Ferienkneipe mit gemischten Gefühlen

BORBECK.
„Ohne Schlips geht nix!“ Man kann Formen und Äußerlichkeiten ohne Zweifel übertreiben, aber wenn der Kulturstrick erstmal dran ist, geht es noch mal so gut (s. Bilder rechts). Zweifellos der Höhepunkt der Ferienkneipe am Freitag, 25. August, war die feierliche Rezipierung eines Neu-Bundesbruders. „Herr Michael Heliosch, Sie haben den Antrag auf Aufnahme in den W.K.St.V. UNITAS Ruhrania gestellt und der Convent hat Ihrem Antrag zugestimmt“, erklärte Alt-Senior Sebastian Sasse vor der Corona und entbot ihm das bundesbrüderliche „Du“. Mit Verbandsnadel, Liederbuch und Fuxenfibel ausgestattet, kehrte der aus Essen-Katernberg stammende aktive Pfadfinder,  Student der katholischen Theologie und der Geschichte an der Ruhr-Uni Bochum, nach dem ersten bundesbrüderlichen Gemäß an seinen Platz zurück - allseits beglückwünscht. Und der Schlips blieb bis zum Ende der Veranstaltung sogar da, wo er zuvor festgeknotet worden war.

Trotz mancher Ausgelassenheit mischte sich ein bisschen Wehmut in die Stimmung. Es war zwar für den derzeit „heimatvertriebenen" Verein mit dem holzgetäfelten und fahnengeschmückten Raum der Kolpingsfamilie St. Dionysius Essen-Borbeck  das richtige Ambiente gefunden worden - „... das ist ja hier fast wie der Club einer altehrwürdigen Universität in Oxford oder Cambridge“, meinte der Präside. Auch gab es hohen Besuch vom Geistlichen Beirat Kaplan Helmut Wiechmann, Kurat der DPSG im Dekanat Stoppenberg und von Alt-Vorortsschriftführer Gordian Geilenkirchen von UNITAS Berlin. Doch stand das Treffen ebenso im Zeichen zweiter Abgänge von Bundesbrüdern in die weite Welt: So verlässt der fertige Betriebswirt Bbr. Roderich Oberstehöhfeld für sein Aufbaustudium Chinesisch Mitte September das heimische Revier, um einige Monate in Chinas Hauptstadt Peking zu verbringen. Ganz neu beginnt dagegen Martin Knobloch, der nach seinem Abitur das naturwissenschaftliche Studium an der Alma Julia in Würzburg aufnimmt.

Freundschaft schätzen, Prinzipien leben

Nachdrücklich erinnerte Sebastian Sasse in seiner Prinzipienrede an das Wesen der Freundschaft, an die Kraft und Chancen der gemeinschaftlichen Verbundenheit. Jeder Einzelne trage mit seinen Überzeugungen und Talenten zum Gelingen des unitarischen Lebensbundes bei. „Für alle unsere Unternehmungen im Leben gilt: Vor den hohen Idealen und Zielen ist alles nur Stückwerk“, erinnerte der Vorsitzende des Essener UNITAS-Zirkels StD a.D. Martin Gewiese an die biblische Mahnung. Doch gelte es, niemals den Mut aufzugeben oder das Vertrauen in die persönliche Nähe des Schöpfers zu verlieren. Diesen Wunsch an die Aktivitas nahm auch Ehrensenior Christof Beckmann auf, der mit den Grüßen des örtlichen und des Zentralen Hausbauvereins endlich zur Danksagung für die von den Studenten im Sommersemester geleistete Arbeit schreiten konnte: Für gut 100 Kubikmeter aus dem Feldschlösschen gerissenen Schutt und zahllose Arbeitsstunden bei der Renovierung gab es für die Aktiven unterschriebene und gestempelte „Leistungsscheine“ als Nachweis erfolgreicher Teilnahme im Studiengang „Abrisswissenschaften“. Als Premiere aufgeführt wurde der erstmals das Mark erschütternde „Borbecker Mitternachtsschrei“. Ihm folgte zum Abschluss das Steigerlied als Ruhr-Hymne, bevor sich die Corona so langsam in diverse angesagte Lokalitäten verdrückte und bis zum Morgen feiernd durch das Revier kurvte.

Das vom neuen Team um Senior Rüdiger Duckheim geplante kommende Semester steht nun ganz im Zeichen des Umbaus und Aufbaus – im praktischen und übertragenen Sinn. Und allen ist sehr bewusst, dass in den nächsten Monaten im Verein und seiner Heimstatt sehr viel geschehen wird, an dem alle in unitarischem Geist mitbauen werden – mit und ohne Schlips ...




Veröffentlicht am: 16:49:42 25.08.2006
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