14. Juni: Unitas-Vereinsfest in Essen-Werden


„.... Von wesentlichem Belange ist es für den Verein, wie die Mitglieder die Vereinsfesttage begehen. Vereinigen sich alle des Morgens am Tische des Herrns, so wird diese hehre Handlung, verbunden mit dem Bewußtsein, daß gleichzeitig die früheren Mitglieder am Altare und im Gebet die Sache des Vereins dem Herrn empfehlen, die Frucht haben, daß die Worte des derzeitigen Präses in der Festversammlung (Morgensitzung) von Herzen kommen und zu Herzen gehen und alle Mitglieder von neuem Eifer beseelt werden....“

 

1854/55 schrieb ein Baumeistersohn aus Werden diesen Satz in seinem „Unitarischen Testament“ allen Mitgliedern ins Stammbuch: Hermann Ludger Potthoff (1830-1888), der Gründer der Unitas. Die Erläuterung der Statuten wurde in der älteren UNITAS viele Jahrzehnte jeweils zu Beginn eines jeden Semesters vorgelesen.

Just am vergangenen Wochenende hat der bundesweite Unitas-Verband im Rahmen der 138. Generalversammlung in Würzburg seiner Gründung vor 160 Jahren gedacht. Umso mehr ein Grund, dass sich auch in diesem Jahr die Unitas im Ruhrgebiet im Geburtsort ihres ersten Generalpräses zum Vereinsfest versammelt.

 

Am Sonntag, 14. Juni, feiern der Unitas-Zirkel Essen, die Studenten der Unitas Ruhrania und die Studentinnen der Unitas Franziska Christine mit der Gemeinde St. Ludgerus das Choralamt um 9:00 Uhr in der Basilika. Im Anschluss an die Hl. Messe treffen sich die Mitglieder und Gäste in den Domstuben zur traditionellen Morgensitzung, die jeweils mit den drei verpflichtenden Vereinsfesten zu den Festtagen der Hl. Maria Immaculata, des Hl. Thomas von Aquin und von St. Bonifatius verbunden ist.

 

„Was hält uns noch in der katholischen Kirche?“

 

Mit einiger Spannung darf der Vortrag „Was hält uns noch in der katholischen Kirche?“ von Dr. Werner Kleine, Pastoralreferent aus Wuppertal, erwartet werden. Der gebürtige Essener, Jg. 1966, legte sein Abitur in Borbeck ab, studierte 1982-1985 am Kirchenmusikseminar des Bistums Essen und machte sein C-Examen. Von 1985-1990 studierte er Katholische Theologie an der Ruhr-Universität Bochum und an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seine Diplomarbeit an der Ruhr-Universität 1990 im Fach Neues Testament stellte den Prozess Jesu vor Pilatus nach dem Johannesevangelium in den Mittelpunkt.

Nach dem Zivildienst beim Caritasverband Remscheid, wo er 1990-1991 in der Aussiedlerhilfe tätig war, wechselte Werner Kleine in den pastoralen Dienst der Erzdiözese Köln. Nach Einsätzen als Pastoralassistent im Vorbereitungsdienst in der Pfarrgemeinde Heilige Kreuz in Remscheid-Lüttringhausen (1991-1992), St. Marien, St. Laurentius und St. Joseph in Wuppertal-Elberfeld (1992-1994) erhielt er seine Beauftragung zum Pastoralreferenten in der Erzdiözese Köln 1994 und ist zugleich seitdem Berater und Beistand für Kriegdienstverweigerer.

 

Nach Tätigkeit als Pastoralreferent in Wuppertal-Elberfeld 1994-1996 ging er als Doktorand im Fach Neues Testament an die Katholisch-Theologische Fakultät der Bonner Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität. In seinem Beruf war er bis 2001 an mehreren Stationen in St. Peter (Bonn-Lengsdorf), Christi Auferstehung (Bonn-Röttgen), St. Maria Magdalena (Bonn-Endenich) und St. Michael (Bonn-West). Anschließend kehrte er als Pastoralreferent nach Wuppertal in St. Bonifatius (Varresbeck), St. Remigius (Sonnborn), St. Mariä Empfängnis und St. Ludger (Vohwinkel) zurück. Er war Mitglied im Diözesanpastoralrat der Erzdiözese Köln (2001-2005) und als Referent für Gemeindepastoral im Stadtdekanat Wuppertal (2001-2006) zuständig für Ehepastoral, Gemeindekatechese, Erwachsenenkatechese, Kindergartenpastoral, Aus- und Weiterbildung Ehrenamtlicher. 2003 wurde er mit einer textlinguistischen Untersuchung des 2. Korinther-Briefs (2 Kor 1-9) zur wechselseitigen Bedeutsamkeit der Beziehung von Apostel und Gemeinde zum Dr. theol. promoviert.

