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Zum Jahr des Schafs 2015

 

Jetzt wissen wir endlich, warum GOOGLE heute, am 19. Februar, seine Startseite mit einem bockig herumspringenden Schaf dekoriert hat: Denn mit glücksbringenden Ritualen, oft tumultartigen Szenen und viel Feuerwerk wird derzeit rund um die Welt das neue chinesische „Jahr des Schafs“ eingeläutet. Das kann in unseren Breiten - zugegeben - schon mal untergehen, wenn man nicht gerade beim Chinesen bestellt hat oder in die gängigen Glückshoroskope schaut.

 

Ein Feuerwerk der guten Laune hat die Neujahrsansprache des umstrittenen Hongkonger Regierungschefs Leung Chun-ying gezündet: EuroNews berichtet, dass sich der in der Wolle gefärbte Volldemokrat in diesem Jahr mehr Stabilität wünscht. Er habe die Bürger der Finanzmetropole in seiner Neujahrsansprache aufgefordert, „sich wie Schafe zu verhalten“: „Schafe werden als zahme und gefühlvolle Tiere wahrgenommen, die friedlich in Gruppen zusammenleben”, so Leung. Davon sollten sich die Bürger in Hongkong inspirieren lassen. Schauschau.

 

Leung Chun-ying selbst jedenfalls hat seine Schäfchen im Trockenen. Der aus bescheidenen Verhältnissen stammende Multimillionär, Minister für Wohnungsbau nach der Übergabe Hongkongs an China und seit 2012 Regierungschef der Sonderverwaltungszone, wurde 2006 größter Aktionär der an der Londoner Börse notierten Immobilienfirma Debenham Thouard Zadelhoff. Ein Schelm und Neidhammel, wer Böses dabei denkt. Oder ist er etwa doch sogar ein Wolf im Schafspelz? Ein „Vampir“ im Dienst pekingfreundlicher Geschäftsleute, ein Handlanger und eine Marionette der Kommunistischen Partei Chinas? Dass das Pekinger Parteiorgan „People's Daily" nach der Wahl dem „Genossen Leung" gratulierte, fand die gar nicht so lammfromme Bürgerrechtsbewegung entlarvend genug.

 

Fast vergessen ist in unseren Breiten, dass Ende September 2014 die studentische Regenschirm-Revolution mit ihrer Forderung nach freien demokratischen Wahlen von der Polizei mit Pfefferspray und Tränengas auf den Straßen der 7-Millionen-Metropole zusammengetrieben wurde. Schon kein geringerer als Albert Einstein prägte in seinen Aphorismen die Erkenntnis: „Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein." Doch Schafe sind sie nicht. Und Politik ist kein Glückskeks.

 

À propos „Jahr des Schafs“: Nicht wenig Humor bewies das Statistische Landesamt NRW, das passend zum Schafs-Neujahr just heute die Ergebnisse der Schafzählung in Deutschlands größtem Bundesland veröffentlichte. Denn die Zahl der paarhufigen Wiederkäuer ist hierzulande allemal stabil. Nach Angaben von IT.NRW gab es zum Stichtag 3. November 2014 in den nordrhein-westfälischen Betrieben mit Schafhaltung 133.200 Schafe. Damit immerhin 2,3 Prozent oder knapp 3.000 Tiere mehr als im Vorjahr - obwohl die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe mit mindestens 20 Schafen von 1.170 auf 1.099 um 6,1 Prozent sank.

 

An der allseits geforderten Frauenquote schert sich die aktuelle Statistik übrigens keineswegs: Den größten Teil stellten weibliche Zuchtschafe mit 95.396 Tieren, mit 32 970 Tieren entfiel knapp ein Viertel des Schafbestandes auf Lämmer und Jungschafe unter einem Jahr. Alles andere ist Restgröße: Die Zahl der Schafböcke lag bei 2.424 Tieren. Auch schauschau ...
 




Veröffentlicht am: 18:51:16 19.02.2015
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