aus: DEUTSCHE TAGESPOST, Donnerstag, 5.Juni 1997
„Für eine gerechte und solidarische Welt“ -
UNITAS-Verband feierte 150. Geburtstag in Bonn

Blau-weiß-goldene Fahnen an den verwitterten Stützpfeilern der einsamen Klosterruine Heisterbach: Die romantische Waldlichtung hoch über dem von Sonne überfluteten Rheintal, die ehemalige Wirkungsstätte des berühmten Mönches Caesarius von Heisterbach, wurde am vergangenen Wochenende Zeuge eines besonderen Schauspiels. Studenten des wissenschaftlichen katholischen Studentenvereins UNITAS Salia Bonn ließen dort unter einem strahlenden Himmel und vor über 200 gebannt lauschenden Zuhörern 150 Jahre Geschichte lebendig werden. In gemessenem Vortrag erinnerten sie mit Texten und Musikzitaten an wechselvolle Zeiten, an Revolutionsjahre, Kulturkampf, Weltkriege und die Nachkriegsjahrzehnte bis zum heutigen Tag: Sie erzählten die Geschichte ihrer Gemeinschaft, gedachten ihrer Toten und feierten dankbar die Eucharistie.

Ort einer ähnlichen Versammlung war die uralte Abtei bereits fast auf den Tag genau 150 Jahre zuvor. Denn am 5.Juli 1847 beging dort die „UNION“, ein Zusammenschluß von fünf am 11.Juni des Jahres an der Bonner Universität gegründeten katholischen Studentenvereinen, ihr erstes Stiftungsfest - unter ihnen die „Ruhrania“ und die „Salia“. Sie nahmen 1853/54 den Namen „UNITAS“ an. Ihre damals im Protokoll formulierte Selbstverpflichtung gilt bis heute: „Einheit im Glauben ist das Wesen des Katholizismus, Einheit in der Wissenschaft besteht in der gemeinsamen Intention, durch das wissenschaftliche Streben Gott zu ehren und den Menschen zu dienen, Einheit in der Freundschaft bewährt sich in gegenseitiger Mitverantwortung und der Bereitschaft, einander selbstlos zu helfen.“ Ihre Mitglieder wählten zu Schutzpatronen den hl. Thomas von Aquin, die Maria Immaculata und den hl. Aloysius, dem später Bonifatius, der „Apostel der Deutschen“ folgte. Sie verpflichteten sich zu gemeinsamem Kommunionempfang und zu regelmäßigen Sitzungen mit wissenschaftlichen Vorträgen. Seit der Gründung versteht sich für die Vereine die Ablehnung des Schlagens von so genannten Mensuren von selbst, auch verzichten sie auf äußere Erkennungsmerkmale wie Mützen und Bänder. Verpflichtet sind die Mitglieder auf die Prinzipien „virtus, scientia und amicitia“ - Einstehen für den katholischen Glauben, Wissenschaftlichkeit, Freundschaft und Sorge für den Nächsten.

Diese Prinzipien sollten sich als tragfähig erweisen. Sie bleiben schon bald auch nicht auf die Universitätsstadt am Rhein begrenzt: 1855 gründen Mitglieder der Bonner UNITAS einen Coetus in Tübingen, Vertreter beider Vereine rufen 1859 einen Verein in Münster ins Leben. Seit dem 1887 gefaßten Beschluß, auch Nichttheologen die Aufnahme zu ermöglichen, wandelt sich der UNITAS-Verband (UV) in einen für alle Fakultäten offenen Verband wissenschaftlicher katholischer Studentenvereine. Und die UNITAS wächst: Nach dem Prinzip der Zellteilung entstehen bis zum Ende der Weimarer Republik über 60 Vereine. Der Verband selbst, der rigoros von der Verbandslinie abweichende Vereine ausschließt, erlangt in diesen Jahren eine ungeahnte Bedeutung. Er trägt die junge Demokratie aktiv mit: Die Unitarier Franz Hitze und Joseph Mausbach etwa wirken bei der Ausarbeitung der Reichsverfassung mit; zum geistigen und politischen Wiederaufbau tragen viele Unitarier in der Nationalversammlung und vielen Landtagen bei. Enge Verknüpfung bestehen in dieser Zeit vor allem mit der Zentrumspartei, deren Begründer Ludwig Windhorst der UNITAS eng verbunden gewesen war. Im Gegensatz zu allen anderen studentischen Korporationsverbänden löst sich der am 10.6.1938 als staatsfeindliche Organisation verbotene UV nicht selbst auf. Er kann sich unter Leitung des späteren langjährigen Präsidenten des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken, Erbprinz Dr. Karl zu Löwenstein, behaupten. Zahlreiche Vereine und Mitglieder setzen ihre Arbeit im Untergrund fort.

