Europakommers: 106. Stiftungsfest in Essen

 

ESSEN. Nicht alles wird anders: Frankreich hat dem europäischen Projekt eine weitere Chance gegeben – auch die Unitas Ruhrania hatte das Thema beim Europakommers am Wochenende beschäftigt. Gleichwohl sind mit den Entscheidungen bei den Vorstandswahlen die Weichen für die Zukunft nun auch in Essen gestellt. In bester Stimmung klang das 106. Stiftungsfest am Sonntag mit der Messe und dem Exbummel rund um Schloss Borbeck aus.

 

Robert Schuman-Gedenken

 

Vor gut 40 Gästen am Abend kündigte Kommerspräside und Consenior Bbr. Stefan Slupina eine ausdrücklich kritisch angelegte Reflektion zum traditionellen Gedenktag an Bbr. Robert Schuman an: Unter dem Titel „Die europäische Einigungsidee aus katholischer Perspektive – Geschichte und Gegenwart“ untersuchte Bbr. Sebastian Sasse fundamentale Aspekte zum Thema. Der Historiker und Philosoph stellte seinem nachdenklichen Vortrag das Theodor Heuss zugeschriebene Diktum von den Fundamenten „Europas auf den drei Hügeln“ Golgatha, Akropolis und Kapitol voran, und setzte das griechische Denken, die Effektivität des römische Staatsdenkens und die kulturprägende Kraft des christlichen Glaubensbekenntnisses in Relation. Bei aller Unvollkommenheit und Vorläufigkeit von Institutionen – für die Haltung zu den „Dingen dieser Welt“ gelte Christen vor allem die persönliche Christusbeziehung als wesentlicher und entscheidender Bezugspunkt, so der Festredner.

 

Runde Jahrestage

 

Die turnusgemäßen Sitzungen am Samstagnachmittag hatten die Mitglieder des Unitas Ruhrania-Studentenheim e.V. (HBV), des Altherrenverein und der Aktivitas versammelt, die Berichte brachten alle Anwesenden auf den neusten Stand. Für den HBV, der vor genau 25 Jahren seine Gemeinnützigkeit erreichte, zog der Vorstand Bilanz: Vor exakt 10 Jahren hatte das 2004 erworbene „Feldschlößchen“ als Unitas-Zentrum Ruhr nach tiefgreifendem Umbau seinen Betrieb aufgenommen. Mehr als 40 Studentinnen und Studenten fanden seitdem hier eine Heimat und eine Gemeinschaft, die auch unter den seit der Bologna-Reform massiv veränderten Studienbedingungen für die Zukunft sorgen muss – nicht zuletzt im Blick auf die demografischen Herausforderungen, denen sich ein mehr als 100-jähriger Verein aktiv stellen muss.

 

Neue Mannschaft

 

Gleichwohl - eine neue Mannschaft geht diese Aufgabe beherzt an. Der Ehrenvorsitzende des AHV, Bbr. OStD a.D. Jörg Lahme, der aus Rheine angereist war, nahm dazu den Vorsitz für die Wahlen gerne in die Hand: Bbr. Richie Duckheim, bislang stellvertretender Vorsitzender und Geschäftsführer, übernahm das Amt des neuen Vorsitzenden, in seine Nachfolge wurde Bbr. Matthias Schmitt gewählt. Scriptor bleibt der UV-Zirkel-X Martin Gewiese und Dr. Nikolaus Mantel der „Quastor perennus“. Den HBV-Beirat mit Bernd Genser und Michael Schneider komplettieren nun Michael Wiesten und der bisherige Vorsitzende Dr. Christof Beckmann, der das Amt bei der Gründung vor 26 Jahren übernommen und mit Blick auf wechselvolle und ereignisreiche Jahre dankbar zur Verfügung stellte. Für seine seit 2001 ausgefüllte Aufgabe als Ehrensenior schlug er beim vorausgegangenen Convent Sebastian Sasse vor, dessen einstimmige Wahl durch die Aktivitas beim CC bestätigt wurde. Bbr. Beckmann wechselte dafür in den Vorsitz im Altherrenverein und damit in die Nachfolge von Michael Schneider, der das Amt vor sieben Jahren angetreten und viele Akzente gesetzt hatte.

 

Zukunft im Blick

 

Die Ruhranen dankte Bbr. Schneider und seiner Frau Brigitta auch beim Kommers am Abend für eine intensive Zeit, in der die unitarische Gemeinschaft durch viele Begegnungen und spannende Treffen gestärkt und befruchtet wurde. Dass beim Kommers vor Gästen von Unitas Saxo-Frankonia und Elisabetha Thuringia Marburg, Corps Rhenania Marburg, Unitas Franziska Christina Essen und Unitas Rheinfranken Düsseldorf auch neuer Nachwuchs in die Aktivitas aufgenommen wurde, fand großen Applaus: Jelal Alsamaan, der bereits chargierte, wurde offiziell rezipiert, die Rezipierung von Ele Alabdouch soll beim Vereinsfest im Juni vorgenommen werden. Zum großen Finale der zahlreichen Grußworte gab es den sicher größten Beifall: Bbr. Pastor Helmut Wiechmann, 1991 Wiederbegründungssenior, der dem ganzen Verband auch 12 Jahre als Geistlicher Beirat gedient hatte, warf einen humorvollen Blick nicht nur in die ersten wilden Jahre der Ruhrania. Er wünschte der Unitas mit einem „Vivat in Gott, crescat vor Gott und floreat mit Gott!“ ein herzliches „Glückauf ad multos annos!“. Dann also: Los!

 






Veröffentlicht am: 15:00:08 08.05.2017
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