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Licht, Glas und Buchenholz: Neue Fahnenschränke zieren Conventraum 

ESSEN. 10 years after: Alles im Kasten – pünktlich zu der am 10. November 2018 geplanten Feier des 10-jährigen Bezugs des Unitas-Studentenhauses im komplett sanierten „Feldschlößchen“! Drei neue Fahnenschränke sind seit heute Nachmittag die Zierde des Conventsaals im Essener Unitas-Haus an der Flurstraße. Echte Künstler haben den wertvollen Textilien eine absolut staubfreie Behausung geschreinert - auch für die Gründungsfahne von 1911. Gratias agimus! Stabil aufgehängte Kästen aus stabverleimter Buche, mit bruchsicherem Glas, rundum mit Filzstreifen verschlossenen Innenkanten und einer passende Innenbeleuchtung mit LED-Kaltlicht – es sind erstklassig verarbeitete Gehäuse für die Fahnen aus einer bewegten Vereinsgeschichte.

Banner aus dem Gründungsjahr

Unter den kostbaren Bannern der Unitas Ruhrania ist es vor allem die inzwischen von ihrem hohen Alter gezeichnete Vereinsfahne aus dem Gründungsjahr, die endlich einen guten Platz gefunden hat. Sie war vor dem I. Weltkrieg geweiht und in der Zeit des Nationalsozialismus unter Kirchenfahnen in einer Sakristei versteckt worden. Erst weit nach dem II. Weltkrieg wurde sie – ähnlich wie das auf den Dachboden von Stift Tilbeck in Sicherheit gebrachte Denkmal für die Gefallenen des Vereins - wieder aufgefunden. Der inzwischen hochbrüchige Seidentaft kann ganz offensichtlich die aufgestickten Goldapplikationen kaum noch tragen. Hier wird mittelfristig auch ein Expertenurteil wichtig sein. Obwohl sie seit Jahren eigentlich nicht mehr bewegt werden darf, hat der Verein im 100.Lebensjahr der Fahne eine Ausnahme gemacht: Bei der 2011 in Lübeck erfolgten Seligsprechung der Vereinsmitglieder Johannes Prassek und Eduard Müller, die das Banner möglicherweise noch selbst getragen haben. Bei der Einweihung des Hauses an der Borbecker Flurstraße am 31. Mai 2008 war die Gründungsfahne der Korporation durch den Ehrenvorsitzenden des Altherrenvereins, OStD Jörg Lahme aus Rheine, übergeben worden. Sie diente damals als Antependium für die Messe, die aus diesem Anlass bei der Hauseinweihung durch den ersten Senior Pastor Helmut Wiechmann gefeiert wurde.

Dom-Fahne aus Münster

Eine zweite, offensichtlich 1930 vom Altherrenverein in Münster gestiftete Fahne konnte nach den Aufzeichnungen von Bbr. Meinersmann zur Geschichte der UNITAS Ruhrania über die „braunen” Jahre hinübergerettet werden, ist aber bis heute verschollen. Die 1952 rekonstituierte Korporation ersetzte sie durch ein mit Goldfäden hergestelltes neues Tuch, das den Dom von Münster zeigt und von Prälat Heinrich Portmann, dem langjährigen Geheimsekretär des Bischofs Clemens August von Galen und Ehrensenior der Unitas Ruhrania, geweiht wurde. Viele Jahre hing sie nach der Suspendierung 1972 im Conventsaal der UNITAS-Vereine auf dem Dondersheim in Münster. Über den Ruhranen und Ehrensenior Bbr. Norbert Klinke kam sie schließlich zur Wiederbegründung ins Ruhrgebiet nach Castrop-Rauxel. Doch auch diese Fahne war nach über 50 Jahren bereits sehr fadenscheinig geworden - besonders durch den starken Einsatz durch die wiederbegründete Aktivitas in den 1990-er Jahren hatte die Seide stark gelitten. Im Juni 2008 wurde sie zur Restaurierung gegeben. Die Initiative und großherzige Spende von Bbr. Andreas und Regina Rydzek aus Dortmund erlaubte die völlige Wiederherstellung und Neuweihe am 31. Januar 2009.

Ludgerus verbindet Münster und Essen

Zugleich führt der Verein die 1960 in Essen entstandene Fahne der Unitas St. Luitger, die mit einem aufgelegten Bildnis des Missionars und ersten Bischofs von Münster die enge Verbindung des seit 1991 in Essen ansässigen Vereins zu den beiden Bistümern Münster und Essen zeigt. Das Bild des in Essen-Werden bestatteten Heiligen Ludgerus (742-809) ziert ein stabiles blaues Baumwolltuch, das von dem Architekten Bbr. Schellscheidt entworfen und von seiner Tochter in aufwändiger Handarbeit mit dem Ludgerus-Logo bestickt wurde. Es wurde nach der Suspendierung der Unitas Liutger in die Obhut von Familie Bbr. Wilm Böcker genommen worden. Er stellte als Zirkelvorsitzender und erster Ehrensenior der Unitas Ruhr ab 1989 die Fahne wieder „in Dienst“. Das durch Bbr. Prof. Gerhard Fittkau geweihte Banner der Essener Unitas ist bis heute bei den meisten Gelegenheiten der Ruhr-Unitas im Einsatz. Eine vierte Fahne kam erst vor zwei Jahren in den Versammlungssaal der Ruhr-Unitas an der Essener Flurstraße. Das aufwändig gestickte Prachtstück gehört dem 2010 gegründeten Unitas-Studentinnenverein Franziska Christine.

Vor dem „Tag des Dankes“

Allen, die unter Senior Wassim Hajji heute mit angepackt haben, herzlichen Dank! Denn der Saal ist für Samstag, 10. November, bestens präpariert, wenn der Unitas Ruhrania-Hausbauverein unter Vorsitz von Bbr. Richie Duckheim gemeinsam mit Aktivitas und Altherrenschaft die Ruhr-Unitas zu einem gemeinsamen „Tag des Dankes“ versammelt. Das gemeinsame Essen in der hauseigenen Gastronomie und das anschließende Miteinander sollen deutlich machen, dass das zu Beginn von vielen durchaus für undurchführbar gehaltene Hausprojekt munter weiterläuft und sich der Einsatz gelohnt hat. Der Tag wird nicht zuletzt dem Gedenken an den 75. Todestag unserer seligen Bundesbrüder gewidmet sein, die mit den Lübecker Märtyrern und ihrem Glaubenszeugnis mutig den Nationalsozialisten getrotzt haben. Dazu wird abschließend herzlich zuin ihrer Todesstunde am Abend um 18 Uhr zur Messe nach St. Dionysius Essen-Borbeck eingeladen. Für den Nachmittag und das fakultative Zusammensein nach der Messe sind Filme vorbereitet, die an die Einweihungsfeiern vor 10 Jahren erinnern, an das Glaubenszeugnis der vier Seelsorger, aber auch an die 2006 begonnene zweijährige Umbauzeit an der Flurstraße.

PS für Kenner: Auch die Bierlast im Auftrittsbereich ist seit heute hochwertig aufgerüstet. Volle und leere Kästen verstecken sich nun hinter edlen Schiebetüren aus stabgeleimter Buche. Zudem ist die neue Beleuchtung im Wandschrank mit LED-Bändern so trickreich gelöst worden, dass der Saal wirklich was hermacht. Nachdem die Wände außerdem mit Spachtel bearbeitet worden sind, könnte man sagen: Nach 10 Jahren ist er nun eigentlich fast fertig!


 



Veröffentlicht am: 20:54:46 03.11.2018
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