Aus: unitas 4/2006

Gesellschaft gerecht gestalten
NEUE INTERNATIONALE ZEITSCHRIFT
FÜR CHRISTLICHE SOZIALETHIK 


„Ich werde sie nicht schonen, weil sie die Unschuldigen für Geld und die Armen für ein Paar Schuhe verkaufen. ... Und bei allen Altären schlemmen sie auf den gepfändeten Kleidern und trinken Wein vom Geld der Bestraften im Haus ihres Gottes.“ Wohl kaum ein Buch wie das des Propheten Amos geißelt im Alten Testament so drastisch Missstände seiner Zeit. Mit harten Worten trat Amos in der zweiten Regierungshälfte Jerobeams (760-750 v. Chr.) gegen die Korruption der Richter und Priester auf, gegen die Ausbeutung der Landbevölkerung durch den Königshof und die Jerusalemer Oberschicht. Seine Prophetie aber ist nicht pure Sozialkritik, sondern die Botschaft vom kommenden Gott. Sein Appell zielt auf Umkehr, gesellschaftliche Solidarität, Verwirklichung von Recht und Gerechtigkeit als gelebtem Gottesbund. Seine Vision: „Das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach“ (Am 5,24).

„Amos“ heißt auch eine neue internationale Zeitschrift für christliche Sozialethik, die vom Sozialinstitut des Erzbistums Paderborn, der Kommende Dortmund, in Zusammenarbeit mit der Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen Sozialethiker herausgegeben wird. „Die Soziale Frage wird uns in der Zukunft ganz massiv begleiten, daher erscheint mir der Zeitpunkt zur Herausgabe der Zeitschrift richtig gewählt“, erklärte der Paderborner Weihbischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann bei der Vorstellung der Zeitschrift am 24. November 2006 in Dortmund. Sie soll die Positionen der christlichen Sozialethik in den wissenschaftlichen und politischen Diskurs einbringen. Darüber hinaus biete die Zeitschrift auch selbst ein Forum für diesen Diskurs, erläuterte der Chefredakteur und Mitarbeiter der Kommende Dr. Dr. Richard Geisen.

Jedes der viermal im Jahr erscheinenden Hefte ist einem Schwerpunktthema gewidmet. Zu Wort kommen christliche Sozialethiker, aber auch Vertreter anderer Perspektiven und Positionen, Wissenschaftler und Praktiker. „Renommierte Sozialwissenschaftler werden zu aktuellen Themen Stellung beziehen und komplexe Sachverhalte in verständlicher Sprache darlegen“, kündigte Prälat Dr. Peter Klasvogt, Direktor der Kommende, an. Als Schwerpunktthemen für 2007 sind vorgesehen: „Arbeitslohn – lohnt die Arbeit?“, „Familie – Demographie“, „Zuwanderung – Integration“ sowie „Finanzmärkte“. Für den Bochumer Professor Dr. Joachim Wiemeyer, in den letzten sechs Jahren Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen Sozialethiker, sind diese Themenkomplexe „die zurzeit wichtigsten gesellschaftspolitischen Herausforderungen. Der Sozialethiker Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach SJ lobte die Verbindung von „Amos“ zu einem praktischen Standort des Diskurses in der Kommende Dortmund. Hengsbach hat für die Nullnummer der Zeitschrift einen Beitrag über „die Partner eines revidierten Gesellschaftsvertrages“ geschrieben.


Wem hat AMOS etwas zu bieten?

Motiviert zu diesem anspruchsvollen Projekt sehen sich die Herausgeber (Sozialinstitut Kommende Dortmund, Prälat Dr. theol. Peter Klasvogt, Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen Sozialethiker, Prof. Dr. theol. Michael Schramm, Prof. Dr. rer. pol., lic. theol. Joachim Wiemeyer) durch die Fragen, die ihnen häufig von Verantwortlichen aus Politik, Wirtschaft, Verbänden gestellt würden. Sie sollen nun prägnant, aber fundiert über christliche Positionen und ethische Orientierung zu aktuellen Gesellschaftlichen Themen informiert werden.

AMOS will Brücken zwischen Wissenschaft und Praxis, zwischen christlicher Gesellschaftslehre und neuen sozialen Herausforderungen schlagen. Die Autoren beziehen Stellung zu aktuellen Themen und legen komplexe Sachverhalte in verständlicher Sprache dar. Damit biete sich, so die Absicht der AMOS-Macher, Wissenschaftlern und Erwachsenenbildnern ein Forum für sozialethische Information, Reflexion und Dialog. Zudem verschaffe sie Akteuren in Politik und Gesellschaft ein Repertoire an wissenschaftlich begründeten und theologisch verantworteten Werten und Überzeugungen. Aber auch engagierte und interessierte Christen sollen hier „einen Fundus an Lebenswissen und visionärer Kraft“ gewinnen.

Die Zeitschrift „Amos“ mit dem Untertitel „Gesellschaft gerecht gestalten“ erscheint im Aschendorff-Verlag in Münster. Dort können Abonnements sowie ein kostenloses Probeheft bestellt werden: Verlag Aschendorff, 48135 Münster, Tel. (0251) 69 013 3, Fax (0251) 69 01 43, E-Mail buchverlag@aschendorff.de. Das Jahresabonnement kostet 49,80 Euro (39,80 Euro für Studenten, Assistenten und Referendare). Die Redaktion ist erreichbar im Sozialinstitut Kommende Dortmund, Brackeler Hellweg 144, 44291 Dortmund, E-Mail redaktion-amos@kommendedortmund.de. Mehr Informationen und Möglichkeit zur Online-Bestellung auf der Internetseite www.zeitschrift-amos.de.
CB

Bild oben: Stellten in der Kommende Dortmund die neue Internationale Zeitschrift für christliche Sozialethik,„Amos“, vor (v.l.): Kommende-Direktor Prälat Dr. Peter Klasvogt, Dr. Dirk F. Paßmann, Verlagsleiter beim Aschendorff-Verlag, Weihbischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann, Professor Dr. Joachim Wiemeyer und Prof. Dr. Friedhelm Hengsbach SJ. Foto: pdp

 




Veröffentlicht am: 14:43:11 05.01.2007
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