Vortrag von Rüdiger Duckheim
beim AHZ Essen

ESSEN. Über Aufbau und Wesen der Heiligen Messe referierte am Mittwochabend, 7. März, der Senior des Wintersemesters, Bbr. Rüdiger Duckheim. Vor 25 Zuhörern beim turnusgemäßen Monatstreffen des UNITAS-Zirkels Essen im „Istra“ in Essen-Rüttenscheid stellte er in seinem klar gegliederten Vortrag den Wortgottesdienst und die Eucharistiefeier in Aufbau und historischer Entwicklung vor, betrachtete die wesentlichen Neuerungen und Vorschriften der Liturgie-Konstitution des II. Vatikanischen Konzils, aber auch Fehlentwicklungen und neue Ideen. Im letzten Teil stellte er eine Reihe von Postulaten und Thesen auf, die anschließend in der großen Runde diskutiert wurden.

Ausgehend von der Überlieferung der Apostelgeschichte erörterte der angehende Diplomtheologe martyria (Verkündigung), liturgia und diakonia als die Grundvollzüge der Kirche. Gottesdienst, so Bbr. Duckheim, sei Gottes Dienst am Menschen und Dienst des Menschen an Gott, sei zugleich Anteil am Pascha-Mysterium und dessen Vergegenwärtigung. Nur Christus, in Wort, Volk, Opfer und in der Person des die Eucharistie Vollziehenden gegenwärtig, stehe im Mittelpunkt. Zuerst handle Gott in jedem Gottesdienst am Menschen – gottesdienstliche Handlungen und Abfolgen seien damit nicht frei „verfügbar“. Jedes als wünschenswert und schön empfundene Element müsse diesen Sinn erfüllen. Handlung und Zeichen seien zunächst einfach, zweckmäßig und sinnfällig. 

Messe ist kein Selbstfindungsritual

Damit habe der Gottesdienst kein willkürlich gesetztes „Thema“, erläuterte Bbr. Duckheim am Beispiel verbreiteter Spielformen und Sondermessen. Nachdrücklich unterstrich er die Bedeutung der Psalmen und der Homilie als zeitgemäßer Auslegung des Wortes Gottes. Grundsätzlich dürfe das Abweichen von der vorgegebenen Messordnung nur die Ausnahme, nicht die Regel sein, Liedauswahl und verschiedene als gemeinschaftsstiftend empfundene Elemente dürften nicht in Aktionismus, Eventcharakter oder Selbstfindungsrituale ausarten. Der Gloriaruf, das Große Glaubensbekenntnis, die richtige Formulierung der Fürbitten, der Vortrag beider Lesungen und die richtige Verwendung der Hochgebete hätten ihren inneren Sinn. Der ganze Reichtum der Liturgie, so Richie Duckheim, müsse in der Feier der Hl. Messe zur Geltung kommen – dabei müsse auch dem Gebrauch der Lateinischen Sprache der ihr zustehende Platz eingeräumt werden.

Dem etwa einstündigen Vortrag schloss sich eine engagierte Debatte an, in der vor allem die Frage der sogenannten „Alten Messe“ eine Rolle spielte, in der aber auch der Blick auf die Messe als Mysterium, weltkirchliche Aspekte, auf die Stellung der Kirchenmusik und auf orthodoxe Liturgieformen geworfen wurde. Und wieder einmal war die Zeit viel zu kurz - erst gegen Mitternacht ging die Gruppe der letzten Diskutanten auseinander. Die zu diesem Thema angesetzte Wissenschaftliche Sitzung beim Essener UV-Zirkel entsprach einem vor längerer Zeit geäußerten Wunsch – und mancher wird das von Rüdiger vorgelegte ausführliche Thesenblatt inzwischen noch einmal zur Hand genommen haben.




Veröffentlicht am: 17:29:51 07.03.2007
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