Andreas Schmidt MdB sprach beim 95. Stiftungsfest 
der UNITAS Ruhrania Bochum-Essen-Dortmund

BORBECK. Besondere Grüße kamen zum großen Fest von Ruhrbischof Dr. Felix Genn (s. Grußbotschaft) und von Essens Oberbürgermeister Dr. Wolfgang Reiniger (Gruß der Stadt s.u.): Über 60 Studenten der UNITAS Ruhrania, Ehemalige aus vielen Städten des Ruhrgebiets und Gäste von befreundeten Verbindungen aus Essen, Münster und Bonn feierten am Samstag, 28. Januar, im „Feldschlösschen“ das 95. Stiftungsfest in fröhlicher Runde. 

Bereits am Nachmittag hatten sich die Ruhranen zu Gremiensitzung im UNITAS-Heim an der Borbecker Flurstraße versammelt, um Beschlüsse zur Zukunft des Traditionshauses zu fassen. Nach der zum Vereinsfest Thomas von Aquin von Pfarrer Dr. Jürgen Cleve gefeierten Messe in St. Maria Immaculata sprach der für den Wahlkreis Mülheim/Essen im Deutschen Bundestag tätige Abgeordnete Andreas Schmidt am Abend bei dem von Senior Sebastian Sasse geleiteten Festkommers über christliche Grundwerte in der Politik.

Bild oben rechts: Festredner beim 95. Stiftungsfest der Unitas Ruhrania, Andreas Schmidt MdB, umrahmt von Mitgliedern des Studentenverbandes: (v.l.) Martin Knobloch, Senior Sebastian Sasse, Vorortspräsidentin Elisabeth Fels (Bonn), Altherrenvereinsvorsitzender OStD Jörg Lahme, Ehrensenior Dr. Christof Beckmann, Kristin Kretschmann, UNITAS-Zirkelvorsitzender Martin Gewiese (Essen), Consenior Roderich Oberstehöhfeld 

In „dreifacher Verbundenheit“ gratulierte Pfarrer Dr. Jürgen Cleve im Rahmen der am Abend gefeierten Messe herzlich zum runden Jubiläum: Als Mitchrist, Gemeindepfarrer von St.Dionysius/St.Immakulata und Mitglied des Altherrenvorstands der Katholischen Essener Verbindung Assindia erhoffe er sich eine Stärkung des überpfarrlichen studentischen Engagements in Borbeck. Er wünsche sich, dass die Zusammenarbeit zwischen den Verbänden wachse und auch in einer für das Bistum Essen besonderen Zeit gute Früchte trage, so der Diözesanrichter. Die jüngst veröffentlichte Enzylika von Papst Benedikt XVI. sei auch für die Prinzipien der UNITAS eine wichtige Wegmarke: Die im päpstlichen Lehrschreiben herausgestellte Caritas sei ein Grundprinzip für ein gelingendes Zusammenleben – auch im verbindungsstudentischen Alltag, erklärte Dr. Cleve und wünschte dem Fest ein gutes Gelingen.

Schwungvoller Kommers in packevollem Saal

Der nach der Messe auf dem Haus der Ruhrania von Senior Sebastian Sasse schwungvoll, mit Humor und Tiefgang in freier Rede geschlagene Festkommers sah einen bis zum allerletzten Platz gefüllten Gesellschaftsraum. Der Kommerspräside begrüßte vier Vertreter der UNITAS Winfridia aus Münster, angeführt vom designierten Senior Dirk Sandbrink, Vertreter von UNITAS Stolzenfels Bonn, UNITAS tom-Kyle in Kiel, UNITAS Rolandia in Münster, aber auch von Frisia Breslau zu Essen in SB und einen Abgesandten der K.D.St.V. Nordmark im CV zu Essen. Wegen der drängenden Enge hatten die drei Vertreterinnen des hohen Vororts UNITAS Clara Schumann unter Leitung von VOP Elisabeth Fels auf das Chargieren verzichtet und in der sorgsam geschichteten Corona Platz genommen. Einen letzten Sitz gab es schließlich sogar für den ganz überraschend gekommenen und mit großem Applaus bedachten Verbandsgeschäftsführer Bbr. Dieter Krüll. Angehörige des AHZ Essen waren, angeführt des AHZ-Vorsitzenden und Kommersmusikers Martin Gewiese naturgemäß in großer Zahl mit ihren Damen erschienen. Aus Dortmund, Bochum, St.Augustin/Bonn und Datteln/Castrop-Rauxel wurden Zirkelvertreter begrüßt, nicht zuletzt grüßte Senior Sebastian aber die Altherrenschaft unter dem Vorsitz des AHV-Chefs Jörg Lahme, der mit seiner Frau Doris aus Rheine angereist war.