Zur offiziellen Wiederbegründung der UNITAS kehren sie in das Rheinland zurück, erste Treffen finden 1946/47 in Walberberg und St. Augustin statt. Der Verband formiert sich neu: Bis zur Mitte der sechziger Jahre entwickeln sich wieder viele alte und neue UNITAS-Vereine, Unitarier wie etwa der französische Ministerpräsident Robert Schuman, der „Vater Europas“, oder der Bundesminister Heinrich Krone und viele unitarische Bischöfe wirken maßgeblich im politischen und kirchlichen Leben mit. Nicht verschont blieb die UNITAS wie alle Korporationen von den Auseinandersetzungen der 68er Jahre. Viele Vereine mußten suspendieren, doch der UV hielt an den alten Prinzipien fest. Die beiden letzten Jahrzehnte kennzeichnete ein stetiger Aufschwung: Der rund 9.000 Mitglieder zählende, allen Fakultäten und Nationalitäten offene älteste deutsche katholische Studenten- und Akademikerverband wuchs auf 46 UNITAS-Vereine in Deutschland, der Tschechei und Kasachstan.

Und die traditionsgemäß nur Männern vorbehaltene Gemeinschaft blieb nicht unter sich: Denn als erster studentischer Korporationsverband beschloß die UNITAS - nach harten Diskussionen und einer fünfjährige Probezeit - auf ihrer Generalversammlung in Darmstadt 1996 die Aufnahme von fünf in Frankfurt, Bonn, Marburg, Gießen und Freiburg entstandenen UNITAS-Studentinnenvereinen - bis zu diesem Zeitpunkt ohne vergleichbares Vorbild. Als „historisch“ werteten Verbandsgeschäftsführer Dr. Wilfried Podlinski und Altherrenbunds-Vorsitzender Günter Ganz damals die mit großer Mehrheit getroffene Entscheidung. Vorstand, Beiräte und Kommissionen machten dem UNITAS-Schiff neuen Dampf - auf zu neuen Ufern verstärkter inhaltlicher Arbeit.

Jubiläumsversammlung in Bonn

Die UNITAS-Ortsvereine ziehen mit. Das beweist die Zahl von über 100 studentischen Aktiven- und Altherrenvereinen, die am vergangenen Wochenende zur 120.Generalversammlung an den Gründungsort Bonn zurückkehrten. „Innehalten auf dem gemeinsamen Weg vieler Generationen, die Zukunft in den Blick und in die Hand nehmen“, unter dieser Devise feierten sie das 150jährige Bestehen der Mutterkorporation UNITAS-Salia. Mit frohen Festen und engagierten Debatten unter dem Leitwort „Für eine gerechte und solidarische Welt - Aus der Tradition Zukunft gestalten“. Sie ließen sich Mut machen von Bischof Dr.Karl Lehmann, der als Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, bereits am Donnerstag „die Grüße der deutschen Bischöfe“ überbrachte, für „150 Jahre Treue des Verbandes zur Kirche“ und für die Pflege des sozialen Gedankens in den Einzelvereinen dankte. Bestätigung gab es auch für die erst jüngst getroffene Entscheidung zur Integration von Studentinnenvereinen: Beim Festakt in der Godesberger Redoute sagte Lehmann, er freue sich, daß die UNITAS nun Frauen offenstehe. Darin liege „ein großes Potential“, so Lehmann.

Angehörige des Verbandes hätten weiter Mitsorge dafür zu tragen, „daß unsere Demokratie lebendig bleibt.“ Dazu und zur Übernahme von Verantwortung in der Politik ermutigte Prälat Paul Bocklet, der Leiter des Katholischen Büros in Bonn. Für die Universität Bonn gratulierte Professor Dr. Klaus Borchard, der Rektor der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität. Nachdrücklich plädierte er in seiner Rede vor über 600 Gästen des Festkommerses in der Godesberger Stadthalle für eine Stärkung der Eigenständigkeit und Selbstverwaltung der Universitäten. In Anerkennung der Arbeit des UNITAS-Verbandes sprach er sich deutlich für die Existenzberechtigung studentischer Verbindungen im akademischen Leben aus. Auch der Apostolischer Nuntius in Deutschland, Erzbischof Giovanni Lajolo, würdigte das Wirken des Verbandes. Angesichts der Bedürfnisse der Menschen in Not sei der Einsatz dringend notwendig, lobte der Zelebrant des festlichen Pontifikalamtes in der Bonner Münsterkirche das soziale Engagement der UNITAS.

