Aktuelles > Neuigkeiten > Lübecker Märtyrer: Bewegende Glaubensfeier



Lübecker Märtyrer: Bewegende Glaubensfeier

Gedenktag mit der Afrikanischen Gemeinde in Essen


ESSEN. Ungewöhnlich und bewegend: Der Ort des Jahresgedenkens für die Lübecker Märtyrer in Essen am Sonntag, 10. November, war die St. Gertrudiskirche in der Innenstadt. Die 14-Uhr-Messe feierte unser Bbr. Father Sylvester Ejike Ozioko, Pfarrer der englischsprachigen afrikanischen Gemeinde in der Stadt – zwei Stunden, die wie im Flug vergingen.

Erinnerung an Glaubenszeugen

Fragende Blicke gab es zunächst reichlich, als er mit sieben Ministranten und den Chargen der Unitas Ruhrania mit ihrer Fahne in die gut gefüllte große Kirche zog. Es sei ihm eine außerordentliche Freude, seine Bundesbrüder und Bundesschwestern in dieser Messe zu begrüßen, erklärte Bbr. Sylvester und stellte die Unitas vor. Nicht zuletzt aber auch den Anlass, dem er eine lange und mitreißende Predigt widmete. Die Glaubenszeugen aus Lübeck, die am 10. November 1943 im Hamburger Gefängnis am Holstenglacis durch das Fallbeil hingerichtet wurden, seien leuchtende Beispiele für einen starken und unerschütterlichen Glauben, unterstrich der Zelebrant und führte in die lange quälende Zeit ihres Leidens und Sterbens vor 76 Jahren.

Überzeugung und Mut sind gefragt

Doch stellten die katholischen Kapläne Eduard Müller, Johannes Prassek und Hermann Lange, die mit dem evangelische Pastor Karl Friedrich Stellbrink gegen die Verbrechen des Nazi-Regimes Stellung bezogen, bis heute drängende Fragen. „Wo ist das Zeugnis der Christen in einer durch Konformismus und „Political correctness“ dominierten Welt?“, so Bbr. Sylvester. Das betreffe auch alltägliche Herabsetzung, Rassimus und Hass in Wort und Tat - sie forderten zum ganz persönlichen Zeugnis heraus. Gängige Lauheit, vorschnelle Kompromisse und Unauffälligkeit seien hier kein Ausweis für wirkliche Überzeugung in der Nachfolge Christi. „Zeigt Mut – wie die Apostel, wie die Märtyrer von Lübeck und viele, die uns vorausgegangen sind!“, forderte er in seiner Predigt. „Gebt Zeugnis für die Wahrheit“, erklärte er in Anspielung auf die lange verschollenen Abschiedsbriefe der vier Geistlichen. Glaubensstärke komme aus Überzeugung und Mut - beide seien auch in unseren Tagen gefragt. „Gebt jedem ein Beispiel, dafür dass ihr keine Angst habt. Nicht vor dem Leben und nicht vor dem Sterben – da ist es, was Christen dieser Welt zu geben haben.“

Ein Fest des Glaubens

Vielfach verwies Pfarrer Ozioko in der Messe auf Glaubensmut und -zeugnis der im Widerstand gegen die nationalsozialistischen Terror ermordeten Seelsorger, verlas ihre Namen und erinnerte daran, dass mit Johannes Prassek und Eduard Müller zwei von ihnen der Unitas Ruhrania angehörten. Eine Messe, die zugleich auch als Ort des Lebens gefeiert wurde: Ein Fest des Glaubens, mit Freude und Humor schwungvoll durch den Chor und eine ungewohnte Mischung aus Trommeln und Orgel begleitet.

Es sei „kaum möglich, in einer solchen Messfreude aus bewegender Musik und Predigt nicht selbst in Bewegung“ zu geraten, erklärten die Unitas-Vertreter in einem Wort an die Gemeinde. Dankbar für die große Gastfreundschaft an diesem Tag, wünschten sie auch den engagierten Musikern viel Erfolg: Der Chor der englischsprachigen afrikanischen Gemeinde in Essen steht derzeit in den Endausscheidungen für den NRW-weiten Contest „Die besten im Westen“. Besonders dem Dirigenten, Charles Ozioko, wünschten sie dafür besten Erfolg. Er selbst wohnt ebenfalls im Studentenhaus der Unitas in Essen-Borbeck.





















Veröffentlicht am: 19:29:47 10.11.2019
Info
Tipp: Falls Sie sich beim „gefällt mir"-Button verklickt haben, gehen sie über dem nun grauen „gefällt mir"-Button zum „Daumen Hoch"-Zeichen, dort erscheint nun ein „x" und mit einem kleinen Klick mit der linken Maustaste ist wieder alles wie zuvor. Uns würde es trotzdem sehr gefallen, wenn sie diesem Tipp nicht folgen.
Zurück zu: | allen Kategorien | WS 08/09 | SS 08 | Presse