Aktuelles aus Berlin und Grundfragen der Politik

„Christliche Überzeugungen lehren Demut vor der übernommen Aufgabe und Verantwortung, sie motivieren uns helfen uns aber auch, angesichts der riesigen Herausforderungen in einer der größten Industrienationen der Welt nicht den Mut zu verlieren“, äußerte CDU-Rechtspolitiker Andreas Schmidt in seiner halbstündigen Festrede. In seinem Parforceritt durch alle Themen der aktuellen Politik bekannte er sich nachdrücklich zu den Leitlinien der katholischen Gesellschaftslehre und der evangelischen Sozialethik. Sie seien in vielen Politikfeldern unverzichtbare Entscheidungsgrundlagen, erklärte Schmidt, und nannte insbesondere die Diskussionen um Stammzellenforschung, Präimplantationsdiagnostik und Sterbehilfe. „Die Würde des Menschen muss unantastbar sein“, unterstrich er unter großem Beifall. Die Familie bleibe die entscheidende Keimzelle der Gesellschaft. Sie allein garantiere eine stabile Grundlage für ein Land, das jetzt nicht „die Zukunft der nachfolgenden Generationen verfrühstücken“ dürfe, so Schmidt. Viel Zustimmung erhielt sein Plädoyer für mehr familien- und kinderfreundliche Politik.

Erste Papstenzylika gibt Leitlinien

In all diesen Fragen seien die Kirchen unverzichtbare Partner der Politik. Sie seien nicht selbst zur Aktion in vorderster Linie des politischen Auseinandersetzung aufgerufen, meinte Schmidt in Anlehnung an die kürzlich erschienene Enzyklika von Papst Benedikt XVI., doch gebe gerade dieses päpstliche Lehrschreiben wesentliche Leitlinien für die Gestaltung eines menschenwürdigen Zusammenlebens, auch für Fragen der Gerechtigkeit und Solidarität weltweit. Die Globalisierung zwinge zu einem neuen Ansatz ernsthafter Entwicklungspolitik. Auch die europäischen Staaten seien durch die Osterweiterung zu einer intensiven Zusammenarbeit aufgerufen: Kein Land, so Schmidt, könne im Alleingang die Zukunft meistern.

Zwar sei die neue Koalition in Berlin für viele Fraktionsmitglieder in CDU und SPD immer noch gewöhnungsbedürftig, auch die Oppositionsparteien fänden sich erst langsam in ihre Rolle. Doch verlange nicht nur die dramatische Haushaltslage jetzt eine starke parlamentarische Mehrheit, damit Deutschland nicht im internationalen Vergleich ins Hintertreffen gerate. „Es ist auch gut, dass wir uns jetzt keinen Untersuchungsausschuss zur Tätigkeit der Nachrichtendienste leisten“, betonte der Politiker. Die Gefahr des Terrorismus sei noch lange nicht gebannt. Deutschland sei nach wie vor ein potenzielles Ziel von Angriffen, gegen die man sich schützen müsse. Besorgt über den Wahlsieg der Hamas in Palästina, verwies Schmidt nachdrücklich auf Gefahrenherde der Welt und nannte mit einem klaren Bekenntnis zur Existenzberechtigung des Staates Israel die iranische Atompolitik eine internationale Herausforderung, der man dringend begegnen müsse. Für Schmidts engagierten und mit großem Applaus quittierten Vortrag dankte Kommerspräside Sebastian Sasse mit einem guten „Borbecker Schlosstropfen“ und einem gerahmten Vereinsemblem (Bild oben)


Anmut & Grazie: Doris Lahme und Li, unsere chinesische Austauschstudentin; Borbecker unter sich: Barbara Küpper und AH Fuchs; Dortmunder und Pfadfinder: Regina und Andreas Rydzek (Kenner nennen ihn Bocuse...)

Wir im Revier – gemeinsam nach vorn!

Launige Grußworte entlockte der Vorsitzende den Vertretern der vielen Vereine, die ihre Verbundenheit mit der UNITAS im Revier bekundeten. Besondere Freude gab es über die guten Wünsche der benachbarten CV-Verbindung Nordmark: Man freue sich auf eine gute und enge Zusammenarbeit der Korporationen am Ort. Nach Nationalhymne und eingerahmt vom Bundeslied gab es eine außergewöhnliche Zeremonie: Nach vier Jahrzehnten wurde mit Herr Gerfried Küpper aus Borbeck ein ehemals in Freiburg (Paulus) und Münster (Burgundia) aktiver Unitarier neu mit der Verbandsnadel ausgestattet. Bewegt dankte er auch im Namen seiner Frau Barbara in Erinnerung an viele gute Stunden in jungen Jahren für die Wiederaufnahme in den Verband.(Bild unten)

Gewohnt fröhlich und aufgeräumt zeiget sich der UNITAS-Verbandsgeschäftsführer: Er habe bei Besuchen in früheren Jahren im Ruhrgebiet eine noch erheblich kleinere Corona angetroffen, erklärte Dieter Krüll in seiner herzlichen und humorvollen Ansprache. „Dies hat sich nun geändert. Ihr habt ein tolles Haus, eine wachsende Altherrenschaft und die Zukunft vor euch! Packt´s an – mit uns könnt ihr rechnen“, ermunterte er die Ruhrania-Aktiven und Ehemaligen unter donnerndem Applaus. Mit dem Bau des neuen Heims mute sich die Revier-UNITAS viel zu, aber es werde sich lohnen, meinte Dieter Krüll zuversichtlich und lud die Unitarier zur kommenden Generalversammlung nach Neuss ein.

