Der AHV- und HBV-Vorstand versammelte sich am 16. Januar 2016 zu einem Jahresauftakttreffen im Unitas-Haus Feldschlößchen. Die hervorragende Gastronomie ist längst ein Markenzeichen des Unitas-Zentrums im Revier.

Unitas Ruhrania Studentenheim e.V.:
Jubiläumsjahr hat begonnen

ESSEN. Einen herzlichen Gruß an alle Ruhranen und Bundesgeschwister in der Unitas bundesweit senden die Vorstände des Altherrenvereins und des Studentenheim e.V.: Bei ihrem Jahresauftakttreffen am 16. Januar 2016 im Borbecker Studentenhaus Feldschlößchen warfen die Mitglieder einen Blick auf die Ereignisse im vergangenen Jahr, aber auch auf den Terminkalender 2016 und eröffneten ein kleines Jubiläumsjahr …

Stiftungsfest: 25 Jahre im Revier

Für alle Bundesbrüder bereits jetzt wichtig zum Vormerken: Das 105. Stiftungs- und Vereinsfest wurde auf das Wochenende 4./5. Juni terminiert. Der Samstagnachmittag steht am 4. Juni im Zeichen von HBV-Mitgliederversammlung und des CC, am Abend steigt ein Festkommers. Am Sonntag findet nach der Messe die traditionelle Wissenschaftliche Morgensitzung statt. Die Fühler für spannende Vortragsthemen sind bereits ausgestreckt.

Dass es ein besonderes Wochenende werden wird, liegt jetzt schon auf der Hand: Denn am Gedenktag des Verbandspatrons Bonifatius gibt es einigen Anlass für ein großes Fest. Waren im vergangenen Jahr 25 Jahre seit der ersten Wiederbegründung einer Aktivitas an den Ruhrgebiets-Hochschulen vergangen, erreicht nun 2016 auch der Hausbauverein „Silber“.


25 Jahre liegen die offizielle Wiederbegründung der Unitas Ruhrania und der Gründung des HBV zurück. Ein Grund, schon mal langsam das Jubiläum einzuläuten ….

1991: Start in Bochum

Ein Blick zurück: Vor fast genau 25 Jahren, am 2. Februar 1991 hatte die 1989 ins Leben gerufene Unitas Ruhr mit einem großen Festkommers im Bochumer Stadtpark-Restaurant ihren Namen gewechselt. Anlässlich des 80. Stiftungsfestes der in Münster gegründeten, aber seit Anfang der 1970er Jahre suspendierten Unitas Ruhrania unterzeichneten die Vertreter der Aktivitas und der Altherrenschaft ihre offizielle Vereinigungsurkunde.

An der Wiege der Rekonstituierung stand kein anderer als Bbr. Dr. Reinhard Marx, heute Kardinal und Erzbischof von München und Freising. Als damaliger Direktor des Sozialinstituts des Erzbistums Paderborn stellte er seine Kommersrede unter das Thema „1991 - 100 Jahre Sozialenzyklika Rerum Novarum ein Stück Kirchengeschichte, heute noch aktuell?“. Nach dem von Bbr. Pfr. Alfons Riesener gefeierten Festhochamt zum Vereinsfest Thomas v. Aquin in der Liebfrauenkirche in Bochum-Linden übernahm Bbr. Dr. Bernhard Koch die Wissenschaftliche Morgensitzung. Der Generalsekretär des Christlichen Gewerkschaftsbundes und Geschäftsführer des UNITAS-Bildungswerkes setzte das Thema des Kommerses mit einem Vortrag zu „Sozialpolitik aus christlicher Verantwortung“ fort. (14.04.1990, Ruhrania: Die „Wiederbegründungsurkunde“ / UNITAS-Verein nun auch im Ruhrbistum aktiv, 13.02.1991, Unitas Ruhrania an der Ruhr „vor Ort“ gegangen)

„Erfolgreich das Unmögliche wollen“

Für die Verbandszeitschrift berichtete Bbr. Klaus-Hermann Rößler vom Fest: „In der Tat scheint der Bestand von UNITAS Ruhrania bei einem Kreis von einem guten Dutzend Aktiver und ebensolcher junger Alter Herren nach vier Burschungen auf dem Kommers mit dem Unitarier-Versprechen auf die alte Ruhranenfahne fürs erste gesichert. Dass der AHV Ruhrania das Seine dazu beitragen will, damit der „Transfer“ des Vereins von der Münsteraner Werse an die Ruhr auch auf Dauer glückt, machte er dadurch deutlich, dass er die Übergabe der alten holzgeschnitzten Fuxenkasse mit einer „Beigabe“ von 5.000 DM für einen bald zu gründenden Hausbauverein verband.“ Auch der AHB-Vorsitzende Mihm, warb für die Unterstützung des Projekts. „Dem neu gewählten Senior Ruhraniae, Helmut Wiechmann, gelten die guten Wünsche des ganzen Verbandes, daß er die bisherige erfolgreiche Arbeit mit viel Unterstützung von allen Seiten weiterführen kann. Schließlich handelt es sich nach einem Aperçu, das Bbr. Benno Eichholz zugesprochen wird, „bei uns Unitariern eigentlich immer um Leute, die ziemlich erfolgreich das für unmöglich Gehaltene wollen", so der Bericht.

