Aktuelles > Neuigkeiten > UNITAS-Verband im Einsatz für Kinder in Leipzig

Massive Unterstützung erhielt der in den vergangenen sechs Jahren von der UNITAS Sugambria unterstützte Aufbau eines Kinderheims in Markkleeberg bei Leipzig. Über das Ergebnis, das sich jetzt auf mehr als 600.000 Mark beläuft und inzwischen abgeschlossen ist, waren die Initiatoren selbst überrascht....

Katholische Studenten
sammeln eine halbe Million Mark

OSNABRÜCK/NEUSS/BONN. Einen Stand von 500.000 Mark erreichte jetzt das Spendenthermometer des „Verbandes der Wissenschaftlichen Katholischen Studentenvereine Unitas“ für ein im Bau befindliches Kinderdorf bei Leipzig. Schon im Juli werden nach derzeitigem Planungsstand die ersten Kinder einziehen.

1990 ergriffen studentische Mitglieder des Verbandes nach Besuchen in Sachsen die Initiative für das erst von der Caritas getragene Kinder- und Jugenddorf in den „neuen“ Bundesländern. Gemeinsam mit Unitas-Mitglied Pfarrer Herbert Duffner, der nach dem Zweiten Weltkrieg das Kinder- und Jugenddorf „Klinge“ im badischen Seckack aufgebaut hatte, entwickelten sie die Idee weiter, mobilisierten und begeisterten den 7.000 Angehörige zählenden Bundesverband, der die Initiative zum „Soziale Projekt der UNITAS“ erklärte. Bundesinnenminister a.D. Rudolf Seiters, selbst Angehöriger des ältesten katholischen Studenten- und Akademikerverbandes in Deutschland, übernahm spontan die Schirmherrschaft.

„Unser Studentenprojekt ist Zeichen praktischer Solidarität zwischen Ost und West. Wir ergreifen Partei für Kinder und Jugendliche“, so Hans-Achim Michna aus Osnabrück, Sprecher des aus Unternehmern, Ärzten, Kirchenleuten, Bundestagsabgeordneten und Studenten gebildeten dreizehnköpfigen Kuratoriums. Besonderes Merkmal der Siedlung: Erziehungsschwierige, elternlose und nichteheliche Kinder, die unter dem SED-Regime nicht selten als „unproduktives Leben“ bezeichnet worden seien, sollen in ihrer aus dem sächsischen Boden gestampften neuen Heimat die Zuwendung und Geborgenheit einer Familie kennenlernen. So werden acht bis zehn Kinder unterschiedlichen Alters mit ihren Pflegeeltern in einem Haus wie in einer Familie zusammenleben. In jedem Haus, erläutert Michna das Konzept, wird ein Elternpaar die Erziehung und gemeinsame Wirtschaftsplanung übernehmen.

Fünf Jahre dauerten Suche und Planung für ein 5,8 Hektar großes Grundstück, das in der Gemeinde Markkleeberg bei Leipzig gefunden wurde. Etwa 80 Kinder sollen schließlich in neun Häusern mit Wohngärten und Terrassen leben. Über 30.000 Quadratmeter Parklandschaft entstehen, ein fast ein Hektar großer Abenteuerspielplatz und ein Sportplatz. Auch vorgesehen sind mehrere Gemeinschafts- und Gästehäuser, Parkplätze, ein Regenwassersammelbecken und ein Recyclingplatz. Praktisch durchgeführt wird das Projekt unter dem Dach des Deutschen Caritasverbandes, der auch die Trägerschaft der Einrichtung übernimmt.

Schon vor Abschluß der Planungen und der Klärung der rechtlichen Verhältnisse schnellte das Spendenthermometer der Unitas in die Höhe. Heute steht rund eine halbe Million Mark zur Verfügung. Immer wieder schrieben die Studenten Tausende von Adressen an, starteten Spendenaufrufe an Firmen und in Zeitungen. Und der Verband zog mit: Bundesbrüder aus allen Ecken Deutschlands antworteten, Mitglieder gingen in vielen deutschen Universitätsstädten zum Sammeln auf die Straße, bauten Informationsstände auf, führten Kunstausstellungen, Konzerte, Flohmärkte und andere Aktionen durch. Allein die vergangene Weihnachtsaktion der Unitas brachte über 100.000 Mark zusammen.

Seit dem Katholikentag in Dresden, zu dessen Beginn der Dresdener Weihbischof Georg Weinhold den symbolischen ersten Spatenstich für das Kinder- und Jugenddorf machte, ging das Projekt mit großen Schritten voran: Im Herbst vergangenen Jahres begann der Bau der ersten beiden Häuser und im Mai wurde bereits Richtfest gefeiert. Noch im Spätsommer werden die ersten Kinder aus einem aufgelösten katholischen Waisenhaus in Engelsdorf einziehen. Für den Herbst ist die Einweihung des ersten, nach der „Unitas“ benannten Hauses durch den ehemaligen Bundesminister Rudolf Seiters vorgesehen.

Spendenkonto: „Kinderdorf in Sachsen“, Kontonummer 71 61 bei der Sparkasse Bonn (BLZ 380 500 00).
Kontakt: Hans-Achim Michna, Tel.
0541/67 6 8 0 oder 05441/82 191




Veröffentlicht am: 11:17:51 28.06.1995
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