Gruß vom Vorort: Vorbildliche Arbeit

Ihre Verbundenheit mit der UNITAS an der Ruhr zeigten auch die eigens angereisten Vertreterinnen des hohen Vororts Unitas „Clara Schumann“ aus Bonn: „Respekt für eure Semesterprogramme – das lässt sich mehr als sehen!“, lobte Vorortspräsidentin Elisabeth Fels. Schon oft sei sie bei Besuchen in Essen immer wieder von der Gastfreundschaft, Begeisterung und wirklich unitarischen Gemeinschaft beeindruckt gewesen, erklärte die Jurastudentin. Immer wieder habe sie gespürt, dass sich die UNITAS hier sehr eng mit dem ganzen Verband identifiziere und ihn in der Region gut vertreten wolle. „Was ihr hier mit einer vergleichsweise kleinen Aktivitas auf die Beine stellt, ist erstaunlich und wirklich vorbildlich!“ Dem in Essen-Borbeck ansässigen Verein sagte sie die Hilfe des an rund 40 Universitäten deutschlandweit vertretenen Verbandes zu.

Ein sehr bewegendes Wort richtete der Altherrenvereinsvorsitzende OStD Jörg Lahme (Bild links) an seine Aktivitas: „Wir erleben heute einen historischen Tag. Die Ruhranen sind im 95. Jahr ihres Bestehens im Revier fest vor Anker gegangen. Und die Arbeit geht jetzt richtig los.“ Der Aktivitas sprach er seinen Respekt für die in den letzten Jahren geleistete Arbeit aus. Mit den Beschlüssen vom Nachmittag werde nun die Anschlussfinanzierung für die anstehenden Bauarbeiten im Haus angegangen, in fester Hoffnung, dass die Ruhrania im Ruhrgebiet eine klare Chance habe. „Die Unterstützung des Altherrenvereins ist dabei sicher“, unterstrich der AHV-Chef. Zum Einzug auf dem „neuen“ Haus versprach er Außergewöhnliches von der „alten“ Ruhrania: „Wenn wir das Feldschlösschen ganz neu in strahlendem Glanz sehen, dann sind die Gründungsfahne und das bis heute erhaltene Gefallenendenkmal der Ruhranen aus dem Ersten Weltkrieg hier auf dem Haus am allerbesten aufgehoben“, erklärte AH Lahme und wünschte unter großem Beifall ein kräftiges „Vivat-floreat-crescat!“

UNITAS im Ruhrgebiet: Die Zukunft hat begonnen ...

Nicht nur die UNITAS Ruhrania, sondern der gesamte vor 150 Jahren gegründete Bundesverband sei sich seiner Wurzeln im Revier und in Borbeck bewusst, so Kommerspräside Sebastian Sasse in seiner Ansprache. Sie sollen, wie in den Gremiensitzungen am Nachmittag gemeinsam beschlossen, jetzt tatkräftig und sichtbar gestärkt werden: Das durch den Ortsverein zum Juli 2004 erworbene Borbecker „Feldschlösschen“ wird als Traditionshaus noch in diesem Jahr einer grundlegenden Sanierung unterzogen werden. Nach einer Kernsanierung sollen Studentenzimmer und eine neue Gastronomie mit Biergarten nun völlig neu entstehen. „Eine Entscheidung für die Zukunft, die die Präsenz und Arbeit des ältesten katholischen Studentenverbandes in Deutschland auch im Ruhrgebiet auf Dauer sichern wird“, erklärten Vorortspräsidentin Elisabeth Fels und Verbandsgeschäftsführer Dieter Krüll. 


Erfreut: Die Münsteraner Winfriden - Erschöpft: Ruhranen nach getaner Arbeit - Erstaunt: Alte Herren erforschen  ihre Liederbücher

... im "Heidelberg des Ruhrgebiets" ...

 Der „liebens- und lebenswerte“ Stadtteil habe mit den seit jüngster Zeit immer aktiveren, vor allem katholischen studentischen Verbänden noch Farbe hinzugewonnen, betonte der Vorsitzende der UNITAS Ruhrania, Sebastian Sasse unter großem Beifall der Festcorona: „Wir sind sicher: Borbeck wird das Heidelberg des Ruhrgebiets!“ Ein Satz, an dem manche Festgäste offensichtlich noch lange zu beißen hatten: Bis in den Morgen dauerten die Gespräche auf dem Haus an. Ein Stiftungsfest, ein Vereinsfest, ein Werk vieler helfender Hände – eine Begegnung und ein Ereignis, dass allen Einsatz lohnte ...


Fröhlich: Dr. Ilse Krisam und der Senior Sebastian Sasse - Fantastisch: Der Essener Zirkelvorsitzende Martin Gewiese an der Bierorgel - Freundschaft: AH Kauczor aus St. Augustin und der Verbandsgeschäftsführer Dieter Krüll aus Neuss

Siehe auch: "Studenten geben Borbeck Farbe", 
Artikel in den BORBECKER NACHRICHTEN vom 2. Februar 2006




Veröffentlicht am: 13:10:02 29.01.2006
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