KANTON / GELSENKIRCHEN. Nach Bbr. Roderich Oberstehöhfeld, der 2006 im "Land des Lächelns“ weilte, und Martin Schwarz, der dort geheiratet hat und hin und wieder schreibt, meldete sich jetzt auch Bbr. Oliver Milerski vulgo "Horst" aus dem „Reich der Mitte“. Seine derzeitige Heimat ist der von subtropisch-feuchtem Monsunklima geprägte bedeutende Industrie- und Handelsstandort Guangzhou (Kanton) am Perlfluss, eine Stadt im Süden der Volksrepublik mit rund 10 Millionen Einwohnern im administrativen Stadtgebiet. 17 Universitäten und eine boomende Wirtschaft machen die Partnerstadt von Frankfurt/M., Auckland, Los Angeles, Lyon, Manila und Sydney zu einer der wichtigsten Städte Chinas. Derzeit entsteht dort der mit über 600 Metern höchste Fernsehturm der Welt.

In einer Mischung aus Auslandspraktikum und Arbeit hat Oliver zunächst sechs Schnupperwochen angetreten, um bei seiner Firma die Diplomarbeit zu schreiben und anschließend in China für die Firma tätig zu werden. In der Hafenstadt, in der die Britische Ostindien-Kompanie  1711 einen ersten Handelsposten errichtete, wurde in den ersten Tagen zunächst der Kaffeeröster „Starbucks“ zu seinem zweiten Zuhause, schrieb er am 8. August. Von dort konnte er ins Internet und traf auf äußerst zuvorkommende und freundliche Menschen, die sehr neugierig nach seiner Herkunft und dem Grund für seinen Aufenthalt fragten. Highlight während der von 8/9 Uhr bis 19 Uhr dauernden Arbeit sei das Mittagsschläfchen: „Jeder hat sein Kopfkissen dabei und nach dem Mittagessen schlafen alle erstmal eine Stunde. Aber ansonsten ist es der ganz normale Büroalltag.“ Englisch sei die Verkehrssprache, in der Verträge gemacht werden und in der er u.a. das Telefonsystem der Firma zu planen habe.

Chinesen können trinken ... 


Neben der Arbeit kämen auch gemeinsame Ausflüge mit seinem ebenfalls dort arbeitenden Bruder nicht zu kurz - so etwa Bergwanderungen auf die Gipfel rund um Guangzhou, berichtet „Horst“ am 13. August. Mit der mit der gesamten Belegschaft der Firma werde Basketball gespielt: „Meiner olympiagleichen Form hatten die Chinesen nichts entgegenzustellen, bis wir anfingen zu spielen …. mal schauen, vielleicht treffe ich am Ende meines Abstechers ja mal den Korb.“ Ordentlich gefeiert werde im Kollegenkreis ebenfalls: „Wer behauptet, dass Chinesen nicht trinken könnten, der sollte so etwas mal erleben. Ein Reisschnaps nach dem nächsten, mit Trinkspielen und gegenseitigen herausfordern.“ Das Wort „Gung Bai“ bedeute soviel wie „Prost und Ex“, erklärt Horst. „Das mit dem Ex ist ernst gemeint, da ein nicht austrinken einer persönliche Beleidigung entspricht“, so der in UNITAS-Kreisen gestählte Ex-Senior, der bei Trinkspielen offensichtlich gut mitrechnen muss, da nach Regeln aus dem 1X1 getrunken werde.


Von einer Exkursion auf den Berg Bai Yun San erzählt Oliver in einer Mail vom 22. August. Nach Einblicken in die örtliche „Botanik“ mit großen Spinnen und Salamandern tobte er mit seinem Bruder durch einen Kinder-Vergnügungspark samt Fahrgeschäften und Bungee-Station. Abende mit Kollegen und das firmeninterne Basketballtraining strukturieren seine bisherigen Woche, wie er berichtet: „Vom Treffen des Korbes bin ich immer noch weit entfernt, allerdings beherrsche ich es nahezu perfekt, den Gegnern im Weg zu stehen und Körbe zu verhindern. Denn man glaubt es kaum, allerdings gehöre ich hier zu den körperlich großen Personen.“ Tatsächlich kaum zu glauben, aber wenn Oliver die Wochen bis Anfang Oktober übersteht, wird er viel zu erzählen haben. Im nächsten Jahr will er für ein ganzes Jahr ins „Land des Drachens“ gehen. Bisher hat er noch keinen gesehen, schreibt er.

 

Bilder: (oben) Horst, als Senior der UNITAS Ruhrania 2006, (unten) Wikipedia




Veröffentlicht am: 19:06:52 14.09.2008
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