Dr. Andreas Püttmann hielt die Festrede im Conventsaal der Unitas im Feldschlößchen an der Flurstraße

Christliches Zeugnis bleibt gefragt
Unitas Ruhrania feierte 105. Stiftungsfest


BORBECK.
Mit einem ganzen Festwochenende feierte die Unitas Ruhrania am 4./5. Juni ihr 105-jähriges Bestehen. Der katholische Studentenverband widmete auch in diesem Jahr seinen festlichen Europakommers am Samstag dem Andenken an Unitas-Mitglied Robert Schuman, der als Vater der Montanunion und der europäischen Einigung gilt.

Angesichts der großen Herausforderungen für unseren Kontinent sei das christliche Zeugnis heute ganz besonders gefragt. Dies unterstrich Dr. Andreas Püttmann, Politikwissenschaftler aus Bonn, in seiner Festrede. Die christliche Antwort müsse ein deutliches Eintreten für eine „Kultur des Lebens“ sein, erklärte Püttmann in dem bis auf den letzten Platz gefüllten Festsaal des Unitas-Hauses an der Flurstraße.
 


Das Präsidium des Unitas-Festkommerses mit dem Festredner: (v.l.) Niklas Stöckl (Consenior), Dr. Andreas Püttmann, Matthias Schmitt (Präside und Senior), Wassim Hajji (Consenior
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Die christliche Leitkultur Europas, so der Journalist und Buchautor, werde heute nicht mehr nur durch einen aggressiven säkularistischen Laizismus und einen fanatischen Islamismus herausgefordert, sondern auch durch einen „neurechten Kult“, der sich in nationalistischen, chauvinistischen, rassistischen und faschistoiden Gruppen äußere. Dem müssten sich Christen selbstbewusst, aber auch „klug, gerecht, tapfer und maßvoll“ entgegenstellen, in der Achtung vor jedem einzelnen menschlichen Leben, im Vorrang des Rechts vor Macht und Eigeninteressen, in einer Haltung der Selbstverantwortung, Selbstdisziplin und Leistungsbereitschaft. Statt „notorischer Unzufriedenheit“ plädierte Püttmann für praktische Solidarität und eine Grundhaltung der Toleranz, Nachsicht, Mäßigung und Versöhnlichkeit. 
 

Unitas-Traditionen im Ruhrgebiet


Zahlreiche Gäste erinnerten bei der Feier an die vor 25 Jahren vollzogene Wiederbegründung des ursprünglich 1911 in Münster entstandenen katholischen Studentenvereins. Er setzt seitdem an den Ruhrgebiets-Hochschulen die Traditionen der in den 1960-er Jahren in Essen und Bochum entstandenen Unitas-Vereine „St. Liudger“ und „Robert Schuman“ fort. Die neue Initiative, an der Wiege damals auch der heutige Kardinal Reinhard Marx stand, rief am 16. Juni 1991 zugleich den „Unitas Ruhrania Studentenheim e.V.“ ins Leben. Er suchte viele Jahre lang nach einer neuen Heimat für den Verein, fand sie schließlich 2004 im Borbecker „Feldschlößchen“ und begann vor genau 10 Jahren mit der kompletten Sanierung des historischen Gebäudes. Es dient inzwischen auch dem katholischen Studentinnenverein Unitas Franziska Christine Essen und dem seit 1888 bestehenden Unitas-Zirkel der Stadt als Treffpunkt.

Dass sich Studenten und Ehemalige des Unitas-Verbandes aus ganz Deutschland bis heute der Ruhrregion besonders verbunden fühlen, unterstrich auch das Festprogramm zum Fest des Verbandspatrons Hl. Bonifatius am Sonntag: Rund 50 Mitglieder trafen sich zum Choralamt in der Ludgerus-Basilika in der Heimat von Verbandsgründer Hermann Ludger Potthoff in Essen-Werden. Er hatte im Jahr 1850 den von Studenten aus Borbeck, Heisingen und Schönebeck in Bonn gegründeten ersten Verein des ältesten katholischen Studentenverbands zur heutigen Unitas umgewandelt.



Bei der Morgensitzung in den „Domstuben“ berichtete Reinhild Rössler (Bild oben) über die Arbeit des „Mediennetzwerks Pontifex“, das nach dem Weltjugendtag in Köln als „Generation Benedikt“ entstand und heute in mehreren europäischen Ländern tätig ist. Auch die aus Wien angereiste Studentin und Vorsitzende des katholischen Netzwerks rief zu einem klaren Eintreten für christliche Werte auf. Christen seien zu einem öffentlichen Bekenntnis ihres Glaubens und für ihre Kirche berufen und dürften eine kritische Auseinandersetzung nicht scheuen.




 

 

INFO: Unitas Ruhrania und Unitas Franziska Christine sind die an den Ruhrgebiets-Universitäten tätigen Ortsvereine des 1855 gegründeten Verbandes der wissenschaftlichen katholischen Studentenvereine Unitas. Sie organisieren Semesterprogramme mit religiösen, gesellschaftlichen und wissenschaftlichen Veranstaltungen. Unter anderem laden sie im Unitas-Haus „Feldschlößchen (Flurstraße 67, 45355 Essen) für Mittwoch, 22. Juni, zu einem Gesprächsabend zur „Situation der Christen im Nahen Osten“ mit Hermann-Josef Großimlinghaus, Vizepräsident des Deutschen Vereins vom Hl. Lande (Bonn/Köln) und Jan Jessen, Leiter des Politik-Ressorts der NRZ und Vorsitzender der Caritas-Flüchtlingshilfe Essen e.V.. Mehr: www.unitas-ruhrania.org.




Veröffentlicht am: 14:46:21 09.06.2016
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