Unitas-Verbandsvorstand tagte in Essen

Programm für 144. Generalversammlung vorgestellt


ESSEN.
Es ist in den letzten Wochen und Monaten mehr passiert, als man glaubt: Corona kriegt uns eben nicht klein. Fröhliche Treffen und das jährlich Fest zu St. Altfrid, ein fulminanter 80. Geburtstag unseres lb. Bbr. Jörg Lahme, Ehrenvorsitzender des AHV – all das und mehr spiegelte sich in der letzten Zeit vor allem in den Sozialen Netzwerken ab, in unseren Chat-Gruppen und auf Facebook. Gleichwohl: Der Unitas-Verbandsvorstand gab heute, am 30. Tag der Deutschen Einheit, unserer Bischofs- und Universitätsstadt Essen die Ehre und tagte im Franz Sales-Haus. „Einheit“ und „Unitas“ passte eben offensichtlich gut zusammen – zumal der Ort aus einem besonderen Grund gewählt war: Gleich zum Beginn der inhaltlichen Tagesordnung stand die Beratung über die 144. Generalversammlung (GV) des bundesweiten Unitas-Verbandes, die im kommenden Jahr von der Unitas Ruhrania in Essen ausgerichtet wird.
 

„Verantwortliche Begegnung schaffen“,


Vorbehaltlich der 143. GV in Köln, die coronabedingt an nur einem Tag im November 2020 tagt, wird damit die GV zum zweiten Mal nach 1961 in Essen tagen. Die Vorschläge des seit Juli 2018 tätigen örtlichen Vorbereitungskomitees wurden vom außerordentlichen Cumulativconvent (CC) der Unitas Ruhrania am 20. September einstimmig beschlossen, der entsprechende Antrag ist pünktlich als Antrag in die nächsten GV-Unterlagen gewandert. Genehmigt wurde ein viertägiges Programm vom 3.-6 Juni 2021, für das alle Veranstaltungsorte und Unterkünfte bereits stehen – wohlgemerkt unter dem Begriff „verantwortliche Begegnung schaffen“, so der CC. Flexibilität sei angesichts der Entwicklungen sicher notwendig, eine enge Abstimmung mit der Verbandsspitze Pflicht.


 

Programm weit fortgeschritten


Die Präsentation am 3. Oktober bei der Vorstandssitzung in Essen zeigte große Übereinstimmung: Die von der Ruhrania in Aussicht gestellte mögliche Verkürzung der GV 2021 von vier auf drei Tage ist nunmehr Stand der Dinge, die GV startet an Fronleichnam und endet zum Fest des Verbandspatrons Bonifatius am Samstag. Wer noch länger bleiben will – Essen bietet erfahrungsgemäß eine ganze Menge Möglichkeiten. Der Zeitraum strafft das Programm, zwingt zur Konzentration der Beratungen, soll aber viel Gelegenheit zur Begegnung lassen – so beim geplanten Begrüßungsfest auf Schloss Borbeck, bei einem Akademischen Gesellschaftsabend und einem Festakt, der zugleich die inhaltlichen Aspekte der Essener GV vertiefen wird. Messen, Sitzungen und Besichtigungsprogramm werden nun noch im Detail festgezurrt. Dann wird sicher auch die Vorberichterstattung anlaufen können.
 

Festanlässe gibt es viele


Äußerer Anlass für die GV zwischen Fronleichnam und Bonifatius ist das 110. Stiftungsfest der 1911 in Münster gegründeten Unitas Ruhrania. Es ist die erste von ihr ausgerichtete GV, doch in ihrer bewegten Geschichte bildet sich vieles von dem ab, was den Bundesverband insgesamt prägt: Gegründet unter dem Namen des Bonner Ur-Vereins von 1847, in der Hochzeit der Korporationsgeschichte vor dem Ersten Weltkrieg, aktiv in den Auseinandersetzungen mit nationalistischen Kräften an den Hochschulen, republiktreu, fordernd, hochattraktiv am Universitätsort und widerständig unter den Nationalsozialisten: Auch der Seligsprechung der Mitglieder Johannes Prassek und Eduard Müller vor 10 Jahren in Lübeck soll darum gedacht werden, die 1943 von der NS-Justiz ermordet wurden. Beide wurden im Gründungsjahr der Unitas Ruhrania geboren.


 

Ein Stück Unitas-Geschichte


Die Wiederbegründung nach den Katakombenjahren, starke Zeiten unter Ehrensenior Prälat Heinrich Portmann, dem „Schatten“ des Kardinal von Galen, die schwierigen Zeiten ab der Mitte der 1960er, schwierige Debatten um Form und Inhalt, die Suspendierung, das Überwintern als Altherrenverein und der Wechsel an die Ruhr-Universitäten – all dies mündete in einen mutigen Neustart. Vor 30 Jahren kam in Bochum die formelle Vereinigung mit der Unitas-Ruhr, es folgte die Gründung des Hausbauvereins und ein engagiertes Vereinsleben mit vielfältigen Aktivitäten entlang der A 40: Radiosendungen entstanden und soziale Projekte wie in Venezuela und im Kroatienkrieg, es gab Aktiventage zu aktuellen gesellschaftlichen Fragen, zur Zukunft Europas, den Wechsel nach Essen, die Übernahme des Verbands-Vororts im 100. Gründungsjahr, zuletzt den Einsatz für Kommilitonen aus dem Nahen Osten.
 

„Einfach machen“ ist auch ein Prinzip


Fast zu viel für einen von der Mitgliederzahl her kleinen Verein, den Masse allerdings wenig interessierte, der vielmehr nebenher noch ein Haus kaufte, totalsanierte und als Studentenwohnheim mit eigener Gastronomie in Betrieb nahm. Vor allem aber eben doch wohl zu klein, wenn man die eigentliche Aufgabe sieht: Die Ruhr-Universitäten haben sich längst zu einer dichtesten Hochschullandschaften des Kontinents entwickelt und hier bilden sich gesellschaftliche Entwicklungen sehr früh und direkt ab. Das Leben im Pott ist eben mehr als spannend. Dies alles wird der älteste katholische Studentenverband 2021 in der Metropole Ruhr sicher in besonderer Weise würdigen.
 

Hoffen wir nun auf eine frohgestimmte Wallfahrt zur Bistumspatronin „Maria, Mutter vom Guten Rat“ im Dom, auf ein gesundes Treffen in der Heimat unserer Verbandsgründer um Hermann-Ludger Potthoff aus Werden (1830-1888), hier, am Ort des ältesten Unitas-Ortszirkels, der dann rund 133 Jahre in Essen die unitarischen Farben hochhält. Wir freuen uns auf breite Unterstützung aus der Ruhrania und dem Verband. Und packen es an.

Nachschlag: Das 2016 von der Unitas Ruhrania initiierte Soziale Projekt des Unitas-Verbandes ist abgeschlossen. Es wurde 2017-2020 gemeinsam mit den Salesianern Don Boscos in Essen und federführend von der Ruhr-Unitas begleitet. Der bei der Sitzung in Essen vorgelegte Bilanzbericht für das Projekt „Gemeinsam für Studenten aus dem Nahen Osten“ verzeichnet Einnahmen und Ausgaben von fast genau 92.000 Euro, die ordnungsgemäß zur Unterstützung von 90 Kommilitonen aus Syrien, für die Einrichtung eines eigenen Studentenwohnheims in Essen und verschiedene Ausbildungsprojekte in Fulda, München und Bamberg verwendet wurden. Allen Spenderinnen und Spendern für ihre Hilfe herzlichen Dank!







Veröffentlicht am: 17:51:01 03.10.2020
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