Gegen den Trend

Sie hörten es wohl, die UNITAS-Mitglieder, das Lob von Seiten der Kirche und der Universität. Und sie hörten es auch gerne. Seit Jahren bemühe sich der Verband um eine deutlichere Profilierung seiner Arbeit, erklärte Andreas Pfau, der scheidende Vorortspräsident vom Marburger UNITAS-Verein Franko-Saxonia. „Wir tun sie in einer für katholische Verbände nicht einfachen Zeit. Da tut es gut, dies zu hören.“ Nach wie vor würden studentische Verbindungen in der Öffentlichkeit „unter dem Begriff `Burschenschaften´ in einen Topf geworfen“ - ungeachtet der Vielgestaltigkeit der Korporationsszene an den Universitäten. Die UNITAS erfülle wichtige Aufgaben: So seien die einzelnen Vereine für Neumitglieder oft nach Jahren wieder der erste Kontakt mit Fragen zu Religion und Kirche. Jeder Verein biete mit seinem vielfältigen Programmangebot die Möglichkeit zum fächerübergreifenden Gespräch und zur Persönlichkeitsbildung, er biete eine Heimat und Hilfe im Studium an der Massenuniversität. Unterstützung für diese Arbeit sei willkommen, speziell etwa auch für die Mitgliedschaft von Theologiestudenten etwa, die den Weg zum Priesteramt eingeschlagen hätten. Ihre Teilnahme am Vereinsleben müsse seitens der Priesterseminare erleichtert werden, es gebe hier an vielen Orten Schwierigkeiten. „Wir stehen in der Nachfolge unserer Gründer: Wir sind katholisch, der Welt zugewandt, und versuchen, mit unseren Möglichkeiten etwas zu bewegen“, so Pfau. Vor allem wolle man Menschen dazu bewegen, Verantwortung füreinander zu übernehmen - eine Aufgabe, die in der heutigen Gesellschaft „nicht gerade im Mainstream eines verbreiteten Trends“ liege.

Beschlüsse gefaßt

Deutlich machten dies auch die auf der Bonner Generalversammlung verabschiedeten Resolutionen. In der Tradition vieler Stellungnahmen, mit denen sich der UNITAS-Verband in den vergangenen Jahren zum Lebensschutz geäußert hatte, rief er „alle Verantwortlichen in Politik, Gesellschaft und Kirche dazu auf, mit aller Entschiedenheit dafür einzutreten, daß Forschung an Embryonen und Eingriffe in die menschliche Keimbahn ausgeschlossen bleiben.“ Der UNITAS-Verband begrüße es, daß die Bundesregierung der Europäischen Bioethik-Konvention nicht beigetreten sei, heißt es in einer Stellungnahme, die klare und unmißverständliche Regelungen für den Umgang mit dem menschlichen Leben fordert. Wörtlich: „Es geht dabei nicht um ein religiöses Sondergut, sondern um die Erhaltung der Humanität.“ Die naturwissenschaftliche und medizinische Forschung müsse die Grenzen menschlichen Handelns in Ehrfurcht vor dem Leben und der Schöpfung anerkennen.

Daß für Christen der Dienst an der Allgemeinheit selbstverständlich sei, betont eine Resolution zum Ehrenamt. Dieser Dienst gehöre mit dem Solidaritäts- und Subsidiaritätsprinzip zu den Grundlagen eines freiheitlich demokratisch geordneten Gemeinwesens. Die UNITAS warne vor dem „Gewöhnen an eine soziale und kulturelle Rundum-Versorgung ohne persönlichen Beitrag des Einzelnen“. Eine solche Haltung sei auf Dauer „das Ende lebendiger und lebenskräftiger Demokratie“. „Pflichterfüllung, Opferbereitschaft und vor allem Nächstenliebe“ müßten in Erziehung und öffentlicher Meinungsbildung als Werte und Grundhaltungen gefördert werden. Das Ehrenamt müsse den Anschein einer „Lückenbüßerfunktion“ vermeiden. Nötig seien zeitgemäße Rahmenbedingungen wie Möglichkeiten des Mitdenkens und Mitgestaltens, flexibler Organisation und Fortbildung, faire Kostenerstattung und angemessener Versicherungsschutz.

