem christlich-sozialen Gedanken verpflichtete Studentenvereinigung im Ruhrgebiet. Er verwies auf den Borbecker Vikar Heinrich Brauns und sein Erbe, an die Umbruchszeiten für die Kirche im Revier und lud herzlich zum Mitfeiern des Bistumsjubiläums ein. Verbandsgeschäftsführer Bbr. Dieter Krüll skizzierte in seiner Rede die historischen Beziehungen der UNITAS zur Region, die Gründung des Gesamtverbandes durch Hermann Ludger Potthoff aus Werden und die Entwicklungen von der „ersten“ bis zur „vierten“ Ruhrania. Mit einem Schmunzeln würdigte er die Bemühungen zur Schaffung eines Hauses als Heimat und Treffpunkt der Ruhr-UNITAS als „Wahnsinnstat“ und dankte allen daran Beteiligten. Im Namen des Verbandsvorstandes überreichte er mit Vorortspräsident Johannes Günther dem Hausbauvereinsvorsitzenden und Schriftleiter  der Verbandszeitschrift Christof Beckmann die UNITAS-Nadel in Silber und wünschte ein herzliches Glückauf dem „sehr schön gelungenen UNITAS-Haus“.

Gute Wünsche für die Zukunft

In seinem humorvollen Grußwort freute sich Pfarrer Dr. Jürgen Cleve über die unitarischen Aktivitäten im Stadtteil. Er gratulierte herzlich zum abgeschlossenen Projekt und wünschte als Philistersenior der K.E.St.V. Assindia Essen Bonn zu Bochum der UNITAS-Korporation ein studentisches vivat, crescat, floreat. Der Vorortspräsident, eigens aus Stuttgart angereist, dankte für die Erfüllung eines 80-jährigen Traums. Das Haus, so der VOP, sei ein deutlicher Beweis für mitreißendes Leben von Unitariern und dafür, dass die Prinzipien keineswegs veraltet, sondern wichtiger denn je seien. Helmut Kehlbreier, Bezirksbürgermeister des rund 87.000 Einwohner zählenden Essener Stadtteils Borbeck, sprach in seiner Ansprache seinen Dank für die Bürgerschaft aus. Er wünschte dem wiederhergestellten Treffpunkt in Borbeck viele Gäste und dem Verein erfolgreiche Arbeit im Sinne der unitarischen Prinzipien. Als Vertreter der örtlichen Akademiker- und Studentenvereine unterstrich Winfrid Knobloch als Sprecher des Vorstands des Zirkels „Kohle“ im  Cartellverband der Kath. Deutschen Studentenverbindungen CV die bereits gute gewachsene Zusammenarbeit der Verbände am Ort und gewachsenen persönlichen und freundschaftlichen Verbindungen. Nicht zuletzt der Vorsitzende des Zentralen UNITAS-Haubauvereins in Bonn, Bbr. Dr. Dieter Rehbein, zeigte sich erfreut über das Ergebnis der umfangreichen Sanierung. Für das Haus-Projekt im Ruhrgebiet waren die maßgeblichen Mittel aus der solidarischen Gemeinschaft des Gesamtverbandes gekommen.

Feierliche Segnung des Hauses

Mit dem unitarischen Bundeslied und der Farbenstrophe der UNITAS Ruhrania ereichte der Festakt einen besonderen Höhepunkt: Der langjährige Vorsitzende und Ehrenvorsitzende des Altherrenvereins Bbr. OStD. i.R. Jörg Lahme überreichte mit bewegten Worten die lange bei dem mehrfach gewürdigten Ehrensenior Bbr. Nobert Klinke aufbewahrte Gründungsfahne des Vereins aus dem Jahr 1911. Zugleich übergab er mit dem langjährigen Quaestor Bbr. Ernst-Hubert Steinmann ein großes geschnitztes Denkmal für die im I. Weltkrieg gefallenen Angehörigen des Vereins, das durch einen Zufall auf dem Dachboden des münsterländischen Stifts Tilbeck gefunden worden war und nun einen besonderen Platz im neuen Ruhranen-Haus erhalten wird. Besondere und persönliche Grüße der Nachbarvereine von UNITAS Rheinfranken in Düsseldorf und Köln überbrachten die Bundesbrüder Prof. Hans-Bruno Makoski und der ehemalige ZHBV-Vorsitzende Franz-Josef Schelnberger. Am mit der Gründungsfahne geschmückten Pult und unter dem aus dem Besitz von Bbr. Dr. Ludwig Freibüter stammenden Kreuz feierte der geistliche Verbandsbeirat und Vorsitzende des Altherrenvereins Kaplan Helmut Wiechmann zum Abschluss einen Wortgottesdienst zur feierlichen Benediktion des Hauses. In seiner Homilie legte der erste Senior des UNITAS-Vereins an der Ruhr die Prinzipien aus und bat in den Fürbitten um den Segen für die Bewohner des Hauses, um ein offenes Herz und um „Pax und Unitas“. Zum Te Deum ging er segnend durch die Reihen, Flure und Zimmer.

