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Kathedrale von Amiens

Die diamantene Stadt: Hochgotisches Vereinsfest

 

ESSEN. Eine Wissenschaftliche Morgensitzung, die mit einem zweistündigen Vortrag wie im Flug vorbeigeht? Das gab es zum Vereinsfest Thomas von Aquin am Sonntag, 29. Januar, bei der Unitas an der Ruhr. Rund 30 Teilnehmer versammelten sich nach der Messe in St. Dionysius im Conventsaal des Feldschlößchens und staunten nicht schlecht: Festreferent und FM Bbr. Stefan Slupina hatte eine perfekt illustrierte Bilderreise vorbereitet, die das Panorama einer ganzen Epoche zeichnete.

 

Historische Hintergründe zu den Machtverhältnissen im mittelalterlichen Frankreich, zur Bezeichnung des Baustils dieser Epoche, ihrer Vorgeschichte und Geisteswelt, zur Entwicklung der Ingenieurkunst zwischen Romanik und Spätgotik – sein gut strukturierter Vortrag ließ kaum einen Aspekt aus. Er zeigte frühe französische Beispiele, die Abgrenzung zu normannischen Einflüssen, die Einwirkungen der Kreuzzüge und der Architektur des Nahen Ostens, die zentrale Rolle des Abt Suger von St. Denis bei Paris, aber auch die Botschaft und Konstruktionsmerkmale einer sich ausbreitenden und anwachsenden „gotischen“ Architekturwelle, die als eigene neue Formensprache in viele Winkel Europas ausstrahlte.

 

Bautechnische Superprojekte

 

Bbr. Slupina berichtete über Aspekte des Reichskults um Dionysius von Paris und Martin von Tours, über Frömmigkeit und Religiosität, die Rolle der Heiligen- und Reliquienverehrung, über politische Zusammenhänge, Zahlenmystik, die Rezeption der Apokalypse im Buch der Offenbarung des Johannes und über die wachsenden wissenschaftlichen Erkenntnisse in einer Zeit, die alle zur Werdung des Abendlandes entscheidend beitrugen. Und die mit dem Ausreizen aller bautechnischen und statischen Möglichkeiten um die „Schlüsselzahl 144“ schließlich an ihr Ende kam: Die letzten und glanzvollsten Superprojekte wie die Kathedrale in Beauvais wurden nie vollendet.

 

Nicht nur das Thema selbst, sondern vor allem auch die merkbare große Begeisterung des gut präparierten und eloquenten Referenten ließen die außergewöhnliche Länge der Morgensitzung kaum spüren. Für Nachfragen gab es diesmal wenig Bedarf – Bbr. Slupina hatte kaum ein Thema offengelassen.

 

Was an weiteren Themen offenblieb, fand seinen Ort in der zum anschließenden Mittagessen gebuchten Borbecker Dampfbierbrauerei. Mit goldenem Zipfeltausch. Und dass sich das kurze Treffen bis in den späten Abend noch verlängerte, konnte nicht ausbleiben ....


Figuren am Portal von Amiens, unten: Bbr. Stefan Slupina im Gespräch mit dem Essener Unitas-AHZ-Vorsitzenden Martin Gewiese

 




Veröffentlicht am: 15:01:20 30.01.2017
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