 

Neben der pastoralen Ausbildung für Pastoral- und Gemeindereferenten (Pastoralliturgie, Katechese) widmet er sich in seiner Vortragstätigkeit verschiedenen theologischen Themen zum Neuen Testament, zur Liturgie, Methodik und Didaktik der Religionspädagogik, der Psychologie der religiösen Entwicklung, aber auch Fragen zu den Bereichen Kirche und moderne Medien, Kirche und Gesellschaft, Kirche und Politik, Religion und Naturwissenschaften). Seit 2004 ist Dr. Kleine als Referent für Citypastoral in der Katholischen Citykirche Wuppertal betraut und vertraut mit missionarischer Pastoral, Passantenpastoral und Pastoral für Fernstehende. Der Dozent an der erzbischöflichen Bibel- und Liturgieschule Köln ist seit 2010 Referent in der KGI-Fides-Stelle Wuppertal (kath. Wiedereintrittsstelle). Von ihm entwickelte Projekte sind eine „Trauwerkstatt“, „Liturgische Präsenz", die „Mystagogische Kirchenführung (www.mystagogische-kirchenfuehrung.de), aber auch der Weblog mit Videopodcast „Kath 2:30" (www.kath-2-30.de), der Elberfelder Laurentiusweg (www.laurentiusweg.de).

 

Bootsfahrt auf Ruhr und Baldeneysee

 

Mit derzeitigem Stand sind zum Vereinsfest über 40 Anmeldungen bei dem Essener Zirkelvorsitzenden und Cheforganisator OStR a.D. Martin Gewiese eingegangen. Sie alle freuen sich auf angeregte Diskussionen und das gemeinsame Mittagessen. Der Besuch vor dem Geburtshaus von Verbandsgründer Hermann Ludger Potthoff in der Hufergasse 15 wird nicht fehlen und eine anschließende Bootsfahrt auf Ruhr und Baldeneysee ist auch geplant.

 

Bild rechts: Hermann Ludger Potthoff, abgebildet als „Kgl. Sächsischer Konsistorialrat, Definitor und Oberpfarrer zu Aachen-Burtscheid, Stifter der Unitas. Gest. 11. Okt. 1888.“

 

Hermann Ludger Potthoff –
Gründer der UNITAS

(*21. Januar 1830, Werden, + 8. Oktober 1888), 1840 Rektoratsschule in Werden, Bau- und Gewerbeschule in Hagen, Bautechniker, Theologiestudent ab 1852/53 in Bonn, vom Kölner Erzbischof 1863 für die Seelsorge in der Diaspora freigestellt, wirkt in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden in der Caritasarbeit und als Oberhofprediger am Königlichen Hof, Präses, zugleich Generalpräses der UNITAS bis 1873, bestattet in Aachen-Burtscheid.

Er gilt als Stifter und „Gründer der UNITAS“, stellte die ab 1847 in Bonn landsmannschaftlich organisierten „Ruhrania“ auf eine eindeutige religiöse Grundlage, gibt ihr im WS 1853/54 den Namen „UNITAS“, um dem Verein einen umfassenderen Charakter zu geben, federführend bei der Entwicklung der unitarischen Prinzipien (wissenschaftliche Betätigung, Feier der Vereinsfeste, Lebensbundprinzip), wählte den unitarischen Wahlspruch „in necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas“. An seinem Geburtshaus in der Hufergasse 15 in Essen-Werden erinnert eine Gedenktafel des Verbandes an seinen Gründer.

 




Veröffentlicht am: 13:30:27 12.06.2015
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