„Universitäten stärken“

Als „dringend erforderlich“ bezeichnet der UNITAS-Verband eine grundlegende Reform der Hochschulen. Bund und Länder fordert er zu einer schnellen Einigung auf ein neues Hochschulrahmengesetz auf. Die Universitäten selbst müßten effizienter und studentenorientierter arbeiten. Stetig sinkende Zahlen ausländischer Studenten werte der Verband als Alarmsignal für die schwindende Attraktivität des Bildungsstandortes Deutschland. Nur mit einer verstärkten Selbstverwaltung und Finanzautonomie der Hochschulen, der Möglichkeit des Wettbewerbes und eigenen Zulassungssystemen könne dieser Entwicklung entgegengewirkt werden. Der Hochschulzugang solle weiterhin allen Abiturienten offenstehen, allerdings müßten die Hochschulen die Studenten selbst auswählen können. Motivation und Eignung für eine Fachrichtung seien als „mindestens gleichrangiges Auswahlkriterium neben Abiturdurchschnitt und Wartezeit“ zu werten. Für die Länge der Studienzeit seien nicht die Hochschulabsolventen sondern eine zunehmende Verschulung des Universitätsbetriebes verantwortlich: „Die Hochschule soll keine Verlängerung der Schulzeit sein“, heißt es in der Resolution. Neben Wissensvermittlung müsse die Entwicklung kritischer und selbständiger Persönlichkeiten im Vordergrund universitärer Bildung stehen. Größere Transparenz des Studienbetriebs, ein umfangreiches Beratungs- und Tutorienangebot sowie frühzeitige Leistungsnachweise seien geeignet, eine falsche Studienwahl zu erkennen und zu korrigieren. Erforderlich sei ebenfalls eine regelmäßige Aktualisierung und Straffung der Lehrpläne.

Kurzfristige Spareingriffe und Stellenstreichungen dürften das Lehrangebot nicht ständig verschlechtern, vielmehr seien langfristige Investitionen nötig. Der UNITAS-Verband fordere die Verantwortlichen dazu auf, die Sparmaßnahmen und Stellenkürzungen der letzten Jahre zügig zu revidieren. Mehr Eigeninitiative und Eigenverantwortung müßten die Studenten selbst zeigen, die Lehrenden sollten die Verbesserung der Lehre vorantreiben; die Forderung nach international üblicher „Evaluation“, nach Bewertung ihres Einsatzes, müsse auch den Professoren ein Anliegen sein. Daß „die erstrebte Chancengleichheit im Bildungswesen immer weniger gewährleistet“ sei, erfülle den UNITAS-Verband mit Sorge. Er verlange darum eine grundlegende Reform der staatlichen Ausbildungsförderung. Mehrere Reformmodelle lägen auf dem Tisch: „Die Politik ist gefordert, bald zu einer Entscheidung zu kommen.“

Perspektive: Das Heilige Jahr 2000

Einmütig billigte UNITAS-Generalversammlung die bereits seit dem Advent vergangenen Jahres angelaufene Umsetzung einer thematische Rahmenplanung, mit der sich der Studenten- und Akademikerverband auf einen gemeinsamen Weg in das von Papst Johannes Paul II. ausgerufene Heilige Jahr 2000 begibt. Sie steht unter dem Leitwort „UNITAS 2000. Verantwortung aus dem Glauben - Positionen für die Zukunft“ und ist angelehnt an das päpstliche Schreiben „Tertio Millennio Adventiente“ und die Arbeitshilfen der Deutschen Bischöfe. Fragen der Globalisierung einer sich wandelnden Welt, Fragen nach Grenzen, Toleranz und Ökumene - diese Themen für die Verbandsarbeit bis zur Generalversammlung 1998 in Düsseldorf stellte der neugewählte Vorort UNITAS Henricia Bamberg den Delegierte bereits vor.

Auf dem Bonner Tagungsprogramm stand nicht zuletzt die Verabschiedung eines neuen sozialen Verbandsprojektes: Erst im vergangenen Jahr übergab ihr „Bundesbruder“, Bundesinnenminister a.D. Rudolf Seiters MdB, ein mit einer guten halben Million Spendenmark durch den Verband mitfinanziertes Kinderheim bei Leipzig seiner Bestimmung. Nun hat sich die UNITAS die Wiederherstellung eines großen Kinderheims „Haus Egypta“ im Herzen der bosnischen Hauptstadt Sarajewo auf die Fahnen geschrieben. Das von Schwestern geleitete und gemeinsam mit dem bischöflichen Hilfswerk Renovabis durchgeführte Projekt soll durch die Auswirkungen des Krieges betroffenen Kindern und Jugendlichen eine Heimat geben und der Verständigung unter den Nationalitäten dienen. Die Bauarbeiten haben begonnen, 60.000 Ziegelsteine sind bereits verbaut, praktische Arbeitseinsätze der Studenten sind geplant. Die Koordination hat im Jahr ihres 150. Geburtstages die UNITAS Salia übernommen. Spenden gehen an das Konto 71 61 bei der Sparkasse Bonn, BLZ 380 500 00, Zweck: Kinderheim in Sarajewo.

Christof Beckmann




Veröffentlicht am: 10:54:41 05.06.1997
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