ESSEN. „Außerhalb der Kirche kein Heil“ – mit diesem Satz beschäftigte sich der Vortrag des Bochumer Professors Dr. Gerd Neuhaus am Sonntag, 10. Juni, bei der Wissenschaftlichen Morgensitzung in Essen-Werden. Beim Vereinsfest zu Ehren des Hl. Bonifatius begrüßte der Zirkelvorsitzende  Martin Gewiese rund 30 Gäste in den Dom-Stuben. Zuvor hatten sie gemeinsam das Lateinische Choralhochamt in der benachbarten Ludgerus-Basilika besucht.

„Extra ecclesiam nulla salus“ - das zu Anfang des 14. Jahrhunderts von Papst Bonifaz VIII. auf dem Hintergrund der Auseinandersetzungen mit dem Kaiser geprägte und in dieser Schärfe nie mehr wiederholte Axiom von der „alleinseligmachenden Kirche“ hatte bereits Origenes formuliert: „Außerhalb der Kirche wird niemand gerettet“ (Origenes, In Jesu Nave 3,5; PG 12, 841). Dieser von vielen als diskriminierend empfundene Satz, so Prof. Neuhaus, gehöre zum festen Glaubensgut der Kirche. Nach dem Glauben ist Christus allein die Wahrheit und der Weg für das Heil der Welt (vgl. Joh 14,6), seine Kirche ist der Ort unter den Völkern, wo das von Christus geschaffene Heil anwesend und wirksam ist. Da beides vom Neuen Testament her völlig eindeutig ist, könne die Kirche das „alleinseligmachend“ nicht zurücknehmen. Sie könne sich von der Erlösung durch Christus und von ihrer Indienstnahme als „Sakrament des Heils für die Welt“ nicht verabschieden. Insbesondere machte der Referent hier allerdings auf den Unterschied von "Heil" und "Gnade" aufmerksam. 

Der knapp einstündige Vortrag zu den damit zusammenhängigen Aspekten lieferte für die anschließende, von Aktivensenior Sebastian Sasse geleitete Diskussion viele Anregungen zum Verständnis von Toleranz, abendländischer Geistesgeschichte und Aufklärung. Viele voreilige oder böswillige Urteile über die Kirche führte Professor Neuhaus durch eine Vielzahl von Argumenten ad absurdum. Die dogmatische Aussage bettete er in den biblischen und historischen Kontext und antwortete auf insbesondere zu auf pastorale Themen zielende Nachfragen. In aufklärerischem Gewand auftretende Liberalität, die sich in vielfältiger Weise gegen den Glauben und die Kirche richte, komme zumeist selbst an eigenen Dogmen richtend einher. „Eins muss man sagen“, erklärte der Studiendirektor am Bischöflichen Hildegardis-Gymnasium in Duisburg: „Hier ist die Kirche wenigstens ehrlich. Was sie zum Dogma erklärt, macht sie jedenfalls kenntlich.“ Der Diskussion, der viele weitere Gespräche zum Thema folgten, schloss sich ein gemeinsames Mittagessen an, bei dem der Zirkelvorsitzende um frühzeitige Anmeldung für die Fahrt zum Franz-Stock-Museum nach Neheim-Hüsten bat.

 




Veröffentlicht am: 09:21:06 10.06.2007
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