3. Februar 2008
Unitarischer Himmel über Bayern

UNITAS bei der Amtseinführung von Bbr. Erzbischof Reinhard Marx in München

MÜNCHEN. „Gott mit Dir, Du Land der Bayern!“ - pünktlich zur Bayernhymne riss am Samstag, 2. Februar, nach dem festlichen Gottesdienst zur Amtseinführung der schneekalte Himmel auf und alle strahlten unter herrlichem Blau und Weiß in goldenem Sonnenschein um die Wette: Kirchenvertreter, Staatsregierung und Gläubige - mittendrin Reinhard Marx, der neue Erzbischof von München und Freising. Zur Ehrenbezeugung der Schützen aus Westfalen und Bayern angetreten waren auch 15 UNITAS-Abordnungen, dazu CV-Verbindungen und KV-Vereine. Doch die UNITAS Ruhrania ließ sich nicht nehmen, im Festzug vom Liebfrauendom zur Residenz sogar ganz an der Spitze aller studentischer Korporationen stolz ihre Fahne mit dem heiligen Ludgerus aus dem Bistum Essen voranzutragen.

Mehrere tausend Menschen hatten am Gottesdienst im Dom teilgenommen, der vom Bayerischen Fernsehen übertragen wurde. Unter den Ehrengästen waren mehr als 50 Kardinäle, Bischöfe, Äbte und Ordensobere, darunter die Kardinäle Joachim Meisner (Köln) und Christoph Schönborn (Wien). Dazu kamen Repräsentanten aus Ökumene und Politik wie der evangelisch-lutherische Landesbischof in Bayern, Johannes Friedrich, Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU) und Landtagspräsident Alois Glück. Dem neuen Erzbischof von München-Freising übergab sein Vorgänger Kardinal Friedrich Wetter den Bischofsstab und begleitete ihn mit dem Apostolischen Nuntius, Erzbischof Jean-Claude Perisset, zur Kathedra. Reinhard Marx nahm erstmals auf dem Bischofsstuhl Platz und ergriff somit Besitz vom Erzbistum. Zuvor verlas Dompropst Weihbischof Engelbert Siebler die deutsche Übersetzung der päpstlichen Ernennungsurkunde für den 73. Nachfolger des heiligen Korbinian. Darin hieß es: «Weil Du, verehrter Bruder, die erforderlichen Fähigkeiten besitzt und als Bischof von Trier schon Erfahrung in der Leitung einer Diözese hast, wurdest Du für geeignet befunden, dieses Amt zu übernehmen und es fruchtbringend auszuüben.» Reinhard Marx erklärte in seiner ersten Predigt u.a., er freue sich, dass in der modernen Gesellschaft Religion und Glaube wieder stärker präsent seien. Allerdings sei das Suchen und Fragen der Menschen vielfältiger geworden. Die Kirche verstehe sich dabei als «Zeichen, Werkzeug und Instrument», damit den Menschen geholfen werde, Gott zu finden. Weil die Verkündigung des Evangeliums in die Mitte der Gesellschaft gehöre, müssten sich Bischof und Kirche «politisch und gesellschaftlich einmischen». (Bilder links: Bbr. Norbert Scherhag, Stuttgart)

Volksfest: "München im Sturm genommen"

Die dreitägigen Feierlichkeiten gerieten über weite Strecken zu einem bayerischen Volksfest. Doch nicht nur Trachtler und Blasmusik prägten die äußerlichen Feiern: Denn vor dem Hauptportal des Doms hatten nach der Messe neben Abordnungen der 47 bayerischen Gebirgsschützenkompanien auch mit Hellebarden bewaffnete Schützen aus der westfälischen Heimat von Reinhard Marx Aufstellung bezogen. Die Sankt Sebastianus-Schützenbruderschaft aus Geseke und der Paderborner Bürger-Schützenverein von 1831 machten den Festzug durch die bayerische Landeshauptstadt zu einem Akt praktischer Völkerverständigung. Und natürlich lag nahe, dass sich insbesondere die Unitarier aus NRW mit den Schützen immer wieder neu verbrüderten. "Unser Reinhard und wir haben München im Sturm genommen", erklärten sie selbstbewusst, ganz begeistert, dass ihr Protektor sie bereits wieder eingeladen hat. Und mancher einheimischer Zaungast versicherte - konfessionsübergreifend - den von der Ruhr in den Süden gestarteten Bundesbrüdern: "Do habts ihr uns aber a Super-Kardinal geschickt. Des ist ganz a netter."

Bernd Genser, Richie Duckheim, Karol Rawski, Philipp Böcker und Jens Hagenkötter war deutlich anzusehen: Auch sie waren froh und dankbar, dabei gewesen zu sein. Frühes Aufstehen, stundenlanges Stehen und Marschieren hatten sie geduldig und gut überstanden, die Farben der Ruhr-UNITAS und der Düsseldorfer UNITAS Rheinfranken bestens vertreten. Schon am Freitagabend waren sie nach der Anreise im „Augustiner“ an der Neuheuser Straße mit Vorortspräsident Johannes Günther, Verbandsgeschäftsführer Dieter Krüll, der HDB-Vorsitzenden Dr. Claudia Bellen, AHB-Vize Dr. Dr. Thomas Lohmann, und UNITAS-Delegationen von allen Breitengraden zusammengetroffen. Rund 40 Bundesbrüder und Freunde, unter ihnen der Geistliche Beirat Helmut Wiechmann, Christof, Maria, Andreas, Lu und Henrike Beckmann, stimmten sich hier auf das große Ereignis ein. Dies wirdnach vielen Gesprächen, Erlebnissen und der fröhlichen Bundesbrüderlichkeit der angerückten unitarischen Familie zweifellos allen noch lange in Erinnerung bleiben. Ständig angehalten von begeisterten Zaungästen, deren Fotos bald die Alben in allen möglichen Erdteilen schmücken, waren auch die Ruhranen Teil eines herausragenden Tages, bei dem sie vor allem im Chor der Liebfrauenkirche ganz nah am Geschehen sein konnten, um Ihrem Bundesbruder Reinhard allen Segen für seine große Aufgabe zu wünschen.

Mehr: www.erzbistum-muenchen.de




Veröffentlicht am: 14:42:09 03.02.2008
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