aus: unitas 4/2006

Volles Programm bei UNITAS Ruhrania 

RUHRGEBIET. Zum Winter startete die UNITAS an der Ruhr in ein erneutes „Vagabunden-Semester“: In stiller Vorfreude auf den Abschluss der Totalrenovierung des Unitarischen Zentrums in Essen-Borbeck hat das Team um Senior Rüdiger Duckheim die Termine und Veranstaltungen außerhalb des Hauses organisieren müssen. Kolpingsfamilie Borbeck, die Pfarrgemeinde St. Dionysius, der UV-Zirkel Essen, der CV-Zirkel „Kohle“ und die benachbarte KdStV Nordmark im CV boten der „umbaugeschädigten“ Aktivitas Asyl.

Gut ein Drittel der Bauarbeiten am „Feldschlößchen“ waren zum Jahresende 2006 vollendet. Das unter aktiver Beteiligung der Ruhranen völlig entkernte Gebäude wurde dabei fast in den Rohbauzustand zurückversetzt, Elektriker, Sanitär- und Heizungsinstallateure, Roh- und Trockenbauer geben sich derzeit die Klinke in die Hand. Nach derzeitigem Stand soll das Haus zum Vereinsfest im Juni 2007 wieder in Betrieb genommen sein und mit einer großen Party wiedereröffnet werden.

Trotz baubedingter Einschränkungen und Abgängen in der Aktivitas nach Würzburg und China verzeichnet das im Internet veröffentlichte Ruhranen-Tagebuch Hochbetrieb: So luden die Aktiven zum Erstsemestertreffen mit den neuen Studierenden im Fach Katholische Theologie an der Ruhr-Uni Bochum und informierten mit Experten über die Berufsmöglichkeiten für Theologiestudenten. Sie trafen sich zu gemeinsamen Messen, Veranstaltungen mit dem von Bbr. Martin Gewiese geleiteten Essener Zirkel, zur Fahrt zum Aktiventag in Eichstätt und Wissenschaftlichen Sitzungen. 

Rekordbeteiligung: 25 Jahre Ruhranen-Treffen

Eine Rekordbeteiligung gab es beim Jubiläumstreffen der Ruhrania am 18. November in Münster. Gut 50 Teilnehmer versammelten sich zum 25. traditionellen Treffen aller Ruhranen am prasselnden offenen Kaminfeuer des Heimathauses am Max-Clemens-Kanal in Münster-Sprakel. Wie immer hatten der Altherrenvereins-Vorsitzende Bbr. OStD a.D. Jörg Lahme und seine Frau Doris für ein großes Büffet gesorgt und in der Einladung nicht zu viel versprochen. Auch, was das Rahmenprogramm betraf: Erstmals gemeinsam traten diesmal der Regisseur, Autor und Schauspieler Hannes Demming von der Niederdeutschen Bühne in Münster und Bundesbruder Rainer van Husen (Tenor) für eine „Mule voll Platt“ auf. Behutsam führten die beiden Altmeister mit ihrem kurzweiligen Programm unter dem Titel „Laten Hiärfst“ in die Spezialitäten der niederdeutschen Sprache ein. Ein „Kunstgenuss im Doppelpack“: In hintergründig-witzigen, melancholisch-philosophischen Texten und flott-frechen Liedern sangen sie ihr Loblied auf Westfalen und die „Perle des Münsterlandes“. 

Unter den aus Münster, Ostwestfalen, dem Sauerland, dem hohen Norden und dem Ruhrpott angereisten Mitgliedern war erstmals mit den Bundesbrüdern Werner Niester aus Bonn und Johannes Pfeiffer aus Münster fast das gesamte Vorortsteam der Münsteraner UNITAS Ruhrania von 1956/57 erschienen. Freudig wurde auch das Grußwort des Geistlichen Verbandsbeirats Bbr. Kaplan Helmut Wiechmann aufgenommen: Er dankte im Namen des Verbands den Ruhranen für ihre Treue auch in schwerer Zeit, insbesondere dem AHV-X Jörg Lahme für sein großes Engagement und schloss nicht zuletzt die Damen in diesen Dank ein. Rund 300 Bilder illustrierten den von Bbr. Dr. Christof Beckmann gegebenen Bericht über die Aktivitäten des Vereins im vergangenen Jahr, die Fortschritte beim Umbau des Hauses und den großen Einsatz der „akademischen Bauhelfer“, für den die Ruhr-Aktiven großen Applaus der Altherrenschaft ernteten. 2007 wollen sich alle Besucher im renovierten Ruhranenhaus in Essen wiedersehen. 

