8. Februar 2008
Semester-Ex mit Black Panther 

Gras im Glas, Biertaufe und Abschied nach Moskau

BORBECK. Wer auf alles gefasst war, kam am Samstag, 9. Februar, auf seine Kosten: Einen solchen Semester-Ex kann es nur einmal geben. Jedenfalls wird es ihn in dieser Form kaum je gegeben haben. Denn was zum Semesterabschluss nach der gemeinsamen Messe in St. Dionysius auf dem Haus überraschend als spontane Irrationalität begann, kleidete sich hurtig in eine veritable basiswissenschaftliche Beschäftigung mit dem osteuropäischen Dopingmittel Nummer 1. Zu dem in aller Heimlichkeit präparierten Thema „Was Sie immer schon über Wodka wissen wollten und wahrscheinlich gar nicht alles behalten werden“ ließ der bestens aufgelegte Hauptprotagonist des Abends, Bundesbruder Karol Rawski, keine Fragen offen.

Ob der polnische „Wisent“ mit echtem Büffelgras, „Russisch Standard“ oder „Smirnoff“ - und noch diverse andere Sorten: Zwischen deneinzelnen Verkostungsproben schmuggelte sich kaum noch eines der ortsüblichen Getränke in den flotten Fortgang des völkerkundlich hochrelevanten Ereignisses. Wohl kamen aber „commentgemäß“ jede Menge Schmalzbrote und anderes zum Zuge - weil es einfach dazugehöre, wie Karol durch lebenspralle Schilderung seiner Erlebnisse als Lehrer, Archäologe und Klassenfeind zwischen Kreml und Kasachstan unterstrich. Kein Schluck ohne Toast: Doch um zünftige Trinksprüche war keiner verlegen. Und da recht kräftig auf das Haus, die Unitas, die Damen, die Gesundheit und vieles andere das Glas erhoben wurde, wird man vor der Zukunft ganz allgemein wohl kaum bange sein müssen.

Der „Held aus Siegen“ und hohe Referent des Abends selbst überzeugte wie gewohnt durch elegante Erscheinung, textsicheren Auftritt, korrekte Beugung vielfältiger Idiome und unkonventionelle Verhandlungsführung. Das kürzeste Offiz in der Geschichte, eine in die erste und letzte Strophe des Bundesliedes geklemmte frei gehaltene Prinzipienrede mit knappen, ernst gemeinten Zuspitzungen, fand seine Fortsetzung in einem tastentechnisch von Bbr. Christoph Weyer assistierten Inoffiz. In munterem deutsch-polnisch-russischen Galopp ging die komplett entstalinisierte multiliterale Völkerverständigung schließlich mit einer von Bbr. Richie Duckheim präsidierten Biertaufe auf die Zielgerade: Wer in Diskotheken Ballettkaiser Nurejew in den Schatten stellt, hat sich den Namen „Panther“ mehr als verdient. Taufkerze, Tablett und Taufkleid waren schnell besorgt. Dass dafür bei den Ruhranen gleich immer das beste Hemd desjenigen herhalten muss, der wie Sebastian Sasse diesmal Pate wird, bleibt zwar unverständlich, ist aber egal. Denn wie gesagt: Erscheinungen haben nichts Bleibendes. Und solange nicht andere Fotos das Gegenteil beweisen, wird alles wohl so oder so ungefähr gewesen sein.

Mit einer Träne im Knopfloch reist der hohe Fuxmajor des Sommers 2008 zwar nun zunächst für drei Monate wieder einmal für ethnographische Recherchen und Studien in Putins Reich. Seine ebenso sentimental veranlagten Bundesbrüder aber wissen: Der Panther kommt wieder. Und wer bereits eine ähnlich verlaufende Promotionskneipe am östlichen Himmel dämmern sieht, dem sei jetzt schon mannhaft zugerufen: Fürchtet Euch nicht!

 




Veröffentlicht am: 14:40:39 09.02.2008
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