Vorstände tagten im Ruhranen-Haus
Essener Unitas Studentenheim-Verein wird 25

BORBECK. „Ein neue Küche muss langsam drin sein“ – so das eindeutige Fazit der Vorstände von Altherrenschaft und Hausbauverein der Unitas Ruhrania am Samstag, 14. März 2015. Und diesmal scheint es sogar möglich, wie die Sitzung ergab, bei der im Mindestabstand von zwei Monaten wichtige aktuelle Fragen des Vereins mit zahlreichen Tagespunkten behandelt werden.

Für ein zeitgemäßes Update der inzwischen leicht abgenutzten Brutzelhütte im ersten Stock scheint jedenfalls der Zeitpunkt gut gewählt: Tatsächlich werden zum Sommer nicht nur zwei Zimmer zur Neuvermietung freistehen, sondern sogar vier. Die Studentenwohnung, eine WG aus neun Bewohnern, wird also einige neue Gesichter sehen. Und eine neue Küche, wenn alles klappt und Spenden ausreichend fließen ….

Aktive und Ehemalige

Mit der Unterstützung von gleich zwei aktiven Studentenvereinen in Essen und an den Ruhr-Universitäten trägt der Kreis der ehemaligen Unitas-Studenten eine große Verantwortung: Was an vielen Hochschulen und Fakultäten als „Alumni-Vereinigungen“ seit einigen Jahren als ideales Instrument zur Stärkung der Bindung von Absolventen mit ihrer Universität nach anglosächsischem Vorbild propagiert wird, hat im Unitas-Verband seit jeher Tradition und mittlerweile eine ganz selbstverständliche, mehr als 160-jährige Geschichte. Auch darin mag sicher ein besonderer Reiz und auch ein Stück die Überlebenskraft der akademischen Verbände liegen, die einen Großteil der Geschichte des Hochschulsystems überhaupt bis heute begleiten.

Derzeit bilden mehr als 60 Ehemalige der Unitas Ruhrania die Altherrenschaft des 1911 gegründeten Vereins, sorgen für Support bei der Gestaltung der Semesterprogramme und Anschaffungen. Vor allem aber sind sie sichtbarer Ausweis des familienhaften Lebensbundes von Mitgliedern vieler Generationen, zu dem sich jeder verpflichtet, der sich der Unitas nach einer gegenseitigen Probezeit anschließt. Während die ältesten Mitglieder noch als Steineklopfer den Wiederaufbau der Universitäten nach dem Krieg erlebten, andere wiederum längst im aktiven Berufsleben stehen, plagen sich die heutigen Mitglieder fast sechs Jahrzehnte später mit breitgefächerten modulisierten Kombi-Studiengängen – eine Garantie zum Austausch von mindestens ebenso breit gestreuten Lebenserfahrungen aller Art.

Mehr als ein gemeinsames Bauprojekt

Treffpunkt aller Aktivitäten ist „das Haus“ - seltsamerweise wohnen die studentischen Mitglieder seit jeher nicht „in“, sondern „auf“ einem Haus. Auf einen solchen Treffpunkt hatte die ursprünglich in Münster ansässige Unitas Ruhrania lange warten müssen. Erste Pläne gab es schon Mitte der 1920er Jahre, doch erst mit seinem Umzug ins Ruhrgebiet machte sich der Verein 1990 erfolgreich an dieses Projekt, warb eigene Mitglieder und wurde zum eisernen Sparclub. Nach viel Sucherei in Bochum und Essen mit einer ganzen Reihe fast unterschriftreifer Projekte konnte 2004 endlich das zum Verkauf stehende traditionsreiche „Feldschlößchen“ in Borbeck erworben, ab 2006 aufwändig entkernt und nach den alten Bauplänen von 1900/01 umgebaut werden. Neun Studentenzimmer entstanden, dazu Gemeinschaftsräume, ein großer Veranstaltungssaal. Und die wieder aktivierte Gastronomie erfreut sich unter Pächterehepaar Jobs mit ihrer frischen Küche inzwischen außerordentlicher Beliebtheit - sogar über die Stadtgrenzen hinaus.

Kleines Jubiläum: 25 Jahre Unitas Ruhrania Studentenheim e.V.

In diesem Jahr feiert der gemeinnützige „Unitas Ruhrania Studentenheim e.V.“ sein 25-jähriges Bestehen. 55 Angehörige zählt er aktuell, die sich aktiv für den Erhalt und Betrieb des „Hauses“ einsetzen – ein Generationenprojekt für jeden Verein, der sich an eine solche Unternehmung wagt. Im gesamten Unitas-Verband sind es rund 40 zum Teil sehr viel älterer Hausbau-Vereine, die seit knapp fünf Jahrzehnten genossenschaftlich im bundesweiten zentralen Hausbauverein zusammenarbeiten. Ganz ohne öffentliche Zuschüsse, ganz ohne Unterstützung durch andere Institutionen. Ohne diesen gemeinschaftlichen Einsatz wäre auch das Essener Unitas-Haus ganz sicher nie entstanden – schon jetzt ein Ort von vielen unvergessen Festen, Gottesdiensten und spannenden Fußballabenden, für Gespräche mit interessanten Zeitgenossen und für das ganz alltägliche unitarische Gemeinschaftsleben allemal.

Auch wenn viele als Förderer dahinter stehen und dies alles ermöglichen – verantwortlich sind immer die ortsansässigen Bundesbrüder. Unterstützt vom örtlichen Unitas-Zirkel, der Altherrenschaft, angewiesen auf Mitgliedsbeiträge und Spenden. Dass sich die Studenten in den vergangenen Jahren aktiv an vielen Aufgaben beteiligt und zahlreiche Dienste übernahmen, ist bei allen Verpflichtungen nicht nur ein großes Plus in der Haben-Bilanz der ganzen Gemeinschaft, sondern in jedem Fall auch ein interessantes Erfahrungsfeld. Und dass sich der vor fünf Jahren gegründete Unitas-Studentinnenverein Franziska Christine schon bald auch der Unterstützung einer eigenen Ehemaligen-Vereinigung versichern wird, zeigt: Eine gute und bewährte Idee ist eben unkaputtbar.

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Adresse: Flurstraße 67 (Ecke Flurstraße/Möllhoven), 45355 Essen-Borbeck

Verkehrsanbindungen: Gut erreichbar mit öffentlichen Verkehrsmitteln - ab dem Essener Hbf sind wir durch die Züge RE 14, S 9 sowie die Busse 140, 143, 160, 170, 185 zu erreichen, Haltestelle Essen-Borbeck; Anfahrt mit dem PKW: Über die A 42 und in Nähe der A 40, Ausfahrt Aktienstraße. 

· Feldschlösschen, Haus und Gastronomie - Informationen zum Studentenwohnheim und der Gastronomie „Feldschlösschen“

 

· Vermietung - Zimmer zu vermieten – Informationen und Kontakt

 

· Bewerberbogen - Eintragen, Abschicken, Termin machen, Besichtigen und Entscheiden

 

·  Lageplan -  Der Weg zu uns: Anfahrt per Karte

 

· Hausbauverein - UNITAS Ruhrania Studentenheim e.V.: Der Träger des Hauses

 

· Das BAUTAGEBUCH - Der Umbau 2006-2008: Ein Protokoll von Staub, Schweiß und Emotionen



Postkarte mit Abbildung des Restaurants zum Feldschlösschen, Inh. Friedr. Emde, gelaufen 1905




Veröffentlicht am: 18:44:59 14.03.2015
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