Hauptverantwortlich für die Vereinigung von Unitas Ruhr mit der Unitas Ruhrania war damals Bbr. StR Norbert Klinke aus Castrop-Rauxel. Er beendete im Februar 1991 sein 27-jähriges Engagement für die überregional bekannte Schulbühne der Castrop-Rauxeler Gymnasien mit Shakespeares lyrischer Komödie „Was ihr wollt“ (20.02.1991, Schwerer Abschied und Aufbruch zu neuen Ufern), doch unitarisch ging es erst richtig los: Den Hauptteil seiner Freizeit widmete Bbr. Klinke nun der Aktivitas im Ruhrgebiet. Und die sollte es ihm danken.

„Wir wollen Verantwortung übernehmen“

Vor fast 25 Jahren, am 1. Mai 1991, steckte der erste richtige Senior Helmut Wiechmann auf dem ersten Convent im 160. Semester des alten neuen Vereins den Rahmen für die Unitas-Arbeit im Revier ab. Seine Grundsatzerklärung gab die Verbandszeitschrift damals auszugsweise wieder:

„... Unser Semesterprogramm möchte ich unter einen Leitsatz von Dietrich Bonhöffer stellen: „Mag sein, daß der jüngste Tag morgen anbricht; dann wollen wir gern die Arbeit für eine bessere Zukunft aus der Hand legen, vorher aber nicht!“ Wir alle hoffen für eine bessere Zukunft unserer Welt, dürfen aber beider Hoffnung und beim Träumen nicht stehen bleiben: Wir wollen gestaltend mitarbeiten und Verantwortung übernehmen. Wenn tatsächlich viele meinen, daß morgen alles vorbei sein könnte, halten wir dagegen: Heute, im Jetzt, etwas Gutes tun, denn jeder Augenblick ist kostbar!

Und ich erinnere an ein Wort von Max Scheler: „Die Werte, die Tugenden, reiten auf dem Rücken unseres Handelns!“ Wir wollen uns also grundsätzlich vergewissern, daß unser Handeln den Werten entspricht. Wenn wir handeln, gestalten die Zukunft für den Nächsten mit. Zunächst aber auch für uns hier vor Ort. So in der Form unseres Semesterprogramms, in der Art, wie wir versuchen, andere für unsere Ziele zu gewinnen und nicht zuletzt in unserem sozialen Handeln. Damit ist die „Virtus“ in unserem Bekenntnis nach außen und innen gemeint, die uns gemeinsam tatkräftig die Welt gestalten hilft.

Dem UNITAS-Verband angehören heißt: Christ sein. In der Stille seines persönlichen Erlebens und in der Unruhe für den Anderen. Christsein heißt aber auch, sich Andersdenkenden zu stellen, sich einlassen in die wissenschaftliche Diskussion. Sich vor dem Anderen verantworten, sich nach außen hin öffnen. Wissenschaftlich tätig sein, wie es in unserem Prinzip „Scientia“ verlangt ist.

Beide sollen, so unser Bbr. Dr. Ludwig Freibüter, nicht zuletzt durch die „Amicitia“ durchdrungen sein. Dem Anderen im rechten Augenblick das Richtige in Liebe sagen dürfen. Das geht nur, weil wir uns alle und unser Tun unter das Kreuz des einen und wahren Freundes, Jesus Christus, stellen dürfen. Über allem und in allem steht das Kreuz als Zeichen der Erlösung.

So können wir uns gemeinsam auf den Weg machen, durch unser Handeln „Tugendhaftigkeit zu erlangen“. Darum sind wir wissenschaftlich tätig, offen für Andere. Darum dürfen wir Freunde sein, und um mit dem Bochumer AHZ-Vorsitzenden Dr. Benno Eichholz zu sprechen das Unmögliche für möglich halten. Mit der Devise unserer vergangenen Seniorate muß es für uns im Revier weiterheißen: „Wir an der Ruhr gemeinsam nach vorn!“ (01.05.1991, Ein Wort ins Semester)

