Semesterfinale bei Unitas Ruhrania

Deutsche Einheit Thema beim Festkommers

 

ESSEN. „Für uns heißt es gerade heute wieder: Wachsam und bereit sein!“, erklärte am Samstagabend 1. Februar, Bbr. Staatssekretär a.D. Dr. Jürgen Aretz beim Festkommers der Unitas Ruhrania im Unitas-Haus „Feldschlößchen“. „Dieses Land hat Feinde von rechts und links – das ist nicht zu übersehen“, unterstrich Aretz. Deutschland sei zwar kein perfekter Staat, vieles gebe es zu verbessern. Doch für Christen sei die Idee von der „civitas perfecta“ keine säkulare Größe. „Wir dürfen aber sagen: Unser Land ist das Beste, was wir je in unserer Geschichte hatten“, betonte der Festredner der Ruhr-Unitas zum Vereinsfest zu Ehren des Hl. Thomas von Aquin. Und diese Errungenschaft gelte es zu verteidigen – auch indem man einer weitverbreiteten und kultivierten „Miesepetrigkeit“ wiederspreche: „Sie ist definitiv kein Staatsziel“, erklärte der langgediente Politiker, der maßgeblich an vielen Stellen der deutschen Wiedervereinigung mitgearbeitet hatte.

 

30 Jahre Deutsche Einheit

 

In seinem Festvortrag „30 Jahre friedliche Revolution und Deutsche Einheit - Auch heute ein Grund zur Freude“ spürte der Historiker und ehemalige Thüringische Staatsekretär dem kaum noch präsenten Drama der deutsch-deutschen Teilung nach. Er führte in die Jahre der Konfrontation der Blöcke und der stets drohenden Eskalierung des Kalten Krieges, in die Unterschiede der Systeme, die Folgen der Mangelwirtschaft eines überforderten ideologischen Zwangssystems, das die vielen ganz normalen Menschen mit den ausgeklügelten Instrumenten der Diktatur überwachte, aushorchte und drangsalierte. Entgegen vielen jüngsten Einlassungen sei der permanente Freikauf von politischen Gefangenen die richtige Entscheidung gewesen, so Aretz.

 

Mitläufer und Wendehälse

 

Er verwies auf das Schicksal von Familien hüben und drüben, die nicht aufgearbeitete Frage der Zwangsadoptionen, die zerstörten Lebenspläne von Menschen, die dem kommunistischen System aus vielen Gründen nicht folgten. Er sprach über die Täter, die Mitläufer und Wendehälse und den bis heute andauernden Starrsinn der Verantwortlichen, die fast alle straffrei ausgegangen seien. Nachdrücklich unterstrich der Vizepräsident des Kuratoriums Deutsche Einheit nicht zuletzt die Rolle der Kirchen in der fast entchristlichten ehemaligen „DDR“ für den Weg zur friedlichen Revolution – ein „Glück der Geschichte“, über das man sich auch heute noch wirklich freuen dürfe.

 

Sinn für Geschichte

 

Mit großer Zustimmung und Applaus würdigten die Grußworte des Abends auch sein ausdrückliches Plädoyer für die Geschichte. Aktuelle Prägungen und Erfahrungen seien immer zeitgebunden, hatte Dr. Aretz klargestellt, doch erst das Wissen um die Vergangenheit sorge für ein richtiges Verständnis der aktuellen Situation. Nur aus einem Sinn für Bedingungen und Entwicklungen könne somit eine richtig gedeutete Gegenwart und auch ein angemessenes Handeln für die Herausforderungen der Zukunft erwachsen.

 

Der designierte Senior Bbr. Thibaut Feike, der den Kommers routiniert geschlagen hatte, freute sich über zahlreiche Gäste aus der Altherrenschaft, dem Unitas-Zirkel Essen, von Unitas Franziska Christine und nicht zuletzt vom amtierenden Vorort Unitas Landshut in Köln. Jetzt schaut die örtliche Vertretung des Unitas-Verbandes, der in diesem Jahr sein 165-jähriges Bestehen begehen kann, bereits in ihr 219. Vereinssemester. Und sicher hat das Vereinsfest zum Ende des WS 2019/20 dazu noch einmal kräftigen Schwung gegeben. Es klang am Sonntag, 2. Februar, mit der gemeinsamen Hl. Messe in der Essener Münsterkirche und einem Treffen im „Löwen“ am Kopstadtplatz aus.










Veröffentlicht am: 16:49:04 03.02.2020
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