Samstag: Denkmalsetzung am 28. April

BORBECK. Der Essener Stadtteil Borbeck erhält ein neues Wahrzeichen: Am Samstag, 28. April 2007, wird auf dem Kirchplatz der Katholischen Pfarrgemeinde St. Dionysius eine mannshohe Bronzeskulptur des Stuttgarter Bildhauers Dietrich Klinge Essen-Borbeck feierlich gesegnet. Das beeindruckende Werk "Kruzifix II" des Stuttgarter Bildhauers Dietrich Klinge findet auf einem Sandsteinsockel oberhalb des Alten Marktes Aufstellung. Der Segnung geht ein um 11 Uhr beginnender und von Pfarrer Dr. Jürgen Cleve geleiteter Wortgottesdienst in St. Dionysius voraus. Für die UNITAS eine gute Gelegenheit, ihre Verbundenheit mit der Gemeinde zu zeigen. Nicht zuletzt aber auch, weil es um ein wichtiges Anliegen geht: Denn die Setzung dieses Denkmals verweist auf die Lebendigkeit des Glaubens in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.

Bereits seit Anfang Dezember 2006 ist die Christusfigur im Pfarrhaus von St. Dionysius zu sehen. Das Borbecker Ehepaar Dr. Klaus und Ursula Metzelder, das den international beachteten Künstler seit vielen Jahren kennt, stellt die außergewöhnliche Bronzefigur der Katholischen Pfarrgemeinde als Dauerleihgabe zur Verfügung. Das Original hat der 1954 in Heiligenstadt/Eichsfeld geborene und an den alten Meistern geschulte Künstler Dietrich Klinge 2003 aus wuchtigen Holzstämmen gewonnen und ist Ergebnis einer langjährigen Beschäftigung mit dem Motiv des Schmerzensmannes.

Klinge studierte 1973-80 Freie Grafik an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart bei den Professoren Peter Grau, Gunther Böhmer und Rudolf Schoofs. Anschließend nahm er dort zusätzlich das Studium der Bildhauerei auf, war bis 1984 Schüler der Professoren Herbert Baumann und Alfred Hrdlicka. Längst machte er sich einen Namen in der Kunstwelt: Einzelausstellungen führten ihn durch ganz Deutschland und in die USA, seine Werke erregen die Aufmerksamkeit öffentlicher und privater Sammler in ganz Europa, Russland und in Amerika, wo er in New York, Chicago und St. Louis gezeigt wird.

Dr. Hella Nocke-Schrepper, Essener Kunsthistorikerin, wird im Gottesdienst am Samstag in seine Arbeit einführen und das Borbecker Kunstwerk vorstellen. Der Künstler selbst findet den Standort vor der Dionysiuskirche „großartig“, wie er bei einer ausführlichen Ortsbesichtigung bekannte. Die scheinbar aus einem natürlich gewachsenen Holzstamm wachsende Figur wird oberhalb des Alten Marktes mit weit ausgebreiteten Armen auf den zentralen Ort des größten Essener Stadtteils ausgerichtet sein.

Die ohne Kreuz freigestellte Figur beeindruckt den Betrachter unmittelbar. Sie vereint das Abbild des Leids zugleich mit einer lebendigen mahnenden und segnenden Geste. Der Standort ist nicht zufällig gewählt: Im innersten Siedlungskern der über 1000-jährigen ehemaligen Bürgermeisterei markiert das außergewöhnliche Kruzifix die Bedeutung der langen christlichen Tradition. Es steht im Bereich des ursprünglichen Friedhofs der Gemeinde, deren Geschichte ins 10./11. Jahrhundert zurückreicht. Der Kirchberg von Borbeck-Mitte birgt als Bodendenkmal älteste Zeugnisse früher Kirchenbauten, die dem im 8. Jahrhundert populären fränkischen Reichsheiligen und später als einer der 14 Nothelfer verehrten St. Dionysius geweiht waren. Der erste Bischof von Paris war mit seinem Priester Rustikus und seinem Diakon Eleutherius um 285 auf dem Montmartre (= Berg der Märtyrer) hingerichtet worden. Daran erinnert neben einem Glasfenster in der Taufkapelle auch das Siegel der spätestens seit 1280 selbständigen Borbecker Pfarrei. Die Kirche selbst ist der wahrscheinlich dritte Bau an dieser Stelle. Den Grundstein legte vor 145 Jahren, am 7. August 1862, der damalige Pfarrer Johann Joseph Legrand mit Dechant Köllmann aus Werden. Die Essener Zeitung berichtete damals, der „ca. 2,4 und 6 Zoll große Stein ist ein Geschenk des Vorstandes vom hl. Grab zu Jerusalem, und ist von der Stelle genommen, wo, nach einer frommen Sage, der Baum gestanden haben soll, aus dem das Kreuz Jesu gezimmert worden ist." Vor fast genau 140 Jahren wurde sie am 24. Mai 1867 von dem Kölner Erzbischof Paulus Melchers feierlich geweiht. Als späterer Nachfolger nahm Joseph Kardinal Frings die Weihe der nach der fast vollständigen Zerstörung im Krieg wiederhergestellten Kirche vor.

Anlässlich der Stiftung und der Aufstellung der Christus-Statue hat die Pfarrgemeinde St. Dionysius einen Fotowettbewerb für Jugendliche ausgeschrieben. Sie waren gebeten, christliche Symbole im Alltag zu finden. Die Ausstellung wird im Dionysius-Haus zu sehen sein, wo im Anschluss an die Einweihung des Denkmals auch zu einem Imbiss eingeladen wird. Ihn haben Mitarbeiter der „Boje“, Jugendberufshilfeeinrichtung des Bistums Essen an der Theodor-Hartz-Straße in Borbeck vorbereitet. Mehr und erste Ergebnisse des Fotowettbewerbs auf der Internetseite der Borbecker Muttergemeinde unter http://dionysius.de.

 




Veröffentlicht am: 09:56:45 24.04.2007
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