17. November 1989
RUHRWORT-Leserbrief

Zu RW 46: Ein heißes Eisen: „Arme ohne Lobby“!

„In der Tat war die vom „Wissenschaftlichen Katholischen Studentenverein UNITAS Essen/Bochum“ in der KSG Bochum organisierte Podiumsdiskussion zu diesem Thema alles andere als ein „geselliger akademischer Abend“. Als solcher war er im übrigen auch nicht gedacht.

Ohne die Armut in der sogenannten „Dritten Welt“ zu übersehen, sollte es um Not in unserem eigenen Land gehen. Allerdings: Bedenklich muß stimmen, daß keine Übereinstimmung in der Frage erzielt werden konnte, welche Gruppen in unserer Gesellschaft von „Armut“ wirklich betroffen sind: „Armut“ entweder Tabu oder Wahlkampfmunition?

Angesichts der jüngst vom „Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband“ veröffentlichten Zahlen, nach denen 6 Millionen Menschen in der Bundesrepublik in Armut leben, sollte möglichst schnell ein breiter gesellschaftlicher Konsens in Rat und Tat hergestellt werden. Sonst braucht sich niemand zu wundern, wenn sich bestimmte Kreise des radikalpolitischen Spektrums von rechts und links des Themas auf ihre Weise annehmen. Wir brauchen eine gemeinsame Front gegen Sozialdarwinismus und das Schüren sozialer Ängste: Radikale Töne gegen Flüchtlinge und Asylanten, Aus und Übersiedler, gegen Ausländer, Arbeitslose, Suchtabhängige, Aidsinfizierte und viele andere müssen Christen und Demokraten wachsam machen. Zu viele haben sich bereits von wohlfeilen Parolen einlullen lassen.

Dies und vor allem unsere christliche Verantwortung deutlich zu machen, war und ist Anliegen des UNITAS-Verbandes."

Christof Beckmann




Veröffentlicht am: 11:59:29 17.11.1989
Info
Tipp: Falls Sie sich beim „gefällt mir"-Button verklickt haben, gehen sie über dem nun grauen „gefällt mir"-Button zum „Daumen Hoch"-Zeichen, dort erscheint nun ein „x" und mit einem kleinen Klick mit der linken Maustaste ist wieder alles wie zuvor. Uns würde es trotzdem sehr gefallen, wenn sie diesem Tipp nicht folgen.
Zurück zu: | allen Kategorien | WS 08/09 | SS 08 | Presse