Kloster Gerleve: Der Weg des Lebens


BILLERBECK.
„Wo sind denn die Studenten?“ – als Antwort auf die besorgte Frage des Priors beim Empfang in Gerleve reichte der Hinweis auf laufende Prüfungen und Verpflichtungen. „Studium geht vor!“, so Pater Robert Mittweg OSB, der die Ruhranen am Sonntagnachmittag, 14. Juli, vor der Abteikirche empfing. Reduziert in der Zahl, aber umso freudiger versammelten sie sich am Klosterportal der Benediktiner – Ziel einer Sternfahrt aus Essen, Datteln, Duisburg und Dortmund.

Ein Besuch an einem Ort, der die noch in Münster ansässige Unitas Ruhrania begleitete und auch der neuen Ruhrania an der Ruhr schon oft Gastfreundschaft geboten hat - in diesem Jahr pünktlich zur 120-jährigen Wiederkehr der Klostergründung: Die ersten Benediktiner kamen 1899 aus der Erzabtei Beuron in die Bauerschaft bei Billerbeck und siedelten sich zwischen den grünen Waldstreifen und sattgelben Kornfeldern des westlichen Münsterlandes an. Pater Robert, gebürtig aus Gelsenkirchen-Horst und seit 25 Jahren Prior des Klosters, berichtete lebendig aus der Geschichte der 1904 zur Abtei erhobenen Gemeinschaft, die hier nach der Ordensregel des Mönchsvaters Benedikt von Nursia (480-547) lebt.

Zeugen einer zeitlosen Botschaft


Gemeinsam führte der Weg durch die Kirche. Ihre fast sparsame, aber sorgfältig bedachte Ausstattung zeigte sich gleichsam als Sinnbild für die zeitlose Botschaft, die hier deutlich wird. Sehr reduziert und konzentriert lenkt sie den Blick auf das Wesentliche: Von der aus Süddeutschland stammenden spätmittelalterlichen Marienfigur über die expressionistisch wirkende romanische Kreuzigungsgruppe aus Spanien bis zum Beuroner Herz-Jesu-Altar und der vor wenigen Jahren in Südtirol geschnitzten, irritierend echt wirkenden und lebensgroßen neuen Figur des Hl. Josef, dem Patron der Gründung, verbindet sie die Zeitalter. „Alle Darstellungen stehen gleichsam für den Weg unserer Existenz vor und mit Gott. Und sie zeigt überall seine lebensbejahende, zugewandte Menschenfreundlichkeit“, erläuterte Pater Prior. Die heute 37 Mitglieder zählende Mönchsgemeinschaft selbst vermittelt sie vor allem seit Beginn in ihren intensiven Angeboten für Jugendliche, die hier Aufnahme finden. Auch Seelsorger und zahlreiche Interessierte steuern die Abtei für eine spirituelle Auszeit an.

Umgeben von der sanften Hügellandschaft der Baumberge, durch die sich in Erinnerung an den hier gestorbenen Hl. Ludgerus der „Lürsweg“ zieht, blieb unter den wuchtigen Abteitürmen ausreichend Zeit für gemeinsame Gespräche der Abtei. Mit dem gesungenen Abendlob der Mönche klang in der Vesper das Treffen aus. Und alle Prüflinge und Bundesgeschwister begleitete sicher mancher gute Gedanke. Dem Prior der Gerlever Benediktiner herzlichen Dank für die Gastfreudnschaft an diesem Tag und alle einen schönen Sommer!





Veröffentlicht am: 12:02:52 15.07.2019
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