Der Gründungsconvent 1991

Der erste Cumulativkonvent des W.K.St.V. UNITAS Ruhrania seit seiner Wiederbe­gründung im Februar 1991 sah am 16.Juni des Jahres 16 Vertreter der Aktivitas, des Altherrenver­eins und der Altherrenzirkel Essen und Bochum. Nach dem Rechenschaftsbericht der Aktivitas gab der AHV-Vorsitzende OStD Jörg Lahme seiner besonderen Freude Ausdruck, dass sich die neugegründete Korporation als ansehnlichen Gruppe sehr aktiv zeige und hob die Qualität des Semesterprogramms hervor. Auch der Vorsitzende des AHZ Bochum, Dr. Benno Eichholz, zeigte sich überrascht von der positiven Entwicklung der Aktiven. Doch der Hauptteil der Beratungen galt einem anderen wichtigen Thema: Der Gründung eines Hausbauvereins in Bochum -  die aus der Altherrenschaft beim Grün­dungs­kom­mers erfolgte Über­reichung eines Sockel­betrages von 5000 DM hatte b­e­r­e­its ein deutliches Zeichen gesetzt.

Nach ausführlichen Debatten stellte Bbr. Lahme stellte den Antrag, den HBV zu gründen und einen Vorstand zu wählen. Elf Bundes­brüder erklärten ihre Mitgliedschaft, der bereits vorliegende Satzungsentwurf wurde diskutiert und einstimmig verabschie­det, fünf Bundesbrüder stellten sich für die Vorstandsarbeit zur Verfügung. „Damit war gegen 16.45 Uhr der „Hausbauverein Unitas Ruhrania“ gegründet“, vermerkt das ausführliche Protokoll. „Auf die Gründung des Vereins, die Verabschiedung der Satzung und die Vorstandswahl brachten die Teilnehmer des CC einen Toast aus und wünschten sich eine von hier ausgehen­de weitere Stärkung der unitarischen Aktivitäten im Ruhrgebiet. … Die anschließende Abstimmung unter den aktiven Bundes­brüdern ergab um 17.22 Uhr die einstimmige Wahl von Norbert Klinke zum neuen Ehrensenior, dem von allen Seiten heftig gratuliert wurde.“



Am 5. Juli 1991 trafen sich Vorstandsmitglieder und Mitglieder bei Notar Bottke in Bochum (Bild oben) und legten die Unterlagen vor, am 30.7.1991 wurde die Eintragung beim Amtsgericht Bochum vorgenommen, am 8.12. wurde die Satzung überarbeitet und am 10.2.1992 bescheinigte das Finanzamt Essen-Nord die Gemeinnützigkeit.

Vor 10 Jahren: Beginn der Bauarbeiten

Nach vielen Jahren sollten die Bemühungen auch endlich von Erfolg gekrönt werden. Immer wieder hatte es Pläne zum Erwerb eines geeigneten Objektes gegeben - ob in Bochum-Langendreer, in der Nähe des Essener Hauptbahnhofs oder zuletzt in Essen-Rüttenscheid. Am 13. Mai 2004 war die Unterschrift unter den Kaufvertrag für das 1901 errichtete „Feldschlößchen“ in Essen-Borbeck gesetzt und am 1. Juli 2004 übernahm der Verein das Haus. Damit begannen erste „wilde Jahre“, in denen die ehemalige Gastronomie und die Wohngeschosse Schauplatz eines hochaktiven Lebens wurden. Nach zahlreichen Veranstaltungen in den Semesterprogrammen, großen Stiftungsfesten und dem Weltjugendtag 2005 war das schöne Leben zunächst vorbei: Im Sommer 2006 begannen die Renovierungsarbeiten - mit tatkräftigem Einsatz der aktiven Studenten (Bautagebuch). Nach zweijähriger Renovierung eröffnete zunächst die neue Gastronomie im April 2008 und am 31. Mai / 1. Juni des Jahres wurde das Studentenheim mit einem Festwochenende eingeweiht und offiziell seiner Bestimmung übergeben.

Einen kleinen Beitrag zu seinem 25-Jährigen hat der Unitas Ruhrania-Studentenheim e.V. schon im November 2015 geleistet: Er „spendierte“ mit Hilfe vieler Spender dem Haus eine neue Küche. Und auch Matadore der ersten Stunde waren dabei. Diejenigen, die uns begleitet haben und nicht mehr unter uns sind, sind aber nicht vergessen. Denn das was ist, ist auch ihr bleibendes Werk.

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Adresse: Flurstraße 67 (Ecke Flurstraße/Möllhoven), 45355 Essen-Borbeck, Verkehrsanbindungen: Gut erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln - ab dem Essener Hbf sind wir durch die Züge RE 14, S 9 sowie die Busse 140, 143, 160, 170, 185 zu erreichen, Haltestelle Essen-Borbeck; Anfahrt mit dem PKW: Über die A 42 und in Nähe der A 40, Ausfahrt Aktienstraße. 

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Veröffentlicht am: 13:25:21 17.01.2016
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