1. Mai 1992/CB - Pressemitteilung
Katholischer Studentenverband UNITAS tagt in Duisburg

Reizthemen in der Diskussion

Umstrittenen Themen stellt sich von Freitag, 1. 5. , bis Sonntag, 3. 5. , der Verband der Wissenschaftlichen Katholischen Studentenvereine UNITAS in Duisburg. Zur Tagung in der Jugendherberge Duisburg-Wedau werden 80 Delegierte von über 30 Hochschulen erwartet. Im Mittelpunkt des von den aktiven Studenten des katholischen Akademikerverbandes ausgerichteten Bundestreffens stehen die heißen Auseinandersetzungen um das Asylrecht, die Situation von Aussiedlern und das Bleiberecht für Roma.

Auftakt ist am Freitag ein Referat von Ministerialdirigent Olaf Reermann. Der Leiter der Unterabteilung Verwaltung, Ausländer und Asylangelegenheiten im Bundesinnenministerium gibt eine Einführung zur Flüchtlingsproblematik. Duisburger Caritas und Diakonievertreter diskutieren am Samstag mit den Studenten die Möglichkeiten und Leistungen kirchlicher Wohlfahrtsverbände vor Ort. Im Podium stellen sich Regine Scheuerer von der Diakonie, Klaus Peter Bongardt vom Caritasverband für die Stadt Duisburg und Marguerite Petit von den Missionsärztlichen Schwestern. Sie werden aus ihren praktischen Erfahrungen die Situation von Betroffenen, die Grundsätze und Grenzen ihrer Arbeit schildern. Manfred Erdmann, engagierter Seelsorger im Übergangslager Unna-Massen und selbst Angehöriger des UNITAS-Verbandes, berichtet in einem weiteren Themenblock über die Situation von Aussiedlern. Der letzte Teil der Arbeitstagung ist der Lage der Roma gewidmet.

„Wir haben die Ruhrgebietsstadt mit Bedacht gewählt“, hieß es von der Verbandsspitze der UNITAS. Hier suche man die direkte Begegnung mit Praktikern. Gerade die Ruhrregion habe in der deutschen Geschichte gezeigt, wiesehr die Integration großer Bevölkerungsschübe gelungen sei. Man müsse sich jetzt der Frage einer multikulturellen Gesellschaft stellen. Gerade die deutsche Wiedervereinigung und das bevorstehende geeinte Europa zeigtendie Notwendigkeit eines intensiveren gesellschaftlichen Dialoges. Der Verband, der sich in beiden Fragen in der Nachkriegszeit engagiert habe, will die Ergebnisse der Tagung auf seiner Generalversammlung in Frankfurt auch in eine öffentliche Stellungnahme zum politischen Radikalismus einfließen lassen.

Der UNITAS-Verband selbst steht seit seiner Gründung 1847 allen Nationalitäten offen. So sind in einigen der an über 40 Universitäten und Fachhochschulen arbeitenden Vereinen auch Mitglieder aus südamerikanischen, afrikanischen und asiatischen Ländern vertreten. Der älteste Katholische Studentenverband Deutschlands zählt rund 10. 000 Mitglieder. Er konnte nach der „Wende“ auch in den neuen Bundesländern wieder aktiv werden und Vereine in Magdeburg und Erfurt ins Leben rufen. Die seit einigen Jahren in Prag tätige UNITAS hat sich an führender Stelle am demokratischen Neubeginn in der CSFR beteiligt. Sogar in Sibirien sind seit zwei Jahren Unitarier aktiv. Vor drei Jahren hat mit dem W.K.St.V. UNITAS Ruhrania auch in Bochum, Essen, Dortmund und Duisburg ein Ruhrgebiets-Stützpunkt des Verbandes seine Tätigkeit aufgenommen.

Tagungsstätte: Jugendherberge Duisburg-Wedau, Kalkweg 148a.




Veröffentlicht am: 11:43:51 28.04.1992
Info
Tipp: Falls Sie sich beim „gefällt mir"-Button verklickt haben, gehen sie über dem nun grauen „gefällt mir"-Button zum „Daumen Hoch"-Zeichen, dort erscheint nun ein „x" und mit einem kleinen Klick mit der linken Maustaste ist wieder alles wie zuvor. Uns würde es trotzdem sehr gefallen, wenn sie diesem Tipp nicht folgen.
Zurück zu: | allen Kategorien | WS 08/09 | SS 08 | Presse