Aufnahme einer Ruhranen-Kneipe in den 1920er Jahren in Münster

 

Zu Altfrid in Borbeck: Ferienkneipe am 20. August

 

ESSEN (UV). Sie ist die 7. Altfridkneipe neuer Zeitrechnung und seit Jahren fester Bestandteil unitarischen Lebens im Ruhrbistum. Am Samstag, 20. August, wird sie zu Ehren des Stadtgründers geschlagen und unterstreicht die Verbundenheit der Aktivitas mit Bistum und Stadt Essen. Sicher wird sich das Ereignis wieder überregionaler Anteilnahme erfreuen und Gäste aus dem ganzen Bundesgebiet werden erwartet. Anmeldung bei Facebook unter: https://www.facebook.com/events/1440499316280635/

 

Präside Bbr. Damian Juretzki und die Organisatoren laden herzlich ab 20 Uhr in den Conventraum des Unitas-Hauses an der Flurstraße in Essen ein. Und es kann durchaus sein, dass der eine oder andere noch gezeichnet ist vom vorherigen Fußballturnier der Messdiener von St. Dionysius: Am Vorabend des Pfarrfestes 2015, Freitag, 19. August, beginnt das Ballgemetzel am Jugendheim hinter der Pfarrkirche. Und die Ruhrania will sich teuer verkaufen.

 

Bild rechts: Statue des Hl. Altfrid vor der Essener Domschatzkammer, in der Hand ein Modell des ersten Essener Münsters

 

Altfrid: Gründer von Stadt und Stift Essen

 

Das Fest zu Ehren des Gründers von Stadt und Stift Essen wird von der Kirche am 15./16. August gefeiert. Der hl. Altfrid (800-874) aus dem sächsischen Geschlecht der Ludolfinger, war Berater Ludwigs des Deutschen und später Bischof von Hildesheim. Sein Todestag, der 15. August, wird alljährlich als eigenes Fest mit festlichem Gottesdienst und der Aussetzung seines Reliquienschreines in der Münsterkirche zu Essen begangen.

 

Altfrid liegt in der Ostkrypta des Essener Münsters begraben und wird offiziell seit 1965 als Heiliger verehrt. Allerdings nach einer mehr als 1000-jähriger Tradition: Schon um das Jahr 1000 wurden an seinem Grab in der Essener Münsterkirche Wunder berichtet, auch die Heilkraft einer unweit gelegenen Quelle wurde seiner Fürbitte zugeschrieben. Die Verehrung blühte auf und im 13. Jahrhundert wurde ein gotischer Steinsarkophag für seine Gebeine geschaffen. Sein Jahresgedächtnis war das festlichste im Memorialdienst des Essener Stiftes, der Keimzelle der heutigen Stadt, obwohl Altfrid kein kanonisierter Heiliger war.

 

Diplomat und Friedensstifter mit europäischer Bedeutung

 

Der Spross mächtiger adeliger sächsischer Verwandtschaft genoss eine umfassende klösterliche Ausbildung und wirkte als Geistlicher an der Gründung mehrerer religiös verfasster Frauengemeinschaften wie in Lamspringe und Gandersheim mit. 845/47 erwarb er in Rom Reliquien der Heiligen Cosmas und Damian, rief mit seiner Familie auf dem Eigenbesitz Asthnide (heute Essen) am Hellweg ein Kanonissenstift ins Leben und ließ einen Kirchenbau errichten, dessen Grundriss noch heute von Lang- und Querhaus des Essener Münsters abgebildet wird.

 

Der ostfränkische König Ludwig der Deutsche machte 851 bei Altfrids Wahl zum neuen Bischof von Hildesheim seinen Einfluss geltend: Geschildert als kluger und nüchterner Denker und mit begabter Redner, war der Bischof einer der engsten Ratgeber und enger Vertrauter des Königs. Für ihn war Altfrid in vielen diplomatischen Missionen unterwegs, vor allem ab 860 als einer der entscheidenden Unterhändler in den Machtkämpfen zwischen den Reichsteilen des zerfallenden Frankenreiches. Nach den jahrelangen Verhandlungen hatte Altfrid maßgeblichem Einfluss auf die Formulierung des Vertrags von Meersen, mit dem am 9. August 870 Lothringen zwischen West- und Ostfrankenreich aufgeteilt wurde. Eine historische Figur mit europäischen Dimensionen also, geschätzt wegen seines Wirkens als Friedensstifter und als Festiger des kirchlichen Lebens.

 

870 legte Alfrid am Fest von Cosmas und Damian den in Köln zu einer Synode versammelten Bischöfen die Stiftungsurkunde des Essener Frauenstiftes zu Bestätigung vor. 872 weihte Altfrid den Dom zu Hildesheim zu Ehren Mariens, Cosmas und Damians, Cäcilias, von Valerians und Tiburtius. Er starb nach dem Necrologium des Essener Stiftes am 15. August 874 und wurde seinem Wunsch gemäß in der Essener Münsterkirche begraben. Die Heiligen Cosmas und Damian sind bis heute die Stadtpatrone von Essen, ihre Figuren zieren den Eingang des Rathauses.
 




Veröffentlicht am: 19:37:57 11.08.2015
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