Fröhliche Begegnungen
am Nachmittag

Zum fröhlichen Nachmittag konnten sich die Gäste an einem reichhaltigen Kaffee- und Kuchenbüffet erholen, das von den Damen bestens vorbereitet und charmant bewirtschaftet wurde. Bereits am Vortrag waren von den Bundesbrüdern ein stabiles Podium, Beschallungsanlage, wehender Fahnenschmuck und ein von der Kolpingsfamilie Borbeck geliehenes großes Zelt installiert worden. Trotz angesagter großer Regenwahrscheinlichkeit ging erst am Abend ein Platzregen nieder - doch bis dorthin gab es viel Gelegenheit zum Gespräch und freudiger Begegnung. Vom Podium besonders begrüßt und vorgestellt wurden die am Nachmittag eintreffenden Nachbarn aus Viertel und Pfarrgemeinde, von Kolpingsfamilie und Eine Welt-Initiative, von CV und St.V. Frisia Breslau zu Essen, von den UV-Zirkeln Essen und Dortmund. Offizielle Zipfeltausche wurden „open air“ zelebriert und erläutert, im Haus informierte eine kleine Ausstellung, viele Bilder zeigten, in welchem Zustand sich während der zweijährigen Bauphase das nun in frischen Farben leuchtende Haus befand. Hausführungen für interessierte die am Nachmittag rund 150 versammelten Bundesbrüder und Gäste erläuterten das Projekt und das Wesen der UNITAS. Eine mit vielen Informationen zusammengestellte CD zum Wochenende fand manche Abnehmer, die vielfältige Eindrücke selbst vertiefen können.

Entspannt und zupackend: 
Ausklang am Sonntag


In prachtvollem Sonnenschein präsentierte sich das Haus nach der gemeinsam besuchten Messe in St. Dionysius am Sonntag. Zu einem entspannten Frühschoppen hatte Zelebrant Pastor Heinrich Grafflage während der Verkündigungen eingeladen und kam selbst, um mit vielen anderen das große Fest ausklingen zu lassen. Beim gemeinsamen Mittagessen und frischem „Feldschlößchen“-Bier  beschlossen rund 50 Bundesbrüder, Zirkelangehörige aus Oberhausen und Bottrop, Mitglieder des CV-Zirkels „Kohle“ und Nachbarn das große Einweihungs-Fest. Weitere Hausführungen zeigten, was gemeinsam geschaffen wurde, bevor das große Räumen begann: Mit zupackender Hilfe aller Bundesbrüder wurde der Ort des Geschehens in den Ausgangszustand zurückversetzt. Bestens koordiniert vom unermüdlichen Bbr. Norbert Breiderhoff, schaffte die ermattete Mannschaft den kompletten Rückbau. Am Abend gab es sogar noch eine Betriebsführung in der Großschreinerei von Kolpingbruder Heinrich Müller und zuletzt für eine kleine Gruppe zum Abschluss im Conventsaal einen Komplettdurchlauf aller zusammengestellten über 1800 Bilder vom Bauprojekt. Erst dabei, so schien es, wurde wirklich deutlich, welche „Wahnsinnstat“ tatsächlich hier ein vorläufiges glückliches Ende gefunden hat. Ein großes Fest!

HINWEIS & Einladung: Während noch viele Eindrücke sacken müssen, steht nun bereits für Mittwoch die nächste Veranstaltung auf dem Programm: Eine Wissenschaftliche Sitzung zum monatlichen Treffen des Essener UNITAS-Zirkels, die um 19.30 Uhr auf dem Haus beginnen wird. Regierungsdirektor Bbr. Klaus-Hermann Rössler vom Thüringischen Staatsministerium für Familie, Gesundheit und Senioren in Erfurt spricht über aktuelle Fragen der Familienpolitik.




Veröffentlicht am: 09:57:39 31.05.2008
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