Phänomenaler Besucherandrang in Rom

60.000 Menschen allein bei der letzten päpstlichen Mittwochsaudienz, überall Fahnen und feiernde Gruppen - Rom ist in den Tagen der Jubiläumsfeierlichkeiten der Schweizergarde für Unzählige aus aller Welt eine Reise wert. "Ein absolutes Phänomen", erklärt Don Antonio Tedesco, Leiter der deutschsprachigen Pilgerseelsorge. In 38 Jahren seiner Tätigkeit in der Ewigen Stadt habe er einen solchen Ansturm von Pilgern noch nicht erlebt. "Die Kirche ist jung - und das können sie überall sehen", pflichtet er einer Botschaft von Benedikt XVI. bei. Und das ist bei einem Besuch in Rom tatsächlich unübersehbar.

Davon konnte sich jetzt eine Borbecker Besuchergruppe vom 27. April bis 3. Mai selbst überzeugen. Aus Anlass des 20. Stiftungsfestes der Katholischen Akademischen Verbindung "Capitolina" zu Rom im CV waren über 500 Gäste in den Süden  aufgebrochen, unter ihnen 48 über den CV-Zirkel Kohle und den Verein der Freunde und Förderer angemeldete Pilger, mit  Christof und Andreas Beckmann auch zwei Unitarier und Ruhranen. Denn wenn der 265. Nachfolger Petri im Papamobil seinen "Giro" über den menschenwogenden Petersplatz macht (s. unser Filmausschnitt aus der letzten Woche), brandet überall Beifall auf. Spontan formieren sich Chöre, jubeln die namentlich genannten Besuchergruppen aus allen Kontinenten. Humorvoll lobt er das gute Wetter, richtet persönliche Worte an die auf dem monumentalen Platz vertretenen Vereinigungen und Institutionen. Seine Ansprachen über den Glauben sind durchgehenden Themen gewidmet. Kurz und klar umreißt er die gestellten Fragen des Tages, erläutert den Zusammenhang von biblischem Text und Alltagsgültigkeit des christlichen Glaubens. Bis zuletzt lauscht man der anspruchsvollen Rede, dem lateinischen Segen folgt erneuter Jubel. An den Eingängen zu den abgesperrten Wegen kontrollieren sonnenbebrillte Anzugträger und Schweizergardisten in ihren bunten Uniformen. Sie absolvieren in diesen Tagen ein Programm, das auch viele Landsleute in die Ewige Stadt gelockt hat: Anlass sind die Feierlichkeiten zum 500-jährigen Bestehen der ältesten Armee der Welt.

500 Jahre im Dienst der Kirche


Der Traditionstruppe ist im linken Flügel der Platzanlage zum Jubiläum eine sehenswerte Ausstellung gewidmet. An den Bannern der Schweizer Kantone vorbei geht es über eine knarrende Treppe hoch in Säle voller Vitrinen. Portraits der Obristen, Stiche, Fahnen, Gemälde, Waffen, Münzen und Uniformen zeichnen ein lebendiges Bild der Palastwache, deren Mitglieder nicht nur eine abgeschlossene Militär- und Berufsausbildung vorweisen müssen. "Die Schweizergarde kann sich mit ihrer 500-jährigen Geschichte allein nicht rechtfertigen", unterstrich Kommandant Elmar Mäder (Bild links) im Radiointerview mit Christof Beckmann (www.kip-nrw.de). Sie habe vor allem eine gute Arbeit abzuliefern, getreu ihrem Motto verlässlich und treu. Doch sei ihr Dienst nicht zuletzt ein Zeichen für die Kirche selbst. "Wären wir ein Unternehmen, ist dies unsere "corporate identity": Der katholische Glaube. Als Laien wollen wir der Kirche dienen." In diesem Sinne, meint der Oberst, gebe es Schweizergardisten weltweit ...

Das dem Thema "Europa - Benedikt - Augustinus" gewidmete Oberthema der Tage in Rom traf so recht den Nerv. Sowohl der  Cartellverband als auch der ein Jahr ältere UNITAS-Verband wählten beide als Devise ihrer Lebensgemeinschaften das Augustinus zugeschriebene Motto "in neccessariis unitas - in dubiis libertas - in omnibus caritas". Und Rom ist wahrlich ein Ort, an dem sich die tiefere Bedeutung des "unitarischen" Teils der Devise so richtig nachspüren lässt. Für die UNITAS-Mitglieder neben dem Besuch in Ostia Antica und Frascati ein besonderes Erlebnis: Im Rahmen des Stiftungsfestes nahmen die römischen Capitolinen, Anlaufstation für Studenten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, den Leiter der deutschsprachigen Abteilung im vatikanischen Staatsekretariat, Bundesbruder Prälat Christoph Kühn, als Mitglied auf. Er war und ist aktives Mitglied bei UNITAS Frankonia Eichstätt, die bei der gleichzeitig stattgefundenen 129. Generalversammlung des UNITAS-Verbands in Neuss zum neuen Vorort für das Jahr 2006/2007 gewählt worden ist. 

 

 




Veröffentlicht am: 17:42:33 04.05.2006
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