20. Juni: Ruhranen bei Don Bosco zu Gast

 

ESSEN. Es ist keine weite Exkursion, wird aber sicher spannend genug: Am Dienstag, 20. Juni, trifft sich die Unitas Ruhrania zum Besuch bei den Salesianern Don Boscos im St. Johannesstift an der Theodor-Hartz-Str. 7 in Essen-Borbeck. Der Treffpunkt ist Punkt 19.00 Uhr s.t. auf dem Schulhof. Der Direktor, Pater Otto Nosbisch SDB, wird als Gastgeber die Unitas empfangen, durch das Haus führen und die Aktivitäten des Ordens vorstellen. Im Anschluss ist ein gemeinsamer Grillabend geplant.

 

Charisma für die Jugend

 

Weltweit sind die Salesianer Don Boscos vor allem in der Arbeit für Kinder und Jugendliche aktiv – eine Tradition, die sich bis auf den Gründer Don Giovanni Bosco zurückführt. Er war ein Zeitgenosse von Adolph Kolping (1813-1865), aber auch von Hermann Ludger Potthoff (1830-1888), dem Gründer der Unitas. Don Bosco stammte aus Becchi bei Turin, wo er am 16. August 1815 geboren wurde und bald sein besonderes Charisma entdeckte: Er sammelte Mädchen und Jungen um sich, die im stampfenden Tempo der Industrialisierung heimatlos und vernachlässigt waren. Der Priester sorgte für ihre schulische, berufliche und religiöse Bildung und gewann trotz großer Schwierigkeiten mit kirchlicher Obrigkeit und Staat viele Mitarbeiter.

 

1859 gab Don Bosco seinen Priestern und Brüdern eine Lebensregel, die 1874 von Papst Pius IX. anerkannt wurde. Die neu gegründete Ordensgemeinschaft nannte Don Bosco „Salesianer“, weil er zeitlebens von Franz von Sales fasziniert war und dessen Menschlichkeit und Liebenswürdigkeit für ihn zu wichtigen Bestandteilen seines pädagogischen Engagements wurden. Von ihm selbst ist der bekannte Spruch überliefert „Fröhlich sein, Gutes tun und die Spatzen pfeifen lassen". Don Giovanni Bosco starb am 31. Januar 1888 in Turin und wurde von Papst Pius XI. (1922–1939) im Jahr 1934 heilig gesprochen. Sein Gedenkfest ist am 31. Januar.

 

Zweitgrößter Orden der Welt

 

Die Salesianer Don Boscos (lat. Societas Sancti Francisci Salesii, Abk. SDB) sind heute der zweitgrößte Männerorden und die drittgrößte Ordensgemeinschaft der katholischen Kirche. Aktuell engagiert sich die Gemeinschaft mit über 16.000 Mitgliedern für rund 16 Millionen benachteiligte Kinder und Jugendliche in 1.800 Niederlassungen weltweit. In Deutschland arbeiten die Salesianer Don Boscos seit 1916. Die in München ansässige Deutsche Provinz mit rund 400 Ordensangehörigen und rund 1.600 Mitarbeitern unterhält bundesweit 35 Einrichtungen der Erziehungshilfe und Berufsbildung, Schulen, Jugendwohnheime und Einrichtungen der offenen Jugendarbeit in Brennpunktgebieten.

 

Essen: In einer Kneipe fing alles an

 

Keimzelle für die Arbeit der Salesianer in Essen-Borbeck war eine Kneipe, von der aus die ersten vier Salesianer 1921 mit einer Offenen Tür („Oratorium“) und einer Wohnstätte für junge, mittellose Bergleute begannen. Auch Bildung stand auf dem Plan der „Padders“, wie sie hier genannt werden, für junge Männer, die ihre Zukunft im Orden sahen. Daraus entstand 1966 das Don-Bosco-Gymnasium (DGB) in Trägerschaft der Salesianer - zunächst als reine Jungenschule. Als letzte höhere Schule in Nordrhein-Westfalen öffnete sie sich 1999 auch für Mädchen. Immer noch übersteigt die Nachfrage nach Plätzen das Angebot des Gymnasiums, das 2016 mit rund 1.000 Schülern in sein 50. Jubiläumsjahr ging.

 

Großgeschrieben wird am „DGB“ das aktive soziale Engagement: Die vor 25 Jahren aus einer Initiative des Schülerrats entstandene Aktion „Werkzeug für Haiti“ ist Beispiel für das Prinzip des Ordens, nach dem durch den Einsatz für junge Menschen auch diese später für soziales Engagement gewonnen werden sollen. Aus dem 1977 gegründeten Jugendtreff „Don-Bosco-Club“ entstand später die Jugendberufshilfe-Einrichtung „Die Boje“. Die örtliche Don-Bosco-Familie hat 75 Mitglieder plus etwa 50 ehrenamtliche Mitarbeiter im „Don Bosco Club“ und 30 Ehrenamtliche am Gymnasium.

 

Don Bosco und die Unitas

 

Mit der örtlichen Unitas sind die Essener Salesianer seit 2016 besonders verbunden: Als die Zimmernachfrage von aus Syrien stammenden Studenten die Möglichkeiten im Unitas-Haus „Feldschlößchen“ überschritt, nahm der Orden die Studenten im ehemaligen Haus der Patres an der Theodor Hartz-Straße auf. Derzeit werden drei weitere Studentenzimmer hergerichtet, die unter anderem mit Hilfe des Unitas-Verbandes finanziert werden sollen. Die Initiative dazu war seit 2015 aus der Unitas Ruhrania hervorgegangen und wurde Ende Mai 2017 bei der 140. Generalversammlung in Bonn einstimmig und für eine Laufzeit von drei Jahren als Soziales Verbandsprojekt beschlossen.

 

Mehr zu Don Bosco und den Salesianern (SDB):  www.salesianer.de, www.donbosco.de, www.donboscomission.de. Das Don Bosco-Gymnasium in Essen im Internet: www.dbgessen.de.

Mehr zu Don Bosco und Unitas: 17.02.2017 -  Don Bosco und Unitas gemeinsam!




Veröffentlicht am: 20:50:14 13.06.2017
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