aus: unitas 6/1992

Gleißendes Sonnenlicht über dem Ruhrtal ein Tag, wie geschaffen für ein bundesbrüderliches Treffen im Geburtsort von Hermann Ludger Potthoff: Am Sonntag, 6. Juli, hatte die „Ruhrania“ nach Essen-Werden geladen, um im Jubiläumsjahr zum 1250. Geburtstag des Heiligen Ludger des „Apostels der Friesen und Sachsen“ zu gedenken. Eingeladen zum Ludger-Grab waren die UNITAS-Vereine in der Nachbarschaft und die Alten Herren aus der Region.

Aus der Stadt des ersten Bischofs von Münster kamen die Winfriden, aus der Karlsstadt Aachen kamen „Reichenstein“ und die „Assindia“, die damit ihre Verbundenheit mit der namensgebenden Stadt Essenbezeugte. Von Augsburg traf sogar überraschend ein Vertreter der „Vindelicia“ ein. Die Chargen nahmen die Fahne der UNITAS St. Liudger in die Mitte, die ein Abbild des Gründers der Werdener Benediktinerabtei trägt. Gemeinsam zogen sie zum Festhochamt in den berühmten romanischen Kirchenbau, wo wir mit Propst Dr. Heinrich Engel, Bbr. Päpstl. Protonotar Gerhard Fittkau und der Pfarrgemeinde St. Ludgerus/St. Lucius die Messe feierten. Helmut Wiechmann, Fuxmajor der Ruhrania, hatte das UNITASTreffen angeregt und organisiert. Mit Diakon Bbr. Christian Buschmann, dem designierten Senior, assistierte er bei der Meßfeier. Thema unseres Gottesdienstes: „Sendung und Mission“.

„Sendung“ werde heute fast ausschließlich als technischer Begriff gebraucht, sagte Helmut in einleitenden Worten. Die religiöse Dimension des Begriffs trete weithin zurück. Gerade heute aber sei das Zeugnis und die Sendung jedes einzelnen Christen gefragt, wie auch Dr. Engel in seiner Predigt betonte. Christ zu sein, bedeute dem Auftrag zur Mission zu folgen. „Immer wenn die Kirche Macht und große finanzielle Mittel für diesen Auftrag aufgewandt hat, dann war es immer auch ein Risiko für die Sendung“, meinte er allerdings kritisch. Die Kirche habe vor allem die Botschaft in den Mittelpunkt zu stellen und mit der Leidenschaft Ludgers zu verkünden sei es gelegen oder nicht.

In den niedrigen Gängen der Krypta versammelten sich die Bundesbrüder am Grab des rastlosen Missionars. Durch die Gassen Werdens zogen sie mit den Fahnen voran vor das Potthoff Geburtshaus. Kein Singen und keine Ansprachen ganz schlicht erklang das unitarische Vereinsgebet.

Mit gemeinsamem Mittagessen im Kolpinghaus ging das Treffen zu Ende. Für die relativ kurzfristig ins Programm genommene Aktion zahlte sich gute Pressearbeit aus: Eine ganze Reihe Alter Herrenwaren mit ihren Ehefrauen durch die Berichterstattung neugierig geworden und gerne gekommen. Neben den Vorsitzenden Wilm Böcker (Essen) und Dr. Wilfried Glass (Bochum) kamen Angehörige der Zirkel und selbst alte Ludgeraner, die die Ruhranen noch intensiver ansprechen wollen. Die einhellige Meinung: Ein gelungener Probelauf für viele Treffen in Werden, die die Ruhranen nun jedes Jahr organisieren wollen. Schon jetzt freuen sie sich über eine rege Teilnahme an weiteren „Ruhr-Jambs“ mit Aktivitates aus dem ganzen Verband. Hier läßt sich Werbung für unsere Sache machen: Schließlich wohnen fast 10 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung in unserem direkten Einzugsbereich!

Anfang September nehmen die Aktiven wieder an der Werdener Schreinsprozession teil, die die Ruhrania seit ihrer Rekonstituierung regelmäßig und sehr beachtet begleitet. Bei den Abschlußfeierlichkeiten des Ludgerusjahres, zu denen Ludgerusgemeinden aus der ganzen Welt erwartet werden, feiern Bbr. Kardinal Meisner, Kardinal Simonis (Utrecht) und Bischof Lettmann (Münster) das Pontifikalhochamt. Die von UNITAS St. Liudger „geerbte“ Fahne wird selbstverständlich auch hier nicht fehlen.

PS: Am 12. August ist die Ruhrania wieder im Lokalfunk zu hören. Diesmal in Essen: Von 18. 15 Uhr bis 19 Uhr steigt „UNITAS AufRuhr“, die Ruhr-Beach-Party auf 102, 2 MHz in Zusammenarbeit mit dem Essener AHZ. Mit guter Antenne ist die Sendung bis Bochum, Duisburg und ins südliche Münsterland zu empfangen.

 




Veröffentlicht am: 11:40:50 24.07.1992
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