Anfang Dezember stellten die Ruhranen 14 Teilnehmer beim traditionellen Barbara-Ball des „Kohle-Zirkels“ auf Schloss Borbeck und versammelten sich in Essen-Werden, der Heimat von Verbandsgründer Hermann Ludger Potthoff, mit dem Essener Zirkel zum Vereinsfest „Maria Immaculata“. Nach dem lateinischen Hochamt in der Basilika St. Ludgerus referierte Bbr. Dr. Nikolaus Mantel, Latein- und Geschichtspädagoge am Essener Humann-Gymnasium, bei der Wissenschaftlichen Morgensitzung zum Thema „Der Gang nach Canossa –Episode oder Wendepunkt des Mittelalters?“. Auch hier mit lang nicht mehr erlebter großer Beteiligung: Bbr. Mantel entführte über 40 Teilnehmer aus Essen, Bochum, Velbert und Datteln mit seinem engagiert präsentierten Thema in die Tiefen des Mittelalters und zeigte am Beispiel des „Canossa-Gangs“ des Deutschen Kaisers Heinrich IV. im Winter 1077 zahlreiche politische Zusammenhänge des 11. und 12. Jahrhunderts auf. Um die Kontrahenten der damaligen Auseinandersetzungen zu charakterisieren, zog er neueste Forschungen heran und stellte klar, in welchem Umfeld sich die für das Werden des Abendlandes entscheidende Trennung von Kirche und Staat entwickelte. Mit Blick auf die Verhältnisse in Frankreich und England richtete er dabei auch den Blick über die Grenzen des damaligen Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, um die bis in die jüngste Zeit spürbaren Auswirkungen deutlich werden zu lassen – ein Aspekt, der nach mehrfach geäußertem Wunsch bei einer weiteren Sitzung weiter vertieft werden soll.

Guter Start ins Jahr 2007

Einen starken Impuls im Advent setzte ein geistliches Abendgespräch mit dem Borbecker Vikar Nobert Linden, mit dem sich die UNITAS Ruhrania auf Weihnachten vorbereitete und wohlgemut ins Neue Jahr ging. Mit einem gelungenen Auftakt: Denn auch beim gemeinsam mit dem Essener Zirkel veranstalteten Neujahrsempfang für die Region mussten am 3. Januar wieder fleißig Tische gerückt werden. Aus Essen, Datteln/Castrop-Rauxel, Oberhausen, Bottrop, Mönchengladbach, Velbert und Gelsenkirchen kamen die Gäste, knapp 50 Besucher konnten der Senior Rüdiger Duckheim und der Essener Zirkelvorsitzende Martin Gewiese im Pfarrsaal der Gemeinde St. Maria Immaculata begrüßen. Kein Wunder: Galt doch der inhaltliche Schwerpunkt des ersten Treffens im neuen Jahr zudem einer akademischen Auseinandersetzung besonderer Qualität. Denn der emeritierte Philosophieprofessor Dr. Georg Scherer, der bereits beim Vereinsfest im Sommer 2006 hochspannende Überlegungen zum wissenschaftlichen Werk des Kirchenlehrers und unitarischen Verbandspatrons vorgestellt hatte, sprach bei der anschließenden Wissenschaftlichen Sitzung zum Thema „Vita activa und vita contemplativa beim Hl. Thomas von Aquin“. 

„2007 wird ein besonders turbulentes Jahr für uns“, erklärte der Senior Rüdiger Duckheim - zu Recht. Denn mit dem kurz vorgestellten Fortschritt der Bauarbeiten am UNITAS-Haus finden die UNITAS-Zirkel und Verbandsmitglieder in der Region eine neue Begegnungsstätte. Vor allem aber, so der Essener AHZ-X Martin Gewiese, verbinde man mit dem Projekt auch die Hoffnung, dass nicht zuletzt die studentische Aktivitas viele neue Mitglieder gewinnen könne. Tatsache jedenfalls ist, dass die UNITAS-Veranstaltungen im Revier in den letzten Monaten einen immer größeren Zulauf gewinnen. „Wir sind die UNITAS in einer spannenden Region und laden gerne Gäste ein“, so der Senior. „Bundesgeschwister, die zum Studium oder aus beruflichen Gründen ins Ruhrgebiet wechseln, sind immer herzlich willkommen!“ 

 




Veröffentlicht am: 14:39:05 07.01.2007
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