50 JAHRE KATAKOMBENPAKT

 

ROM, 16. November 1965, Domitilla-Katakombe: 40 Konzilsväter treten vor 50 Jahren nach einer gemeinsamen Messe an den Altar und unterzeichnen kurz vor Ende des II. Vatikanischen Konzils eine Selbstverpflichtung - den „Katakombenpakt“, anschließend von fast 500 Bischöfen unterschrieben und doch fast in Vergessenheit geraten.

 

Bundesbruder war Mitunterzeichner

 

Zu den Unterzeichnern gehörten weitgehend Bischöfe aus den Entwicklungsländern, vor allem aus Lateinamerika. Aber auch zwei deutsche: Neben Julius Angerhausen (1911–1990), dem ersten Weihbischof von Essen, war es Bundesbruder Hugo Aufderbeck (1909-1981, Kreuzritter-Unitas Wien), Bischof und Apostolischer Administrator im Bischöflichen Amt Erfurt-Meiningen. (vgl. Unitas 149. Jg., 2/2009, Bischof, Kämpfer, Sauerländer. 100. Geburtstag von Bischof Bbr. Dr. Hugo Aufderbeck, S. 148-150)

 

Bekannt wurden die in 13 Punkten aufgelisteten Selbstverpflichtungen erstmals am 9. Dezember 1965, dem Tag nach dem feierlichen Abschluss des Konzils, als sie von der französischen Tageszeitung Le Monde veröffentlicht wurden. Erst vier Jahre später erschienen sie erstmals in deutscher Sprache – 1969, in einer in Ost-Berlin erschienenen Biographie von Camilo Torres. Die Bischöfe bekannten sich in ihrem „Pakt“ zu einem Leben in persönlicher Armut (Wohnung, Essen, Verkehrsmittel, Immobilien, Amtskleidung, Titel), zur starken Einbindung von Laien, zum politischen Einwirken im Sinne der Armen und Benachteiligten auf nationaler und internationaler Ebene. Und sie beschlossen, mit eigenem Beispiel voranzugehen.

 

Während dieser Eid lange Jahre in vielen Teilen der Welt kaum Beachtung fand, mündete die Formel von der „Option für die Armen“ als zentraler Appell in das „Dokument von Medellin“ (II. Generalversammlung des Lateinamerikanischen Episkopats, Medellin, 24.8.-6.9.1968), gefolgt von langen innerkirchlichen Auseinandersetzungen um die „Theologie der Befreiung“.


Prof. em. DDr. Hans Waldenfels SJ und Bbr. Martin Gewiese, Unitas-Zirkelvorsitzender in Essen, beim Festkommers zum 125-jährigen Bestehen des Essener Zirkels beim Unitas-Altherrenbunds-Tag 2014

 

Der Papst und der Katakombenpakt

 

„Bei genauer Betrachtung ist der jetzige Papst Franziskus in seinem Lebenswandel und seinen vielfältigen Gesten der Katakombenpakt in Person“, erklärt Prof. em. DDr. Hans Waldenfels SJ in einer Einladung zum diesjährigen Albertus Magnus-Tag des Katholischen Akademikerverbands Ruhr e.V., der am Montag, 16. November, mit einem Festgottesdienst in der Kirche des Franz Sales-Hauses und einem Festakt im Hotel Franz begangen wird. „Mir ist es deshalb ein Anliegen, in Essen an dieses historisch wichtige Ereignis zu erinnern, das unter dem jetzigen Papst ganz neu an Aktualität gewinnt.“

 

Festrede von Bundestagspräsident Norbert Lammert

 

Gemeinsam wollen die katholischen akademischen Verbände im Bistum Essen (BkdA, CV, KAR, KAV Mülheim-Oberhausen, KV, ND, RKDB, UV, VkdL) des Ereignisses in der Domitilla-Katakombe gedenken. Der Festgottesdienst mit H.H. Weihbischof Franz Vorrath beginnt um 18.00 Uhr in der Kirche des Franz Sales-Hauses, 45138 Essen, Steeler Str. 261. Die Predigt hält Prof. em. DDr. Hans Waldenfels SJ: „Fünfzig Jahre nach dem Katakombenpakt in Rom - fünfzig Jahre nach dem Ende des 2. Vatikanischen Konzils“. Die musikalische Begleitung haben Domorganist Sebastian Küchler-Blessing und Jee Won Kim (Violine) übernommen.

 

Für die anschließende Festversammlung ab 19.30 Uhr im Hotel Franz (45138 Essen, Steeler Str. 261) haben die Verbände einen prominenten Festredner gewinnen können: Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert wird zum Thema „Bewahren und Verändern. Die Verantwortung von Christen in Staat und Gesellschaft" sprechen. Die Moderation hat der Leiter des Politischen Forum Ruhr Dr. Stephan Holthoff-Pförtner übernommen. Jee Won Kim spielt zu Ehren des Herrn Bundestagspräsidenten auf einer Violine von Lorenzo Storioni (Cremona 1774) aus dem Besitz der Bundesrepublik Deutschland.

 

Der Beitrag von 15 € für Saalmiete und Imbiss wird vorab erbeten auf das Konto von KAR, Bank im Bistum Essen (IBAN: DE74 3606 0295 0012 0650 19 BIC: GENODED1BBE). Die Teilnehmerzahl ist auf 300 Personen beschränkt.
 




Veröffentlicht am: 16:49:07 12.11.2015
Info
Tipp: Falls Sie sich beim „gefällt mir"-Button verklickt haben, gehen sie über dem nun grauen „gefällt mir"-Button zum „Daumen Hoch"-Zeichen, dort erscheint nun ein „x" und mit einem kleinen Klick mit der linken Maustaste ist wieder alles wie zuvor. Uns würde es trotzdem sehr gefallen, wenn sie diesem Tipp nicht folgen.
Zurück zu: | allen Kategorien | WS 08/09 | SS 08 | Presse