AGV würdigt neue Enzyklika von Papst Franziskus

als wichtiges Signal für Generationengerechtigkeit

 

BONN, 19. Juni 2015. Die Arbeitsgemeinschaft katholischer Studentenverbände (AGV) begrüßt die gestern veröffentlichte Enzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus als „unüberhörbares Signal an die Staatengemeinschaft und die Zivilgesellschaften für ein stärkeres Engagement im Kampf gegen Klimawandel und einen nachhaltigeren Umgang mit der Schöpfung“. Als Zusammenschluss von rund 10.000 Studierenden sei für die AGV der Aspekt der generationsübergreifenden Gerechtigkeit, den der Papst in einem eigenen Abschnitt behandle, von besonderer Bedeutung, betont der AGV-Vorsitzende Bbr. Joost Punstein (Unitas Ruperto Carola Heidelberg) in einer Stellungnahme. Die Erde gehöre allen Menschen, auch den erst noch kommenden Generationen, hebe Papst Franziskus hervor.

Die Enzyklika komme zum richtigen Zeitpunkt. „Im Blick auf den UN-Nachhaltigkeitsgipfel im September in New York und die Ende November anstehende UN-Klimakonferenz in Paris gibt das Lehrschreiben wichtige Anstöße“, stellt der AGV-Vorsitzende heraus. Mit deutlichen Worten kritisiere der Papst zu Recht die Unterwerfung der Politik unter die Technologie und das Finanzwesen, die sich in der Erfolglosigkeit der bisherigen Weltgipfel über Umweltfragen zeige. Als besondere Qualität des Schreibens stellte Punstein heraus, dass mit „Laudato si“ der Papst bewusst Wirkung in die Weltpolitik hinein entfalte.
 

Mit seinem Lehrschreiben wende der Papst sich nicht nur an die Kirche, die Gläubigen und die Politiker, sondern ebenfalls an die Zivilgesellschaft und an jeden einzelnen Menschen. Auch die katholischen Studentenverbände seien gefordert, sich mit dem Text zu befassen und mit konkreten Projekten Zeichen zu setzen, heißt es in der AGV-Stellungnahme. Wie der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Reinhard Kardinal Marx betone, sei die Enzyklika viel mehr als irgendein kirchlicher Text, sondern sie könne Wegweisungen für alle Menschen guten Willens geben.
 

Der Papst lege besonderen Wert darauf, den Einsatz für die Umwelt und für die Armen "auf keinen Fall zu trennen", und fordere damit eine ökologisch verträgliche ganzheitliche Entwicklung. Papst Franziskus nehme insbesondere die Armen, Schwachen und Verletzlichen in den Fokus, die unter den klimatischen Veränderungen am stärksten zu leiden hätten. „In seinen Ausführungen orientiert sich der Papst an den klassischen Prinzipien der katholischen Soziallehre Solidarität, Subsidiarität und Gemeinwohl, die auch in der Arbeit der katholischen Studentenverbände eine große Rolle spielen“, stellte Joost Punstein fest.
 

Papst Franziskus sehe die Ursachen für die Zunahme von Migranten auch in den menschengemachten klimatischen Veränderungen. Dieser Sicht sei beizupflichten: „So hat das Heidelberger Institut für Internationale Konfliktforschung in seiner jüngsten Veröffentlichung 96 von 424 Konflikte als Ressourcenkonflikte klassifiziert. Konflikte und Flüchtlingsströme können durch klimatische Veränderungen angefacht werden, betont Punstein. Dabei hätten die entwickelten Länder eine besondere ökologische Schuld an den bisherigen klimatischen Veränderungen und den humanen Katastrophen, die hieraus resultieren“, betont der AGV-Vorsitzende.
 

Der Papst mahne alle Bewohner der Erde an, für „das gemeinsame Haus“ einzustehen, denn nur ein Wandel im Lebensstil könne dieses noch schützen. Hierzu werden in der Enzyklika die drastische Reduzierung von fossilen Kraftstoffen und die Erschließung erneuerbarer Energiequellen gezählt. Konkret bedeute dies, dass verstärkt die Ursachen des Klimawandels bekämpft werden müssen, ohne dabei den Menschen und die Umwelt aus dem Blick zu nehmen. So forderten auch die katholischen Studentenverbände in einem Positionspapier eine nachhaltige Energiepolitik ein, welche die Überlebensfähigkeit heutiger und zukünftiger Generationen sichere, sagte Joost Punstein. „Insbesondere in der Erschließung erneuerbarer Energien dürfen biogene Rohstoffe, die der Ernährung dienen, in erster Linie nicht für die Energieerzeugung genutzt werden. Andernfalls würde es zu einem Trade-Off zwischen Hungerbekämpfung und Klimaschutz kommen. Beide Ziele sind jedoch gemeinsam zu verfolgen und müssen daher mit Augenmaß vollzogen werden“, mahnen die katholischen Studentenverbände an.
 

„Die katholischen Studentenverbände sehen in der neuen Enzyklika eine große Ermutigung für ihre eigene Arbeit zur Wahrung der Schöpfung“, sagte der AGV-Vorsitzende. Papst Franziskus spreche sich bei seiner Forderung nach einer globalen ökologischen Umkehr auch gegen undifferenzierte genetische Manipulationen aus und rufe dazu auf, den eigenen Körper als Gabe Gottes zu akzeptieren. Punstein forderte die politischen und gesellschaftlichen Verantwortungsträger auf, klare Konzepte vorzulegen und wirksame Maßnahmen umzusetzen, die es ermöglichen, dass in dem gemeinsamen Haus auch noch nachfolgende Generationen die Möglichkeit zu einem menschenwürdigen Leben habe.

 

 

ZUM DOWNLOAD:

ENZYKLIKA LAUDATO SI VON PAPST FRANZISKUS

http://www.dbk.de/fileadmin/redaktion/diverse_downloads/presse_2015/2015-06-18-Enzyklika-Laudato-si-DE.pdf

 

STELLUNGNAHME DER AGV:

http://www.agvnet.de/sites/default/files/2015-06-19_pm_agv_zu_laudato_si.pdf

213.29 KB

 




Veröffentlicht am: 18:02:54 19.06.2015
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