ESSEN. Kommando zurück: Nach Absprache mit dem Essener UNITAS-Zirkel ist die für 12. Juni im Aktivenprogramm auf dem UNITAS-Haus geplante Wissenschaftliche Sitzung über den Politiker und Gewerkschafter Adam Stegerwald (s. Bild) auf einen neuen Termin gelegt worden. Der Vortrag von Senior Sebastian Sasse soll nun am 4. Juli stattfinden. 

Damit wird nun auch das routinemäßige Zirkeltreffen am ersten Mittwoch im nächsten Monat eine inhaltliche Schwerpunktsetzung haben. Das Interesse beim Zirkel war so groß, dass damit nun die WS zum Zirkel „kommt“ - eine gute Gelegenheit zu erfahren, warum der Referent, Ruhranen-Senior Sebastian Sasse, mit seiner Magisterarbeit über den Weimarer Politiker und Gewerkschaftsführer vor kurzem erst eine glatte „Eins“ einkassieren konnte (das freut uns auch).

Hier schon ein kleiner Ausblick: 

Adam Stegerwald (1874-1945, Bild links), Zentrums-Politiker, Mitbegründer der christlichen Gewerkschaften in Deutschland und der CSU in Bayern. Der Sohn eines Kleinbauern ging nach der Schreinerlehre in Würzburg in Süddeutschland und in der Schweiz auf Wanderschaft, war Mitglied im katholischen Gesellenverein, setzte er sich für den Aufbau einer christlichen Gewerkschaftsbewegung ein und wurde Erster Vorsitzender des Zentralverbandes christlicher Holzarbeiter. Nach Studium in München und Köln wirkte er als Generalsekretär des Gesamtverbandes der christlichen Gewerkschaften Deutschlands und internationaler Sekretär der "Christlichen Gewerkschaftsinternationale". 1919 trat er für zehn Jahre an die Spitze des christlichen Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Er wurde Mitglied der Nationalversammlung, preußischer Minister für Volkswohlfahrt, 1921 Ministerpräsident Preußens, war 1929-1930 Reichsverkehrsminister und 1930-32 Reichsarbeitsminister. Von den Nationalsozialisten verfolgt, angeklagt und inhaftiert, wurde er 1945 von der amerikanischen Besatzungsmacht zum Regierungspräsident von Unterfranken ernannt, starb aber schon im Dezember 1945 an einer Lungenentzündung.

Bereits 1920 hatte Stegerwald auf dem Kongress der christlichen Gewerkschaften in Essen Überlegungen zur Gründung einer konfessionsübergreifenden, antisozialistischen Volkspartei vorgestellt, die möglichst breite Schichten der Bevölkerung ansprechen sollte. Sein Ansatz, "zwischen der Arbeiterschaft und der landwirtschaftlichen Bevölkerung sowie zwischen den Konfessionen Brücken zu schlagen", fand aber erst nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs größere Resonanz und Stegerwald wurde zum führenden Kopf der "Würzburger Gruppe", die neben der Münchner Gruppe um Josef Müller maßgeblich an der Gründung der Christlich-Sozialen Union im Sommer und Herbst 1945 beteiligt war. Heute sind nach ihm u. a. der Adam-Stegerwald-Kreis, der Veranstaltungen zur politischen Bildung organisiert, das Adam-Stegerwald-Haus in Königswinter, die Stegerwaldsiedlung in Köln-Deutz und die Stegerwaldstiftung bekannt.

 




Veröffentlicht am: 09:23:43 07.06.2007
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