Aktuelles > Neuigkeiten > ZdK-Präsident Sternberg: „Verantwortung übernehmen!“


Foto: Achim Pohl / Bistum Essen

ZdK-Präsident Sternberg: „Verantwortung übernehmen!“

 

ESSEN. Eine beeindruckende Begegnung gab es am Dienstag, 15. November: Prof. Dr. Dr. Thomas Sternberg, Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), sprach beim diesjährigen Albertus Magnus-Tag des Katholischen Akademikerverbands Ruhr (KAR). Vor den Mitgliedern der katholischen akademischen Verbände im Bistum Essen (CV, KAR, KV, KMF im ND, UV) rief er zu Engagement, Eigeninitiative und Übernahme von Verantwortung in Kirche und Gesellschaft auf.

 

Dompropst Thomas Zander feierte die Messe in der Kirche des Franz Sales-Hauses und stellte in seiner Predigt den Vorbildcharakter von Albert dem Großen vor. Der weitgereiste mittelalterliche Universalgelehrte habe sich in all seinen Begegnungen immer eine große Offenheit und innere Beweglichkeit bewahrt. Das Interesse am Anderen und am Neuen sei eine wesentliche Triebfeder seines Denkens und Lebens gewesen – eine Eigenschaft, die grundsätzlich und gerade auch heute von katholischen Akademikern gefordert sei, so Zander.

 

Besondere gesellschaftliche Verantwortung

 

Ein Appell, den auch die von KAR-Vorstand Prof. Hans-Georg Krengel moderierte anschließende Festversammlung im Stadthotel Franz aufgriff: Denn ZdK-Präsident Thomas Sternberg entwickelte sein Vortragsthema aus dem biblischen Gleichnis von den Talenten. Vor rund 120 Besuchern unterstrich er die Botschaft des herausfordernden Jesuswortes und deutete sie als besondere gesellschaftliche Verpflichtung für die Christenmenschen auch unserer Zeit. Wem besondere Talente anvertraut seien, habe sie zu nutzen – nicht allein für sich selbst, sondern für das Allgemeinwohl, so der CDU-Politiker und NRW-Landtagsabgeordnete.

 

Der in den Debatten der letzten Jahrzehnte einigermaßen abgenutzte Begriff der „Elite“, erklärte der ZdK-Präsident, sei damit nicht überholt - weder mit Blick auf die Dimension einer speziellen Verantwortung für die Gesellschaft als auch für die Kirche selbst. Mit Sorge sehe er die Entwicklung des Stils in der politischen Diskussion und eine uferlose Enthemmung in den sozialen Netzwerken – dies unterstrich er mit drastischen Zitaten, in denen Personen des öffentlichen Lebens diffamiert und selbst mit Mord gedroht werde, auch ihm persönlich.

 

Einsatz für die Kirche

 

Das Gemeinwesen aber lebe von engagierten Menschen, die ihre Begabung einsetzten – nicht zuletzt auf allen Ebenen der politischen Mitverantwortung. Das gelte auch für ein aktives Mittun in der Kirche. Den überall zu beobachtenden Rückzug und Abbau der Strukturen möge man bedauern, doch sei jetzt umso mehr die Eigeninitiative gefragt: „Warten Sie nicht, bis etwas genehmigt wird, sondern machen Sie es, so lange es nicht verboten ist! Nicht warten, einfach machen!“. Zu viele Katholiken seien „hierarchiefixiert“, erklärte er und plädierte er für einen neuen Blick auf die „Letztverantwortlichkeit der Laien“. Die „Kirche von unten entwickeln“, so Sternberg, sei „der einzige Weg, unsere katholischen Gemeinden und letztlich die ganze Kirche erhalten zu können“ und verwies auch auf die derzeit in vielen Pfarreien des Ruhrbistums laufenden Prozesse zur Weiterentwicklung der Pfarrgemeinden.

 

Der Priestermangel sei objektiv „katastrophal“, stellte Sternberg klar. Einer Kirche aber ohne Priester zu bauen, sei unmöglich. Die Eucharistiefeier sei und bleibe „die Mitte des Christseins“. „Erste Aufgabe für die Bischöfe“ sei es damit, für ausreichend Priester zu sorgen. Die Möglichkeit zur Mitfeier der Messe sei für ihn wichtiger als derzeit vergleichsweise enge Zugangsbedingungen für das Priesteramt, betonte Sternberg und wies auf die Diskussion um „Viri probati“ hin: Für ihn könne die Weihe von besonders geeignete verheirateten Männern den Auswirkungen des Priestermangels deutlich begegnen.

 

Genug Themen also, die bei der anschließenden Begegnung von den Aktiven der Unitas Ruhrania und der Unitas Franziska Christine mit den Mitgliedern des Essener Unitas-Zirkels vertieft werden konnten. Sie hatten ihre gemeinsame Wissenschaftliche Sitzung am selben Abend verlegen können und blieben noch bis zum Schluss. Das Büffet gab zuletzt nicht mehr viel her – wohl aber blieben vielfältige Anregungen, die sich aus dem Abend für die weiteren Debatten ergeben haben.

 

Mehr:

13.11.2016: Verbände laden zum Albertus Magnus-Tag 2016

17.11.2016: Artikel von Thomas Rünker auf der Homepage des Bistums Essen

 




Veröffentlicht am: 16:17:35 18.11.2016
Info
Tipp: Falls Sie sich beim „gefällt mir"-Button verklickt haben, gehen sie über dem nun grauen „gefällt mir"-Button zum „Daumen Hoch"-Zeichen, dort erscheint nun ein „x" und mit einem kleinen Klick mit der linken Maustaste ist wieder alles wie zuvor. Uns würde es trotzdem sehr gefallen, wenn sie diesem Tipp nicht folgen.
Zurück zu: | allen Kategorien | WS 08/09 | SS 08 | Presse