Großer Aufmarsch beim Vereinsfest in Essen-Werden

ESSEN/WERDEN. Das hat es erst selten gegeben: Beim Vereinsfest am Sonntag, 3. Dezember, in Essen-Werden mussten noch mehrere Tische und viele Stühle nachgeschoben werden, damit alle Platz fanden. Über 40 Teilnehmer aus Essen, Bochum, Velbert und Datteln versammelten sich nach dem lateinischen Choralhochamt in der Ludgerus-Basilika zur gemeinsamen Morgensitzung in den benachbarten Domstuben. Besonders begrüßt: Der gebürtige Heisinger Bbr. Dr. Dr. Thomas Lohmann (UNITAS-Salia Bonn), der aus Regensburg angereiste Stellvertretende Altherrenbundsvorsitzende des Verbandes. Trotz anfänglicher logistischer Probleme war der Essener Zirkelvorsitzende Martin Gewiese mehr als erfreut: „Wenn man sie hat, weil mehr gekommen sind als erwartet, hat man sie gerne.“

Gespannt auf den Vortrag von Bbr. Dr. Nikolaus Mantel wurde keiner enttäuscht. Er entführte mit seinem engagiert präsentierten Thema in die Tiefen des Mittelalters und zeigte am Beispiel des durch einen Ausspruch von Bismarck besonders populär gewordenen „Canossa-Gangs“ des Deutschen Kaisers Heinrich IV. im Winter 1077 zahlreiche politische Zusammenhänge des 11. und 12. Jahrhunderts auf, die im üblichen Geschichtsunterricht kaum eine Rolle spielen. Um die Kontrahenten der damaligen Auseinandersetzungen zu charakterisieren, zog er die neuesten Forschungen zu den handelnden Personen heran und machte deutlich, in welchem Umfeld sich die für das Werden des Abendlandes entscheidende Trennung von Kirche und Staat entwickelte. 

Bbr. Mantel schlug einen großen Bogen vom Streit um die Simonie, der Käuflichkeit kirchlicher Ämter, um die Investitur von Bischöfen durch weltliche Machthaber bis hin zu den Kreuzzügen, um das Ringen der beiden Seiten um die Vorherrschaft zu illustrieren. Mit Blick auf die Verhältnisse in Frankreich und England richtete er dabei auch den Blick über die Grenzen des damaligen Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation hinaus, um auch Unterschiede herauszuarbeiten. Für den aufmerksamen Zuhörer wurde deutlich, welches großes Echo die Ereignisse bis in unsere heutige Zeit haben: Vieles, so stellte der Referent heraus, lässt sich nur auf dem Hintergrund dieser Ereignisse verstehen und einordnen. Bis in die jüngste Zeit sind die Auswirkungen spürbar, so Bbr. Mantel, der dabei auch auf die aktuelle Türkei-Reise des Papstes und die staatliche und gesellschaftliche Situation in der islamischen Welt Bezug nahm – ein Aspekt, der nach mehrfach geäußertem Wunsch bei einer weiteren Sitzung weiter vertieft werden soll.

Bekannte und neue Gesichter in der Stadt

Dass es am Sonntag eine ganze Reihe neuer oder lange nicht mehr „gesichteter Gesichter“ gab, war eine besondere Freude für die angetretene Aktivitas mit Senior Rüdiger Duckheim, aber auch für die versammelte Altherrenschaft. So fanden sich in der gut gelaunten Corona u.a. auch die Bundesbrüder Ingbert Ridder und – neu in der Stadt – auch Andreas Lipski von UNITAS Berlin in Werden ein, der jetzt als Mediziner an der Essener Universitäts-Augenklinik tätig ist. Gestärkt mit einem gemeinsamen Essen, zogen sich die Aktiven im Anschluss an das Vereinsfest zur Verkostung diverser Feuerzangenbowlen auf den "Alternativen Weihnachtsmarkt" der Vereine und Verbände nach Borbeck zurück. Hier trafen sie nicht nur auf Bundesbruder Gordian Geilenkirchen (UNITAS Ruhrania, UNITAS Rheinfranken Düsseldorf), der aus dem Studium in Berlin zum Heimatbesuch eingetroffen war, sondern auch auf den Initiator der inzwischen zur örtlichen Tradition gewordenen Veranstaltung auf dem Alten Markt vor der Dionysiuskirche: Gerne erinnerte sich Franz-Josef Gründges beim Plausch mit den Ruhranen an die Studentenzeiten in Würzburg, wo er u.a. gemeinsam mit dem heutigen UNITAS-Verbandsgeschäftsführer Dieter Krüll bei UNITAS Bavaria aktiv war.

 

 




Veröffentlicht am: 11:45:35 03.12.2006
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